Skat

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt das Kartenspiel Skat. „Skat“ ist auch die Bezeichnung des Sterns Delta Aquarii, siehe Skat (Fixstern).
Farben des französischen Blattes
Karo Herz Pik ♠ Kreuz ♣
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Farben des deutschen Blattes
Schellen Rot Grün Eichel
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Skat ist ein Kartenspiel für drei oder vier Spieler. Es wird mit einem Blatt - aus 32 Karten (7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass), und vier Farben bestehend - gespielt. Im Spiel gelten die Buben stets als höchste Trümpfe (Nullspiel ausgenommen). Die 10 rangiert zwischen König und Ass. Der Begriff „Skat“ geht nach allgemeiner Ansicht auf das lateinischstämmige Verb „scartare“ (ital.) bzw. «écarter» (frz.) zurück und bedeutet sinngemäß „Weggelegtes“, womit die beiden Karten gemeint sind, die beim Geben verdeckt beiseite gelegt werden.

Skat ist in Deutschland weit verbreitet und wird (im Gegensatz zu den meisten anderen Kartenspielen) auch sportlich organisiert betrieben, mit Skat-Verband, Vereinen, Ranglisten und sogar einer Bundesliga. In vielen Kneipen werden auch regelmäßig offene Skatturniere veranstaltet. In Mitteldeutschland und Süddeutschland spielt man überwiegend mit dem Deutschen Blatt, in Norddeutschland hingegen mit dem Französischen Blatt. Des Weiteren existiert das sogenannte Tournierblatt, das eine Mischung aus französischem und deutschem Blatt darstellt. (Die Farben sind deutsch, die Bilder französisch)

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Vergleich

Skat wurde in der „Skatstadt“ Altenburg erfunden. Am 1. Dezember 2001 wurde in Altenburg das Internationale Skatgericht gegründet, das über strittige Fälle entscheidet.

Inhaltsverzeichnis

Die Spielregeln

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Vergleich mit den französischen Spielkarten

Geben

Ein Skatspiel beginnt mit dem Geben. Der Geber mischt die Karten und lässt den rechts von ihm sitzenden Mitspieler (auch „Hinterhand“ genannt) abheben. Es müssen mindestens vier Karten abgehoben oder liegen gelassen werden. Dann wird reihum verdeckt ausgegeben. Zunächst bekommt jeder Spieler drei Karten, dann werden zwei Karten verdeckt als Skat abgelegt, daraufhin erhält jeder Spieler vier Karten und dann nochmal drei Karten („3-Skat-4-3“). Jeder Spieler hat nun also zehn Karten, zwei liegen im Skat. Wenn mit vier Spielern gespielt wird, setzt der Geber jeweils aus.

Reizen

Im Skat spielt stets ein Spieler gegen die beiden anderen. Durch das Reizen wird bestimmt, welcher Spieler diese Solorolle einnimmt.

Im Allgemeinen versucht ein Spieler, der Karten erhalten hat, die nach seiner Einschätzung ein Spiel bieten, welches gewonnen werden kann, das Spiel zu „bekommen“ (indem er reizt) und alleine zu machen, um Punkte zu erzielen. Wer jedoch schlechte Karten hat, wird nicht alleine spielen wollen, da er so nicht auf die Hilfe eines Partners hoffen kann und außerdem im Falle eines Verlusts der Spielwert doppelt mit Minuspunkten bestraft wird (siehe „Aufschreiben“).

Wenn mehrere Spieler daran interessiert sind, alleine zu spielen, bestimmt der Wert des beabsichtigten Spieles, wer alleine spielen darf. Der Spieler mit dem höchstwertigen Spiel wird alleine spielen.

Jeder Spieler ermittelt daher zuerst, welches Spiel (oder welche möglichen Spiele) er riskieren möchte. Der Wert der Spiele wird laut internationaler Skatordnung von zwei Faktoren bestimmt:

  1. der gewählten Trumpffarbe des Spiels
  2. der Anzahl der „Spitzen“ + angesagter „Gewinngrad“

Jeder Farbe ist ein Wert fest zugeordnet: Kreuz = 12, Pik = 11, Herz = 10, Karo = 9. Im Grand-Spiel, bei dem nur die Buben Trümpfe sind, ist der Faktor 24. Eine Ausnahme bilden Null-Spiele, deren feste Werte nicht multipliziert werden: Null = 23, Null Hand = 35, Null Ouvert = 46, Null Ouvert Hand = 59.

Zur Bestimmung des Spitzen-Faktors gilt für die Buben die Reihenfolge Kreuz - Pik - Herz - Karo, wobei Kreuz der höchste, Karo der niedrigste Bube ist. Je nach Vorhandensein der (höheren) Buben unterscheidet man die Spitzen-Faktoren Mit (Zahl) und Ohne (Zahl):

Hat ein Spieler den Kreuz-Buben, ist der Faktor die Anzahl der lückenlos folgenden Buben und weiteren Trümpfen (Ass, 10, König usw.) der Trumpffarbe. Fehlt einer, so werden weitere nicht mitgerechnet.

