Shuriken

Unter dem Begriff Shuriken (jap. 手裏剣) versammeln sich alle kurzen, japanischen Wurfwaffen. Der prominenteste Vertreter unter diesen Waffen sind die im Volksmund als "Ninjasterne" bekannten Wurfklingen.

Von einem kurzen Messer mit einer Spitze bis hin zu Wurfsternen mit acht Zacken sind sehr viele verschiedene Varianten der Wurfklingen bekannt. Manche der Wurfsterne haben drei, manche vier, fünf, sechs, sieben oder acht Spitzen, die - je nach Ausführung - spitz oder klingenförmig hergestellt und geschliffen und gespitzt sind.

Viele der Wurfklingen haben ein Loch in der Mitte, welches nicht nur den Transport der Wurfklingen vereinfacht (man steckt eine Schnur durch mehrere Klingen und befestigt diese am Gürtel), sondern auch das Gewicht verringert. Darüber hinaus geben die Klingen beim Flug je nach Größe des Loches ein hohes Sirren oder Pfeifen von sich, das den Gegner Angst einjagte, weil diese oftmals nicht wussten, von woher die Klingen geflogen kamen. Die anschließende Verwirrung konnte sich der Angreifer auf die verschiedensten Arten zunutze machen.

Wegen ihrer geringen Größe lassen sich die Shuriken natürlich sehr gut unter der Kleidung, am Gürtel, im Ärmel oder in der Hand verbergen - und ebenso schnell können sie geworfen werden. Shuriken sind in der Hand eines geübten Werfers eine wahrlich tödliche Waffe - aber auch "Neulinge" können, zumindest mit den sternförmigen Ausführungen, relativ leicht umgehen, da man bei den Wurfsterne im Gegensatz zu einem Wurfmesser nicht darauf achten muss, mit der Spitze zu treffen.

Den japanischen Ninjas sagte man nach, dass sie die Handhabung der Wurfklingen bis zur Perfektion verfeinert hatten. Manchmal wurden zusätzlich zur Schneid- bzw. Stichwirkung noch Gifte oder Pferdedung auf die Klingen gestrichen, so dass der Gegner, falls er die direkte Verletzung überlebte, am Gift oder einer Blutvergiftung (durch den Dung) starb.

Shuriken sind auf jedem fernöstlichen Hafen leicht zu besorgen und außerhalb Deutschlands auch im sortierten Waffenhandel zu erhalten. In den meisten Ländern fällt die Verwendung und der Besitz von Wurfsternen unter das Waffenrecht.

Seit dem 1. Mai 2003 sind Shuriken in Deutschland gesetzlich verboten.

Dazu zwei kurze Auszüge aus dem WaffG (deutsches Waffengesetz):

WaffG Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 bis 4) Waffenliste
Der Umgang mit folgenden Waffen und Munition ist verboten:
...
1.3.3 sternförmige Scheiben, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung zum Wurf auf ein Ziel bestimmt und geeignet sind, die Gesundheit beschädigen (Wurfsterne)

Als "Umgang" im Sinne dieses Gesetzes gilt:

WaffG §1 Gegenstand und Zweck des Gesetzes
Umgang mit einer Waffe oder Munition hat, wer diese erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, damit schießt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt.

See also: Shuriken, Japan, Japanisches Schriftsystem, Ninja, Süd-Ost-Asien, Waffe, Waffengesetz, Wurfmesser