Slawisches Henochbuch

Das slawische Henochbuch ist ein apokryphes, apokalyptisches Buch und erzählt von den Erlebnissen des Henoch vor seiner Aufnahme in den siebten Himmel.

Das slawische Henochbuch hat einen apokalyptischen Charakter und ist vermutlich im ersten Jahrhundert n. Chr. entstanden. Ursprünglich war es wohl auf griechisch geschrieben, heute ist aber nur noch eine kirchenslawische Übersetzung erhalten geblieben. Dem Namen nach soll der Verfasser der im biblischen Buch Genesis erwähnte Henoch gewesen sein, der es aber sicher nicht geschrieben hat. Die Schrift lässt sich grob in drei Bereiche aufteilen: Der Bericht über die sieben Himmel, die Unterweisung des Henoch durch Gott, die Mahnreden des Henoch an seine Söhne und die Fürsten des Volkes.

Nach diesem Buch sind die Namen der Söhne Henochs: Metusalem (Metuschelach), Regim, Rim, Azuchan, Chermion.

Inhalt

Zwei Engel nehmen Henoch mit sich und zeigen ihm die Himmel:

Gott weist den Erzengel Bretil an, Henoch Feder und Papier zu geben und ihm alle Dinge über Himmel, Erde und Meer zu diktieren; nach dreißig Tagen hat Henoch 360 Bücher geschrieben. Danach beschreibt Gott Henoch die Erschaffung der Welt. Daraufhin schickt ihn Gott zurück zur Erde, um seinen Söhnen innerhalb von dreißig Tagen alles zu berichten und ihnen die Bücher zu bringen. An dieser Stelle erwähnt Gott bereits die kommende Sintflut.

Zurück auf der Erde hält Henoch zuerst seinen Söhnen eine Rede, erzählt von allem Geschehenen, warnt vor Sünde und ermahnt mehrmals und in vielfältiger Weise zum rechten, gottgefälligen Leben. Später mahnt er die Ältesten des Volkes in ähnlicher Weise und erzählt vom Lohn des gerechten Lebens. Das Buch endet mit der Aufnahme Henochs in den obersten Himmel.

Siehe auch: Äthiopisches Henochbuch

See also: Slawisches Henochbuch, 1. Buch Mose, Apokalypse, Apokryphen, Cherubim, Engel, Erzengel, Griechische Sprache, Henoch, Himmel (religiös)