Beispiele:

Ist der Kreuzbube nicht vorhanden, so zählt man die „Lücken“ bis zum ersten vorhandenen Trumpf. Hierbei zählen allerdings auch die im Skat liegenden, dem Spieler noch unbekannten Karten mit.

Beispiele:

„Ohne“ zu reizen ist riskant, da sich die Anzahl der Spitzen und somit der Spielwert durch die im Skat gefundenen Karten verringern kann. Das Spiel ist dann überreizt und gilt als verloren, wenn der Wert des Spielergebnisses am Ende nicht mindestens den gereizten Reizwert besitzt.

Beispiel:

Das Spiel ist nun überreizt, wovon die Gegenspieler aber zunächst nichts wissen. Der Alleinspieler muss nun durch geschicktes Spielen das Spiel auf mindestens 36 aufwerten, beispielsweise indem er es durch „Schneider“ wieder aufwertet, etwa: Mit 1, Spiel 2, Schneider 3 mal Kreuz(12) = 36. Gelingt ihm dies nicht, gilt das Spiel als verloren.

Der Gewinngrad ist im einfachsten Fall 1 und erhöht sich folgendermaßen:

oder:

Aus der Multiplikation der Trumpffarbe mit dem Spitzenfaktor (plus Gewinngrad ) ergibt sich, wie hoch gereizt werden kann. Z. B.:

Beim Geber anfangend werden die Rollen beim Reizen im Uhrzeigersinn festgelegt: „Geben, Hören, Sagen, Weitersagen“.

Der Spieler, der mit Sagen dran ist, sagt dem Hörer solange den nächsten Wert einer festen Folge, wie dieser mitgeht, oder bis er seinen errechneten Spielwert erreicht hat und danach „passen“ muss. Die Folge ergibt sich aus den möglichen Spielwerten: 18 (2*Karo), 20 (2*Herz), 22 (2*Pik), 23 (Null-Spiel), 24 (2*Kreuz), 27 (3*Karo), 30 ,33, 35 (Null Hand), 36, 40, 44, 45, 46, 48, 50 usw. Häufig wird in der Praxis nur die Einerstelle („Vier“ statt „24“ oder statt 23 „Null“) gesagt. Daraus ergibt sich die mysteriös anmutende Reihe: 18, 20, 2, 0, 4, 7, 30, 3, 5, 6, 40 usw.

Der Hörer antwortet, ob er diesen Wert auch spielen will/kann, indem er mit „ja“, „weg“, „passe“ oder auf ähnlich deutliche Weise antwortet. Ist auf diese Weise einer der beiden aus dem Reizen ausgestiegen, so ist nun der nächste Mitspieler mit „Weitersagen“, also bei Spiel zu dritt der „Geber“, an der Reihe. Er kann mit dem Reizen fortfahren oder passen.

Auf diese Weise wird ermittelt, welcher der Spieler das „Spiel macht“. Er spielt allein gegen die anderen beiden Spieler.

Wenn er nicht „Hand“ spielen möchte, nimmt er dann den Skat in sein Blatt auf und muss danach wieder zwei beliebige Karten verdeckt ablegen (drücken). Die abgelegten Karten bzw. der nicht aufgenommene Skat zählt bei der Abrechnung zu seinen Stichen. Es lohnt sich also, nicht nur unpassende, sondern auch hochwertige Karten zu drücken.

Danach sagt er sein „Spiel“ an, indem er eine der Farben oder die Buben (Grand) als Trumpf auswählt oder ein „Nullspiel“ ansagt. Bei Handspielen, also wenn er den Skat nicht aufnimmt, kann er zusätzlich eventuell noch Schneider oder Schwarz ansagen, was das Spiel für ihn schwieriger macht jedoch den Punktwert erhöht. Das angesagte Spiel muss am Ende mindestens dem gereizten Wert entsprechen bzw. dieser muss durch Schneider oder Schwarz der Gegner erreichbar sein. Andernfalls hat sich der Spieler überreizt und automatisch verloren.

Spielen

Der Spieler links vom Geber spielt als erster eine beliebige Karte aus. Die anderen Spieler müssen dann im Uhrzeigersinn ebenfalls eine Karte der selben Farbe bedienen.

Hat ein Spieler keine Karte dieser Farbe, so darf er eine andere Farbe spielen. Spielt er einen „Trumpf“, so spricht man davon, dass er „sticht“. Die Buben sind auch Trumpfkarten, und stechen alle Farbtrümpfe. Spielt er eine andere Farbe, so wirft er ab. Je nachdem, ob der Stich vermutlich dem Gegner oder dem Partner zufallen wird, versucht man unpassende Karten loszuwerden oder zu schmieren (buttern), dem Partner Punkte zukommen zu lassen.

