Xinjiang

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt die Autonome Region Xinjiang der VR China, für andere Bedeutungen siehe Xinjiang (Begriffsklärung).
新疆維吾爾自治區
Xīnjiāng Wéiwú'ěr Zìzhìqū
Abkürzung:(Pinyin: Jiāng)
Hauptstadt Ürümqi
Fläche
 - Gesamt
 - % Wasser
1. Stelle
1 660 000 km²
 ?
Bevölkerung


 - Gesamt 2002
 - Dichte

24. Stelle


19 050 000
11.5

Verwaltungstyp Autonome Region
Bild:China provinces xinjiang.png
ISO 3166-2-Kürzel CN-65
Bezirksebenen 14
Kreisebenen 99
Gemeindeebenen 1005

Xinjiang (deutsch auch Sinkiang; uighurisch: شىنجاڭ ئۇيغۇر ئاپتونوم رايونى Shinjang Uyghur Aptonom Rayoni) ist eine autonome Region im äußersten Westen der Volksrepublik China. Die Provinz wird überwiegend von der Volksgruppe der Uiguren bewohnt und hat daher den Status einer autonomen Region, es kommt jedoch immer wieder zu regionalen Unruhen mit der Forderung nach mehr Unabhängigkeit, da die Bevölkerung einem starken Sinisierungsdruck ausgesetzt ist. Der offizielle Name ist auf Chinesisch 新疆维吾尔自治区 Xīnjiāng Wéiwú'ěr zìzhìqū. Auf Uigurisch wird das Gebiet Dschungarai genannt. (Als Alternativbezeichnungen sind auch die Namen Ost-Turkestan/Chinesisch-Turkestan bekannt, die die temporäre historische Eigenständigkeit dokumentieren.)

Das starke Bevölkerungswachstum ist ausschließlich auf Umsiedlungen von Han-Chinesen zurückzuführen. Allein von 1949 bis 1973 nahm der Anteil der Han-Chinesen von 3,7% auf 38% zu. In der Hauptstadt sind heute bereits 50% der dort lebenden Bevölkerung Han-Chinesen. Die Uiguren unterliegen einem starken Druck der Volksrepublik, die eine rigide Sinisierung der einheimischen Bevölkerung anstrebt. In den 50er Jahren wurde zwangsweise das lateinische Alphabet für die uigurische Sprache eingeführt. Über 300.000 uigurische Bücher über Geschichte und Kultur wurden in der Hauptstadt verbrannt. Vorlesungen und Schulen in der Uigurischen Sprache wurden geschlossen. Seit 1964 führt die Volksrepublik China Kernwaffentests in Xinjiang durch. In letzter Zeit wird unter Begründung der Terroristenbekämpfung das muslimische Turk-Volk stärkeren Repressalien ausgesetzt und an der freien Religionsausübung gehindert.

Die Uiguren, die ab 1911 bis zum Einmarsch der Volksbefreiungsarmee 1949 in einem praktisch unabhängigem Ost-Turkestan lebten, sind ein 7,2 Mio. großes Volk. Die Staatsgründung Ost-Turkestans erfolgte durch die Uiguren bereits im Jahr 744 unter dem Namen Dschungarai.

Geographische Merkmale: Der Norden wird durch die Dsungarei gebildet, während der Großteil der Region durch das Tarim-Becken mit der darin liegenden Taklamakan-Wüste beherrscht wird. Gebirge sind der Kulun Shan im Süden, Tian Shan im Norden.

Das größte stehende Gewässer des Gebiets war einst der Lop Nor, bevor er durch Übernutzung des Tarims austrocknete. Für die ortsansässige Bevölkerung dürfte dies katastrophale Folgen (gehabt) haben. Die größten Flüsse des Gebiets sind / waren der Tarim und der Tschertschen-Darja, die beide einst im Lop Nor aufgingen, heute jedoch vollkomen übernutzt und chemisch belastet sind.

Nachbarstaaten: Afghanistan, Indien, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Pakistan, Russland, Tadschikistan. Die Grenze zu Indien und Pakistan liegt an der umstritteneren Region Kaschmir.
Die Grenzlinie der Provinz von 5.600 km entspricht einem Viertel der gesamten chinesischen Grenzlinie.

Nachbarprovinzen: Gansu, Qinghai, Xizang (Tibet).

Landwirtschaft: In Xinjiang werden z.B. Weintrauben angebaut, die für Reisende in andere Provizen ein beliebtes Mitbringsel darstellen. Auch Tomaten werden angebaut und in Form von Tomatenmark exportiert. Die Zuckerindustrie ist mit 12 Rübenzuckerfabriken vertreten. Die größte Fabrik der Region ist in Yili.

Bodenschätze: In den letzten Jahren sind große Erdöl- und Gasvorkommen besonders inmitten der Taklamakan-Wüste und in ihren Randbereichen gefunden worden, die nunmehr erschlossen und ausgebeutet werden.

Die chinesische Regierung baut derzeit einen Hafen im pakistanischen Gwadar um die wirtschaftliche Entwicklung von Xinjiang zu beschleunigen.


Im Februar 2003 wurde die Provinz von heftigen Erdbeben bis 6,8 auf der Richterskala erschüttert. Mindestens 261 Menschen verloren ihr Leben, etwa 10.000 Häuser hielten den Kräften nicht stand.

Literatur

Weblinks


See also: Xinjiang, 1949, 1964, 1973, 2003, Abkürzung