Asilah

Asilah ist eine marokkanische Kleinstadt an der Atlantikküste, ca. 40 Kilometer südlich von Tanger. Sie hat etwa 19.000 Einwohner (Stand: 2004).

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Stadtbeschreibung

Die gut erhaltene Altstadt (arabisch: Medina) wird von einer Stadtmauer umgeben, die noch aus portugiesischer Besatzungszeit stammt. Ferner findet man in der Stadt eine ehemalige portugiesische Kirche und den im maurischen Stil erbauten Palais Er-Raissouli (1909), der heute ein Kulturinstitut beherbergt.

Direkt hinter der Stadtmauer am Atlantik befinden sich zwei Badestrände, von denen der eine von (hauptsächlich marokkanischen und spanischen) Touristen, der andere von der einheimischen Bevölkerung besucht wird.

Ebenfalls am Meer liegt ein alter Friedhof, dessen Gräber auf den ersten Blick wie normale kleine Häuser aussehen. Es gibt dort auch Heiligengräber (sogenannte Marabut) von marokkanischen Sufis (islamische Mystiker), die noch heute von den Einheimischen besucht werden.

Geschichte

In der Antike war die Gegend um die Stadt Asilah unter dem Namen Silis besiedelt, es hielten sich dort die Karthager und später die Römer auf.

Die Portugiesen eroberten im 15. Jahrhundert den Landstrich und nutzten den Hafen von Asilah für weitere Eroberungsbemühungen im Süden Marokkos; diese blieben allerdings erfolglos.

Nach den Portugiesen kamen die Spanier, die jedoch genauso erfolglos blieben.

Im Jahr 1691 eroberte der Marokkaner Moulay Ismail die Küstenregion um Asilah und konnte sie so schließlich für Marokko gewinnen. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ sich der Stammesführer Raissouli in der Stadt nieder und ernannte sie zu seinem Hauptquartier. 1906 ließ er sich dort sogar zum Pascha von Asilah ausrufen. Er tyrannisierte die Gegend, indem er Karawanen überfiel und einen britischen Journalisten sowie zwei US-Amerikaner entführte. 1924 wurde er schließlich von Widerstandskämpfern um Abd-el Krim gefangengenommen.

1978 wurde in Asilah ein internationales Kulturfestival gegründet, das seitdem alljährlich im August stattfindet und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland anzieht.

Seit 1989 wird alle zwei Jahre der Tchicaya-U-Tam'si-Preis verliehen; ein Preis für afrikanische Dichtung, benannt nach einem kongolesischen Schriftsteller. Mittlerweile wird Asilah von einigen Autoren als die Hauptstadt der afrikanischen und arabischen Schriftsteller betrachtet.

Persönlichkeiten

Durch das internationale Kulturfestival sind in Asilah einige Künstler ansässig, hier eine kleine Auswahl:

Weblinks

See also: Asilah, 15. Jahrhundert, 1691, 1906, 1909, 1924, 1978, 1989, 20. Jahrhundert, 2004