Single Photon Emission Computed Tomography
Die Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) ist ein diagnostisches Verfahren zur Herstellung von Schnittbildern lebender Organismen. SPECT-Bilder zeigen die Verteilung eines Radiopharmakons im Körper. Sie eignen sich, je nach Art des Radiopharmakons, zur Beurteilung der Funktion verschiedener Organe.
Prinzip und Durchführung
Zu Beginn der Untersuchung wird dem Patienten ein Radiopharmakon (ein Radionuklid oder mit einem Radionuklid markierte Substanz) verabreicht, meist als Injektion in eine Armvene. Die verwendeten Radionuklide emittieren Gammastrahlung, die mit Gamma-Kameras detektiert wird. Eine oder mehrere solcher Kameras rotieren um den Körper. Aus der zeitlichen und räumlichen Verteilung der registrierten Zerfallsereignisse wird auf die Verteilung des Radiopharmakons zurückgeschlossen und eine Serie von zweidimensionalen Schnittbildern errechnet.
Vergleich mit anderen Verfahren
Die SPECT gehört wie die PET zu den funktionellen bildgebenden Verfahren: die erzeugten Bilder geben vor allem Aufschluss über Stoffwechselabläufe im untersuchten Körper. Die Morphologie des Körpers lässt sich hingegen nur grob beurteilen, da die Auflösung dafür zu gering ist. Die Röntgen-Computertomografie eignet sich besser zur Darstellung der Morphologie.
Im Vergleich zur PET ist SPECT weniger aufwändig und teuer. Hauptsächlich rührt der Unterschied von der Verwendung langlebigerer Radionuklide her. Diese müssen nicht, wie bei der PET, in nächster Nähe zum Scanner hergestellt werden. Der Hauptnachteil ist die im Vergleich zur PET geringere räumliche Auflösung.
In der nuklearmedizinischen Diagnostik mit SPECT wird allein auf Gamma-Strahler zurückgegriffen, da Alpha- und Beta-minus Strahler mit einem zu hohen Energieeintrag in das Körpergewebe des Patienten verbunden wären - letztere finden in der nuklearmedizinischen Therapie Verwendung. Darüber hinaus ist die mittlere, in Körpergewebe zurückgelegte Wegstrecke von Alpha- und Beta-Strahlung zu klein um direkt für die Bildgebung geeignet zu sein. Beta-plus Strahler werden bei der PET eingesetzt, dort wird allerdings die Fotonen-Emission (Gamma-Strahlung) als sekundärer (vom primären Positron oder Beta-+-Teilchen ausgelöster) Effekt (Vernichtungsstrahlung) genutzt.
