Somali (Volk)

Somalis bzw. Somalier sind ein ostafrikanisches Volk, das rund 95% der Bevölkerung Somalias (Somaliland und Rest-Somalia) ausmacht. Ein Zweig der Somalis, die Issa (Nordsomalier), bilden auch über 50% der Bevölkerung in Dschibuti und fordern den Anschluß an Somalia bzw. Somaliland (nicht verwechseln mit den Issaq, einem anderen nordsomalischen Stamm). Etwa ein Drittel aller Somalis liebt in in Äthiopisch-Somaliland (Ogaden). Dort sind Somalis ebenso in der Mehrheit wie die den Somalis verwandten Oromo in der äthiopischen Provinz Oromiya.

Die Somalis sind überwiegend viehzüchtende Nomaden und zu 98% Muslime (fast ausschließlich Sunniten). Als solche gerieten sie in der Geschichte wiederholt und beinahe zwangsläufig vor allem mit christlichen Ackerbauern Äthiopiens aneinander. Zur vermeintlich somalisch-äthiopischen "Erbfeindschaft" siehe Adal und Ogadenkrieg.

Somalis sind faktisch ein Mischvolk aus kuschitischen Afrikanern (Hamiten, auch Äthiopier sind Nachkommen der Kuschiten) und eingewanderten Südarabern (Semiten), was sich noch heute deutlich an der Sprache der Somalis erkennen läßt. So wie die Somalis allmählich arabisiert worden waren, wurden die ebenfalls kuschitischen Oromo (Galla) im Laufe der Zeit faktisch somalisiert. Heute stellen Oromo die Bevölkerungsmehrheit nicht nur in Oromiya, sondern in auch ganz Äthiopien.

Obwohl Somali im Deutschen sowohl Einzahl als auch Mehrzahl ausdrücken kann, so ist es doch ein Wort im Singular, bezeichnet also nur einen einzelnen Angehörigen dieses Volkes. Als Plural rivalisieren Somal (korrekte Form im Arabischen und Somalischen), Somalis (anglisierte Form) und Somalier (ein oder mehrere Staatsbürger Somalias) miteinander und werden fälschlicherweise oftmals synonym (mit Somali) verwendet.

See also: Somali (Volk), Adal, Dschibuti, Kuschiter, Muslime, Nomaden, Ogaden, Oromiya, Oromo, Somali (Sprache)