Shisha

Eine Shisha (türkisch, auch Nargileh (arabisch), Ghalyun (persisch), Sheesha, Hookah oder Huka) ist eine Wasserpfeife arabischen Ursprungs. Im Deutschen wird auch die englische Transkription shisha verwendet. In der Shisha wird traditionell Tabak mit Fruchtaroma geraucht.

Inhaltsverzeichnis

Wasserpfeifen

thumb|Arabische Wasserpfeife Die Shisha entspricht im Aufbau einer chemischen Waschflasche. Sie besteht aus mindestens vier Teilen: einem Gefäß, einer Rauchsäule, einem Topf und einem Schlauch. Das Gefäß wird Bowl oder Vase genannt. Es ist häufig verziert und besteht aus Glas oder Metall. Auf die Bowl wird die Rauchsäule gesteckt oder geschraubt. Sie ist im allgemeinen aus Metall, das mit Chrom oder Messing beschichtet wurde und ebenfalls verziert sein kann. Manche Rauchsäulen sind auch aus Holz gefertigt, was vielleicht gut aussieht aber nach einer Weile die Feuchtigkeit aufnimmt und anfängt zu "müffeln". Auf die Rauchsäule wird der Topf bzw. Kopf gesetzt. Es handelt sich dabei um ein kleines Gefäß aus Ton oder Metall, das an seiner Unterseite Löcher aufweist. An der Rauchsäule befindet sich mindestens ein "Rauchanschluss" für einen Schlauch. Es gibt auch Shishas mit zwei, drei oder vier Rauchanschlüssen. Moderne Shishas besitzen außerdem ein einfaches Druckventil an der Rauchsäule. Der Schlauch einer Shisha besteht oft aus Leder, Kautschuk oder Kunststoff. Es gibt noch unzählige Varianten: mit zerlegbarer Rauchsäule, Ablagetellern, anderen Materialien etc. Die Größe der zusammengesetzten Shisha ist sehr unterschiedlich. In Cafés werden meistens Shishas von 60 cm bis 90 cm angeboten.

Shishas werden gelegentlich mit Bongs verwechselt. Diese dienen allerdings fast ausschließlich dem Konsum von Hanfdrogen - anders als Shishas, die mit Fruchttabak gefüllt werden.

Funktionsweise

Um diese Pfeife zu rauchen, füllt man in das Gefäß Wasser und steckt den Aufsatz auf seine Öffnung. Das Rohr muss dabei etwa 2 bis 3 cm in das Wasser hineinragen und mit der Gefäßöffnung dicht abschließen. Danach befüllt man den Tabakkopf am oberen Ende des Aufsatzes mit speziellem Wasserpfeifentabak und deckt diesen mit einem Sieb oder gelochter Alufolie ab. Oben auf das Sieb bzw. die Alufolie legt man ein Stück glühende Wasserpfeifenkohle. Die Kohle kann bei nicht-aromatisiertem Tabak direkt auf den Tabak gelegt werden. Dies erfordert jedoch einiges Geschick und wird fast ausschließlich im arabischen Raum praktiziert. Durch die glühende Kohle wird die im Wasserpfeifentabak enthaltene Feuchtigkeit mit den Aromastoffen erhitzt und verdampft. Wenn man nun am Mundstück zieht, entsteht in der Flasche ein Unterdruck, der blubbernd durch Rauch aus dem Rohr ausgeglichen wird. Der Wasserpfeifentabak wird also nicht direkt verbrannt, sondern eher gedünstet. Aufgrund des langen Weges durch das Metallrohr, das Wasser und den Schlauch ist der aromatisierte Rauch sehr kühl und viel angenehmer als zum Beispiel der einer Zigarette. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, indem Eis ins Wasser der Bowl gegeben wird oder, damit sich der Wasserstand der Bowl beim Schmelzen nicht ändert, die Bowl in einen Eimer mit Eiswürfeln gestellt wird. Einige Shishas besitzen auch spezielle Behälter direkt an der Rauchsäule, sogenannte "Eis-Shishas".

Manchmal wird das Gefäß auch mit anderen Flüssigkeiten gefüllt, zum Beispiel Whiskey oder Rotwein. Bei alkoholhaltigen Getränken gelangt der Alkohol durch das Inhalieren über die Lunge in den Blutkreislauf.

Verbreitung

Die Shisha erfreut sich in Europa wachsender Beliebtheit. In vielen Städten gibt es bereits Cafés und Bars, in denen Wasserpfeifen bestellt werden können. Auch in Parks oder anderen öffentlichen Freizeiteinrichtungen gehen vor allem junge Menschen dem Shishakonsum nach. Die Wasserpfeife ist in vielen arabischen Ländern ein fester Bestandteil der Kultur - das gemeinsame Rauchen gilt als Symbol der Gastfreundlichkeit.

