Sentenz
Die Sentenz (v. lat. sententia: Meinung, Gedanke, Urteil), ist ein knapper, treffend formulierter, autoritätshaltiger und auf viele konkrete Fälle anwendbarer Sinnspruch, der eine vorher geschilderte Situation oder Erkenntnis in einem Satz zusammenfaßt und zu allgemeiner Bedeutung erhebt. Sentenzen sind zumeist aus einem ursprünglichen literarischen Kontext der Prosa, Gedankenlyrik oder des Dramas herausgelöst.
Sentenzen sind oft sehr leicht einzuprägen, dies liegt unter anderem an ihrer syntaktischen Geschlossenheit und kurzen Präzision. Viele so genannten geflügelten Worte sind Sentenzen.
Im Gegensatz zum Aphorismus steht die Sentenz gewöhnlich in Versform und ist allgemein verständlich.
Geschichte
In der antiken Rhetorik wurden die ersten Sentenzen gebraucht, etwa bei Tacitus, Seneca und Juvenal. Das Sentenzenwerk des Petrus Lombardus war ein einflussreiches Lehrbuch der mittelalterlichen Theologie. Vorwiegend Friedrich Schiller hat das Stilmittel der Sentenz in der Weimarer Klassik eingesetzt.
Beispiele
- "Die Axt im Haus erspart den Zimmermann" (Schiller, „Wilhelm Tell“).
- "Ernst ist das Leben, heiter die Kunst"
Die Sentenz ist ein sogenanntes Apophthegma.
siehe auch einfache Formen (A.Jolles).
