Singhalesen

Die Singhalesen sind die dominante ethnische Gruppe in Sri Lanka, sie zählen zur Volksgruppe der Sinhala sprechenden indogermanischen Bevölkerungsmehrheit. Die Singhalesen stellen rund 75% der Bevölkerung Sri Lankas da, die hauptsächlich in den zentralen und südwestlichen Landesteilen leben.

Die Volksgruppe teilt sich in zwei Hauptgruppen. Die eine Gruppe bilden die Kandy-Singhalesen, die im Bergland ansässig sind und eher traditionell und konservativ sind. Die andere Gruppe bilden die Singhalesen, die in der Tiefebene an der Küste Sri Lankas leben und eine eher kosmopolitisch und fortschrittliche Einstellung haben.

Die Singhalesen sind zum Großteil Anhänger des Theravada Buddhismus, der jedoch durch die Nähe zu Indien stark durch den Hinduismus beeinflusst ist. So beten die Singhalesen auch hinduistische Gottheiten an, von denen sie glauben, dass sie das tägliche Leben bestimmen. Auch das hinduistische Kastensystem spielt bei den Singhalesen eine wichtige Rolle. Es gibt unter anderem eine Kaste für Bauern, Fischer, Priester usw. Die in Sri Lanka üblichen Ehewünsche in den Zeitungen weisen meist auch die Kastenzugehörigkeit aus, da es üblich ist nur innerhalb einer Kaste zu heiraten.

Die größte Kaste bildet die Kaste der Bauern, deren Angehörige etwa die Hälfte der singhalesischen Bevölkerung ausmachen. Diese bauen zum Großteil Reis an, daneben werden aber auch Kokosnuss, Manioc, Tomaten, Kartoffeln und Zwiebeln kultiviert. Es wird auch immer wieder Marihuana angebaut, obwohl dies von staatlicher Seite unter strengster Strafandrohung verboten ist. In der Landwirtschaft sind moderne Maschinen eher selten anzutreffen, die meisten Arbeiten werden immer noch von Hand ausgeführt. Fast alle Bauernfamilien halten Vieh wie Wasserbüffel, Schafe, Ziegen, Hühner und Schweine.

Die singhalesischen Ehen sind normalerweise monogam. Es ist aber auch durchaus üblich, dass reichere Männer mehr als eine Ehefrau haben. Traditionsgemäß gibt es bei Eheschließungen keine Hochzeitszeremonie. Ein Mann und eine Frau begannen ohne offizielle Bestätigung, aber mit Einwilligung der Eltern, ein gemeinsames Leben. Heutzutage gibt es diese Art der Ehe selten und die meisten Paare heiraten mit einer Zeremonie und unterzeichnen einen Ehevertrag.

Seit dem Beginn der Unabhängigkeit der Insel im Jahr 1948 befinden sie sich in einem Dauerkonflikt mit der tamilischen Minderheit. Anfang 2003 wurde unter Vermittlung der UNO und der norwegischen Regierung ein offizieller Waffenstillstand zwischen den beiden Volksgruppen ausgehandelt.

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