Silane

Die Silane sind eine Stoffgruppe von Siliziumwasserstoffen, also Verbindungen die aus Silizium und Wasserstoff bestehen. Der Aufbau der Silane entspricht hierbei formal den Alkanen.

Die allgemeine Summenformel lautet: SinH2n+2 (n-Silan). Es gibt aber auch noch andere mögliche Strukturformeln: iso-, cyclo- und neo-Silane. Der Vorteil bei den Isomeren der Silane, wie zum Beispiel, beim iso-Heptasilan ist der niedrigere Schmelzpunkt gegenüber den n- und cyclo-Silanen, deshalb sind die iso-Silane besser für kältere Klimate geeignet.


Hier eine Übersicht der Silane:


Silan Summen-
formel
Monosilan SiH4
Disilan Si2H6
Trisilan Si3H8
Tetrasilan Si4H10
Pentasilan Si5H12
Hexasilan Si6H14
Heptasilan Si7H16
Oktasilan Si8H18
Nonasilan Si9H20
Dekasilan Si10H22
Undekasilan Si11H24
Dodekasilan Si12H26
Tridekasilan Si13H28
Tetradekasilan Si14H30
Pentadekasilan Si15H32
thumb|480px|Schmelz- und Siedepunkte der n-Silane
  H  H      H
   |  |      |
 H-Si-Si-...-Si-H
   |  |      |
   H  H      H
 

Die niedrigen Silane, das heißt die Silane mit ein bis vier Siliziumstoffatomen, sind sehr unbeständig und können sich an der Luft selbst entzünden und spontan verbrennen. Die "Reaktionsfreude" nimmt jedoch mit zunehmender Kettenlänge ab und schon Pentasilan reagiert nicht mehr selbstständig mit dem Sauerstoffanteil der Luft. Ab Heptasilan sind Silane nicht mehr selbstentzündlich.

Eine ungewöhnliche Eigenschaft der Silane ist, dass sie bei hohen Temperaturen um ca. 1900 °C auch mit dem Stickstoffanteil der Luft zu Siliziumnitrid und Wasser reagieren, wobei sehr viel Energie frei wird. Daraus ergibt sich eine potentielle Anwendung als Kraftstoff für Raketen beziehungsweise für Kraftfahrzeuge.

Beispiel für die stöchiometrische Verbrennungsgleichung von Heptasilan Si7H16 mit Luft,
die aus 20% Sauerstoff und 80% Stickstoff besteht:

16\;H + 4\;O_2 \rightarrow 8\;H_2O;

7\;Si + 16\;N_2 + 17\ dispergierte\ Si  \rightarrow 8\;Si_3N_4

Im folgenden errechnetem Beispiel wird (iso oder n)-Heptasilan verbrannt*:
(Das Wasser der Si-Dispersion geht hier keine chemische Bindung ein)

Ausgangsstoffe:

1 Si7H164 O216 N217 Si dispergiert in WasserGesamt
g/mol212,72554127,9952448,2144477,4535 (Si) + Wasser aus Dispersion 1.266,38864


zu

Verbrennungsprodukte:

8 Si3N48 H2OGesamt
g/mol1.122,2664144,12224 + Wasser aus Dispersion 1.266,38864

Wenn man also (Iso-/n-)Heptasilan als Kraftstoff einsetzen würde,
entstehen pro 100 kg Silan (+ 224,45 kg dispergiertem Silizium), 527,57 kg Siliziumnitrid und 67,75 kg Wasser.


Silane sind chemische Verbindungen der allgemeinen Form

SiR4 mit R = Wasserstoff, Alkyl, Chlor, etc.

Die Namensgebung erfolgte analog zu den Alkanen (analoge Kohlenstoffverbindungen). Die einfachste Verbindung ist das so genannte Monosilan SiH4, ein sich an Luft selbst entzündendes Gas. Wichtige weitere Verbindungen sind das chemisch weitgehend inerte Tetramethylsilan, sowie die ganze Reihe der Chlormethylsilane, insbesondere das Dichlordimethylsilan, welche als Ausgangsprodukte für die Silikon-Herstellung dienen.

Trichlorsilan ist ein Zwischenprodukt zur Herstellung von hochreinem Silizium für Mikrochips.

Aus Chlorsilanen und Chloralkylsilanen lassen sich durch Umsetzung in einer Knallgasflamme so genannte pyrogene Kieselsäuren erzeugen, ein wichtiger Füllstoff für Kunststoffe.

Spezielle als funktionelle Organosilane bezeichnete Silane finden als Haftvermittler zwischen anorganischen/mineralischen Oberflächen und Kunststoffen Verwendung.

Weblinks

See also: Silane, Alkane, Chemische Verbindung, Dekasilan, Disilan, Dispersion (Chemie), Dodekasilan, Füllstoff, Heptasilan, Hexasilan