Smog

Als Smog wird eine durch Emissionen verursachte Luftverunreinigung bezeichnet, die insbesondere in Großstädten auftritt.
Der Begriff ist ein Kofferwort und setzt sich zusammen aus den englischen Worten "smoke" (Rauch) und "fog" (Nebel). Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in London (England) geprägt, als Smog dort eine häufige Erscheinung war und zu dieser Zeit auch "London Peculiars" (Londoner Eigenheiten) genannt wurde. Aufgrund einer schweren Smog-Katastrophe wurde dann ein "Clean Air Bill" verabschiedet, ein Bündel von Maßnahmen, um die Luftqualität in der Metropole nachhaltig zu verbessern. Seither gibt es diese Art von Wintersmog in London kaum mehr. Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt er die Anwesenheit von Luftschadstoffen in gesundheitsschädlichen und sichtbeeinträchtigenden Konzentrationen.
Wissenschaftlich gesehen bezeichnet Smog stark erhöhte Luftschadstoffkonzentrationen über dicht besiedeltem Gebiet infolge besonderer meteorologischer Bedingungen. Generell tritt Smog nur während windschwachen Lagen auf. Auch eine ungünstige Topographie (Tal-, Kessellage) fördert die Entstehung von Smog.

Inhaltsverzeichnis

Wintersmog

Diese Art von Smog wird auch Wintersmog oder London-Smog genannt. Es handelt sich um reduzierenden Smog.
Die Mischung aus Rauch (Ruß, Schwefeldioxid (SO2), Staub) und Nebel kann sich unter ungünstigen Bedingungen (inverse Wetterlage) lange über einer Stadt halten und ist meist gesundheitsschädlich. Der Rauch stammt dabei aus verschiedenen Quellen wie kalorischen Kraftwerken und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Sekundärschadstoffe, wie H2SO3 (schweflige Säure), H2SO4 (Schwefelsäure) bilden sich aus SO2 und H2O (Wasser) und führen zu Pflanzenschäden, Gebäudeschäden und beim Menschen zu Reizungen der Atemwege und Augen. Auch flüchtige Bestandteile von Lacken und anderen Lösungsmitteln und Dämpfe aus der chemischen Industrie mischen sich mit Nebel zu Smog.

thumb|200px|Aufnahme von Santiago de Chile ca. 1 Stunde nach Regenfall

thumb|200px|Aufnahme von Santiago de Chile 1 Tag nach Regenfall

Sommersmog - Ozon

Die andere, heutzutage häufigere Smog-Art, ist der Photosmog (auch Sommersmog, Ozon-Smog oder LA-Smog genannt). Es handelt sich um oxidierenden Smog.
Er tritt in den wärmeren Monaten des Jahres auf, wenn die einfallende UV-Strahlung in Verbindung mit NOx, Wasserstoffperoxid, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff-Emissionen (Methan und andere organische Verbindungen ohne Methan, die NMVOC), zu erhöhten Konzentrationen an Ozon, PAN, Aldehyden, HNO3 führt.
Zur Bildung hoher Ozonkonzentrationen müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Das Vorhandensein der beiden Vorläuferstoffe NOx und NMVOC, intensive Sonnenstrahlung und eine mehrere Tage andauernde stabile Schönwetterperiode, die zu einer Speicherung von Ozon innerhalb der atmosphärischen Mischungsschichten führt.

Ozonalarm

In mehreren europäischen Ländern (etwa in Frankreich und der Schweiz) existieren Gesetze, die beim Überschreiten bestimmter Ozonkonzentrationen niedrigere Geschwindigkeitsbeschränkungen oder sogar Fahrverbote vorschreiben. In Deutschland liegt dies in der Verantwortung der Länder. Ein bundeseinheitliches Sommersmoggesetz war von 1995 bis 1999 gültig.

In Deutschland wurde zum ersten Mal am 26. Juli 1994 für das Bundesland Hessen ein solcher Ozonalarm ausgelöst, da die Konzentration von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten worden war, es galt drei Tage lang Tempo 90 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen.

Wirkung von Smog auf den Menschen

Kohlendioxidkonzentrationen von mehr als 0,01% führen zu Kopfschmerzen und Übelkeit. Hohe Konzentrationen führen zu Bewusstlosigkeit und zum Tod durch Atemlähmung. Stickoxide und Ozon reizen die Schleimhäute und können zu chronischen Atemwegserkrankungen führen. Kohlenwasserstoffverbindungen können krebserregend sein.

Zwischen dem 5. Dezember 1952 bis zum März 1953 bedeckte giftiger Smog die Stadt London und kostete wahrscheinlich 12.000 Einwohnern der Stadt das Leben. Die Britische Regierung weigerte sich, den Rauch durch die intensive Nutzung von Kohle als Energielieferant als Ursache der Tode anzuerkennen und schob eine Grippeepedemie vor.

Smog ist noch immer ein Problem vieler Großstädte. Bei hohen Schadstoffkonzentrationen sind einige Städte dazu übergegangen, Fahrverbote für Kraftfahrzeuge auszusprechen.

Allerdings ist nicht jede Regierung und Verwaltung aus wirtschaftlichen Gründen bereit, das Phänomen "Smog" anzuerkennen.

Gesetzliche Regelungen

Seit Januar 2005 gelten neue, strenge EU-Grenzwerte für Dieselruß und andere Staubteilchen. Bei starker Luftverschmutzung können deshalb sogar Fahrverbote angeordnet werden. In Deutschland ist außerdem im Gespräch, den Schadstoffausstoß von PKW und LKW durch neue Tempo-30-Zonen zu senken. Nach Einführung der LKW-Maut ist in Deutschland auch eine City-Maut für Innenstädte angesprochen worden. Der Deutsche Städtetag rechnet damit, dass ab Januar 2005 zahlreiche Anwohner von Hauptverkehrsstraßen bei Verwaltungsgerichten auf Durchsetzung der EU-Richtlinie klagen.

Siehe auch

Weblinks

See also: Smog, 1952, 1953, 1994, 2005, 26. Juli, 5. Dezember, Aldehyd, Dampf, Deutscher Städtetag