Siricius

Siricius, Patriarch von Rom vom 11. Februar 385 (nach anderer Überlieferung Dezember 384) bis 26. November 399. Sein Name bedeutet: aus der Stadt Siris stammend (griech.-latein.)

Siricius betonte erfolgreich die Vorrangstellung des Patriarchen von Rom vor den übrigen Patriarchen. Er war vor seiner Wahl einer der römischen Diakone; sein Gegenkandidat war der Presbyter Hieronymus. Nach Bernhard Domagalski führte nicht zuletzt diese Wahlniederlage zu dem negativen Bild, das Hieronymus von den Diakonen seiner Zeit zeichnete (vgl. ders., Römische Diakone im 4. Jahrhundert. Zum Verhältnis von Bischof, Diakon und Presbyter, in: Plöger, Josef; Weber, Hermann (Hg.), Der Diakon. Wiederentdeckung und Erneuerung seines Dienstes, Herder: Freiburg 2 1980, 44-56.)

In seinem Schreiben an Himerius von Tarragona findet sich eine Handlungsanweisung zur Häretikertaufe (eine nochmalige Taufe ist nicht erlaubt, die Aufnahme in die Katholische Kirche findet durch die Handauflegung statt!). Unter Siricius wird übrigens auch nochmals die Zölibatsvorschrift eingeschärft und im Rahmen der Synode von Karthago 397 eine Modifikation des Kanons der biblischen Schriften beschlossen – Siricius war also ein recht selbstbewusster und tätiger Patriarch.

Siricius war der erste Bischof von Rom, der sich als papa, also Papst, bezeichnete.

Sein Gedenktag ist der 26. November.

Siehe auch

Weblinks


Vorgänger
Damasus I.
Liste der Päpste
Nachfolger
Anastasius I.
Personendaten
Siricius
Papst von 385 bis 399
26. November 399

See also: Siricius, 11. Februar, 26. November, 384, 385, 397