Skalenerträge

Der (marginale) Skalenertrag entspricht der Steigung der Niveauproduktionsfunktion. Der marginale Skalenertrag zeigt an, um welchen Betrag sich die Produktion verändert, wenn der Einsatz aller Produktionsfaktoren marginal erhöht wird. Entspricht der Grenzproduktivität (Grenzertrag) bei partieller Faktorvariation.

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Skalenerträge

Skalenerträge (Größenkostenersparnisse, Economies of Scale) definieren in der Produktionstheorie der Betriebswirtschaftslehre und in der Mikroökonomie die Abhängigkeit der Produktionsmenge von den eingesetzten Produktionsfaktoren. Man spricht von konstanten Skalenerträgen, wenn eine Steigerung der Einsatzfaktoren x1,x2,.. um einen gegebenen Faktor eine Steigerung der Produktionsmenge um den gleichen Faktor zur Folge hat, wenn also für die Produktionsfunktion f gilt:

f(a\cdot x_1,a\cdot x_2,\dots)=a\cdot f(x_1,x_2,\dots)

Von steigenden Skalenerträgen spricht man, wenn die Produktionsmenge stärker steigt, als die eingesetzten Faktoren.:

f(a\cdot x_1,a\cdot x_2,\dots)>a\cdot f(x_1,x_2,\dots)

Für die unternehmerische Praxis interessant ist vor allem der Fall der steigenden Skalenerträge, in dem mit der Produktionsmenge die Grenzkosten sinken: Bei relativ niedrigen Produktionsmengen sind sowohl die Stückkosten eines einzelnen produzierten Exemplars bzw. einer Produktionseinheit, als auch die Grenzkosten (also die Kosten der letzten hergestellten Einheit) relativ hoch. Beide sinken mit steigender Produktionsmenge. Mathematisch ausgedrückt:

\frac{\partial c'}{\partial q} < 0

Hierbei stehen c' für die Grenzkosten und q für die erstellte Menge.

Positive Skalenerträge, also sinkende Grenzkosten, sind die ökonomische Erklärung für die Massenproduktion.

Sie treten aber auch bei der Erstellung praktisch aller öffentlichen Güter wie ÖPNV oder Elektrizität auf. In Wirtschaftszweigen mit unbegrenzt steigenden Skalenerträgen führt die (nur in der Theorie anzutreffende) vollständige Konkurrenz dazu, dass kein Produktionsbetrieb mehr seine Herstellkosten decken kann (was auch rein mathematisch beweisbar ist). Daher herrscht in solchen Wirtschaftszweigen vielfach ein (meist staatliches) Monopol.

Fallende Skalenerträge kommen beispielsweise in der landwirtschaftlichen Produktion vor, wenn mit steigendem Einsatz der Produktionsfaktoren wie Arbeit und Düngemittel keine Ertragssteigerung um den gleichen Faktor mehr möglich ist.

Die durch steigende oder fallende Skalenerträge erzielten Effekte nennt man auch Skaleneffekte.

Ursachen für steigende Skalenerträge

Skalenerträge lassen sich auf Einsparungen bei der Massenproduktion zurückführen:

Folgen

Steigende Skalenerträge werden als Grund für Unternehmenskonzentrationen genannt. Als Grund für Unternehmenszusammenschlüsse oder Kooperationen sind sie allerdings umstritten, da steigende Skalenerträge eine Produktionsstätte bedingen. Dies wäre nur denkbar bei folgender Spezialisierung der Einzelunternehmen (statt in zwei Unternehmen zwei Produkte zu produzieren, wird jeweils nur ein Produkt pro Produktionsstätte produziert).

Siehe auch

Weblinks


Dieser Text basiert teilweise auf dem Mikroökonomie-Glossar von Professor Wilhelm Lorenz und ist unter GNU-FDL lizenziert. Kategorie:Mikroökonomie

See also: Skalenerträge, Betriebswirtschaftslehre, Economies of Scope, Elektrizität, GNU-FDL, Grenzertrag, Grenzkosten, Herstellkosten, Massenproduktion, Mikroökonomie