Tabak

thumb|Wasserpfeifentabak Der Wasserpfeifentabak ist ein spezieller Tabak, der aus einer Mischung von Tabak und Melasse besteht. Er ist deutlich feuchter als Pfeifen- oder Zigarrentabak. Vor allem im europäischen Raum wird aromatisierter Tabak geraucht. Er ist in vielen verschiedenen Geschmacksrichungen erhältlich. Die wohl bekannteste davon ist Doppelapfel; es gibt jedoch neben weiteren Apfelsorten ((Einfach-)Apfel, Dreifach-Apfel und Eskandarany-Apfel) noch viele andere Sorten, darunter Kirsche, Minze, Orange, Zitrone, Mango, Tutti-Frutti, Lakritz, Cola, Kaffee, Vanille, Banane, Bonbon, Aprikose, Cappuccino, Karamel, Kokosnuss, Jasmin, Mandarine, Pfirsich, Pistazie, Rose, Erdbeer, Melone. In arabischen Ländern, im Iran und Aserbaidschan wird mehrheitlich nicht aromatisierter Tabak geraucht. Teilweise wird der Tabak dort durch die Zugabe von Orienttabaken und Honig selbst aromatisiert. Seltener ist die Zugabe von Rosenwasser in der Bowl oder spezieller Hölzer zur Kohle.

Wasserpfeifentabak ist von seiner Konsistenz her nicht mit gewöhnlichem Tabak (Zigarette, Tabakspfeife) zu verwechseln und hat wegen seinem viel höheren Feuchthaltemittelanteil (ca. 27 %) eine klebrige, teigartige Konsistenz. Auf Grund dieser Feuchtigkeit tritt Wasserpfeifentabak derzeit mit geltenden Qualitätsmerkmalen der deutschen Tabakverordnung von 1977 in Konflikt, wonach Rauchtabak nur maximal 5% Feuchthaltemittelanteil enthalten darf. Seitdem der Zoll 2004 begann, die Einfuhr von gegen diese Richtlinie verstoßendem Tabak zu unterbinden, gibt es speziellen Tabak für den Deutschen Markt. Dieser wird von den Rauchern meist nachträglich mit Glycerin aus der Apotheke befeuchtet, was aber meist nicht die selbe Qualität hervorbringt wie Tabak, dem bereits bei der Produktion Feuchthaltemittel zugegeben wird.

Einige Raucher versuchen sich seither auch an der Eigenproduktion von Shishatabaken und bedienen sich hierzu zum Beispiel Anleitungen aus dem Internet. Meist führt dies aber nur zu geringem bis keinem Erfolg, da viel Übung und geeignete Zutaten benötigt werden.

Kohle

Die Wasserpfeifenkohle (auch Fachma genannt) ist meist Holzkohle ohne chemische Zusätze wie Petroleum, die zum Rauchen einer Shisha verwendet wird.

Man unterscheidet selbstzündende Kohletabletten,die Magnesium enthalten und so mit Hilfe eines Feuerzeugs angezündet werden können und je nach Art etwa 30 bis 60 Minuten glühen. Diese Kohletabletten besitzen in der Regel einen Einheitsdurchmesser von 33 bzw. 40mm. Als Alternative wird von einigen die sogenannte "Naturkohle" verwendet. Diese besteht häufig aus gepressten Kokosnussschalen (Cococha) mit einem sehr hohen Heizwert. Andere Arten von Naturkohle werden aus Orangen- oder Olivenbaumholz gewonnen. Diese Kohlearten sind meist schwefelfrei und besitzen eine Stabform. Um Naturkohle zum glühen zu bringen, empfiehlt es sich, einen Gaskocher aus dem Campingbereich oder einen kleinen Lötbrenner aus dem Baumarkt zu verwenden. Die Technik, diese Kohle auf einem Cerankochfeld oder auf einer ausgemusterten portablen Herdplatte durchzuglühen, ist weniger verbreitet. Die Mikrowelle eignet sich hingegen nicht so gut -- Kohle ist ein relativ guter elektrischer Leiter und erzeugt daher einen starken Funkenschlag im Mikrowellenherd, der das Gerät zerstören kann. Allerdings ist es technisch durchaus möglich die Kohl auf diese Art zu erhitzen. Mann sollte allerdings in kauf nehmen das die Microwelle durch beschädigungen und Verschmutzung nicht mehr zum erwärmen von Nahrungsmitteln geeignet ist. Bis zum endgültigen Defekt der Microwelle können problemlos bis zu 100KG Kohle darin erhitzt werden.

Schädlichkeit

thumb|Wasserpfeifenraucher Über die Schädlichkeit der Shisha bestehen keine gesicherten Erkenntnisse. Grundsätzlich dient die Wasserpfeife zum Tabakrauchen. Damit hat der Shisha-Konsum mindestens die gleichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit wie Zigaretten und andere Tabakprodukte, die inhaliert werden; durch die Zusatzstoffe im Tabak und da der wassergekühlte Rauch sich leichter tief einatmen lässt, könnte die Schädlichkeit der Wasserpfeife auch noch höher sein als die anderer Konsumformen. Die Mehrheit der Schadstoffe, wie Teer, werden auch nur zu einem kleinen Teil vom Wasser zurückgehalten. Glycerin zerfällt bei Erhitzen unter Sauerstoffmangel zum hochgiftigen Propenal, das aber nur in sehr geringen Mengen im Shisharauch enthalten ist.

In einer Studie vom April 2004 [1] zitiert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darüber hinaus Studien, denen zufolge die aufgenommenen Schadstoffmengen teilweise sogar größer seien als bei filterlosen Zigaretten. Dies gelte insbesondere für Teer und Kohlenmonoxid. Nach langjährigem Konsum von Wasserpfeifen ließen sich außerdem Verschlechterungen der Lungenfunktion sowie ein erhöhtes Risiko von Tumorerkrankungen feststellen.

See also: Shisha, 1977, 2004, Apotheke, Bong, Bundesinstitut für Risikobewertung, Chemie, Chrom, Frucht, Glycerin