Haben alle drei Spieler eine Karte gespielt, so bekommt derjenige Spieler die drei Karten, welcher die höchste Karte der geforderten Farbe gespielt hat. Hierbei gilt die Rangfolge Ass, 10, König, Dame, 9, 8, 7. Karten anderer Farben spielen keine Rolle und gewinnen den Stich nie. Die Ausnahme ist hierbei die Trumpffarbe. Sind Trumpfkarten dabei, so entscheidet die höchste Trumpfkarte, wer die Karten bekommt.

Beim Nullspiel ändert sich die Reihenfolge der Karten, siehe Sonderspiele.

Wertung

Die Stiche der beiden Gegenspieler werden zusammengezählt, beim Solospieler werden die gedrückten Karten bzw. der nicht aufgenommene Skat mitgezählt. Die Summe der Kartenwerte wird wie folgt ermittelt: 7 bis 9 zählen keine Punkte (sie werden im Spielerjargon auch Luschen genannt), die 10 zählt 10 Punkte, ein Bube 2, eine Dame 3, ein König 4 und ein Ass 11 Punkte.

Insgesamt sind also 120 Punkte im Spiel. Hat derjenige, der das „Spiel“ macht, 61 Punkte, so hat er gewonnen. Hat er Schneider oder Schwarz angesagt oder so hoch gereizt, dass er die zusätzlichen Zähler benötigt, braucht er 90 Punkte bzw. alle 10 Stiche (120 Punkte), um zu gewinnen.

Es ist zu beachten, dass ein Spieler, der höher gereizt hat, als sein Spiel wert war, verliert. Es kommt vor, dass sich ein Spieler „überreizt“, wenn er im Skat einen Buben findet. Hat er z. B. basierend auf „ohne 4“ gereizt und findet den Kreuz-Buben im Skat, dann sinkt sein Spitzenfaktor plötzlich auf „mit 1“. Dadurch kann er gezwungen sein, ein anderes als das vorgesehene Spiel anzukündigen, um auf den Wert zu kommen, den er beim Reizen angesagt hat.

Der Verlierer eines Skatabends schreibt immer beim nächsten Mal auf, was als Anreiz gesehen wird, nicht Letzter zu werden.

Sonderspiele

Außer dem beschriebenen Normalfall gibt es Sonderspiele für den Fall, dass der Alleinspieler besonders niedrige, also in normalen Spielen schlechte Karten hat:


Diese Spiele gelten jeweils als gewonnen, wenn der Alleinspieler keinen Stich bekommt. Die Punktwertung spielt hier keine Rolle. Die Spiellogik wird dadurch quasi auf dem Kopf gestellt.

Bei allen Nullspielen sind die Karten anders gereiht. Es gibt keinen Trumpf, die Reihenfolge ist Ass-König-Dame-Bube-10-9-8-7 (man sagt, „die 10 und der Bube sind eingereiht“).

Die Variante „Hand“ kann auch bei Farbspielen oder beim Grand gespielt werden; wer „Hand“ spielt, erhöht seinen Spitzenfaktor beim Reizen um eins. Bei allen Spielen außer einer „Null“ gilt „Hand“ als Voraussetzung für offene Spiele („Ouvert“).

Aufschreiben

Im allgemeinen werden viele Spiele gemacht, so dass man für jeden Spieler eine Spielwertung notiert. Der Wert des Spiels ergibt sich, wie unter „Reizen“ erklärt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Punkte zu notieren:


Eine Spielliste ist hier zu finden: [1]

Varianten

Neben den in der Internationalen Skatordnung festgelegten Regeln gibt es zahlreiche Varianten und inoffizielle Zusatzregeln. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man sich also vor dem Spiel genau auf die Regeln verständigen.

Einen ausführlichen, umfassenden und vor allem strukturierten Überblick über inoffizielle Skatvarianten gibt folgendes Dokument: [[2]]

Redensart

Einige Ausdrücke des Skatspiels und Redensarten der Skatspieler haben Einzug in die deutsche Umgangssprache gefunden, z.B. Trumpf, ausstechen oder sich schwarz ärgern.

siehe auch: Preisskat

20px|Wiktionary Wiktionary: Weiteres zur Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen von Skatausdruck

Literatur

Günter Kirschbach, Rolf Lisker, Hans-Heinrich Benner: Das Altenburger Skatbuch, Verlag Tribüne, Berlin 1986 ISBN 3-7303-0012-1

Weblinks

See also: Skat, 1. Dezember, 2001, Altenburg, Kartenspiel, Lusche