Sommerloch

Gemeinde Sommerloch in Rheinland-Pfalz, siehe: Sommerloch bei Bad Kreuznach


Das Sommerloch ist ein Phänomen der Presse, besonders der Tagespresse und der Nachrichtenagenturen.

In der Ferienzeit, wenn die meisten Menschen an Urlaub und Erholung denken, scheint es wirklich in der Welt weniger Neues zu geben - man spricht oder schreibt von einer "nachrichtenarmen Zeit".

Doch auch die Leserschaft von Zeitungen geht zurück, am Strand oder in der Sommerfrische scheinen Nachrichten weniger wichtig zu sein, Parlamente machen ihre Sommerpause, Theater und Schulen sowieso, die Journalisten mit ihren Familien entsprechend ebenfalls. Und so gehen auch die Inserate und Anzeigen in den Zeitungen zurück, damit natürlich auch der Erlös, und nur die Fixkosten bleiben. Man spricht manchmal auch von der Saure-Gurken-Zeit und von den Hundstagen.

Viele Zeitungen bereiten sich während des Jahres auf diese Zeit vor und bringen verlockende, zeitlose oder scheinaktuelle Themen aus dem Archiv, die Inserenten werden mit Boni gelockt und jede auswertbare Nachricht wird dankbar aufbereitet. Diese nachrichtenarme Zeit ist auch die Geburtsstunde von so mancher Zeitungsente, kurz auch nur Ente genannt. Denn nur zu oft werden leichtsinnig und unkritisch scheinbare "Nachrichten" übernommen, um die Seiten zu füllen und die Leser zu unterhalten. Im Web entstehen dazu oft die recht unterhaltsamen Legenden, die so genannten modernen Legenden.

In diesem nachrichtenarmen Sommerloch schaffen es aber auch Nachrichten in die Medien, die sonst ignoriert würden. So ist das Sommerloch für Randsportarten, politische Hinterbänkler etc. die Chance in Zeitungen, Hör- und Fernsehfunk zu kommen.

Sommerloch-Themen in Deutschland

Literatur

See also: Sommerloch, 1994, 1996, 1998, 2003, 2004, Archiv, Baggersee, Ferien, Fixkosten