Sonnenschein

Der Sonnenschein ist der Lichtschein der Sonne, also die Wirkung der Sonnenstrahlen auf der Erde. Er entsteht, wenn am Tag die zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ausgestrahlten Lichtstrahlen die Erdoberfläche erreichen.

Wird die Sonne während des Tages durch Wolken oder andere Objekte verdeckt, so werfen diese einen Schatten auf die Erdoberfläche. In diesen Zonen herrscht jedoch keineswegs völlige Dunkelheit, da es auch dort zu diffuser Reflexion kommt. Auch in der Nacht herrscht keine völlige Dunkelheit, so bildet das Licht des Mondes den Mondschein.

Bei Sonnenschein herrscht eine relativ höhere Helligkeit der Umgebung. Bemerkbar ist dies beispielsweise an einer geringeren Öffnung der menschlichen Iris, der Blende des Auges. Fotoapparate erlauben bei Sonnenschein daher kürzere Verschluss- bzw. Belichtungszeiten.

thumb|Abbildung Sonnenschein

Inhaltsverzeichnis

Sonnenschein und Sonnenenergie

Unter Globalstrahlung versteht man die auf einen waagrecht gelegenen Quadratmeter der Erdoberfläche auftreffende Sonnenenergie. Für Deutschland ergibt sich ein für Tag/Nacht, geographischer Breite, Sonnenschein/Bewölkung gemittelter Wert von 110 W/m². Bei Sonnenschein ist dieser Wert am höchsten.

Pflanzen benutzen diese Energie zur Photosynthese. Eine verbreitete Nutzungsmöglichkeit der Sonnenenergie im Rahmen der Solartechnik ist die Wandlung in Wärme durch so genannte Sonnenkollektoren (Solarthermie). Sie kann jedoch auch mit Hilfe der Photovoltaik in elektrische Energie umgewandelt werden (Solarstrom).

Sonnenschein in der Meteorologie

Die Zeit, in der in einer wolkenlosen und ungetrübt klaren Atmosphäre, ungehindert von Bergen am Horizont, an einem bestimmten Ort Sonnenschein möglich ist, wird als Astronomische Sonnenscheindauer bezeichnet. Sie hängt von der geographischen Breite und der Jahreszeit ab.

Die tatsächliche Sonnenscheindauer ist jedoch oft wesentlich kürzer. Im Allgemeinen sind es Wolken, die Sonnenschein verhindern, doch auch andere Ursache wie Smog können dazu beitragen, dass das Sonnenlicht die Erdoberfläche nur gefiltert erreicht. Des Weiteren können Sandstürme und die bei Vulkanausbrüchen in die Atmosphäre geschleuderten Vulkanische Aschen die Sonneneinstrahlung beeinträchtigen. Die Sonnenscheindauer dient der näherungsweisen Abschätzung der Einstrahlung an einem bestimmten Ort und gibt gleichzeitig Hinweise auf die Stärke der Bewölkung.

Sonnenscheindauer in Deutschland

Die durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer liegt in Deutschland je nach Ort zwischen 1300 und 1900 Stunden pro Jahr. Der Mittelwert sind 1550 Stunden Sonnenschein pro Jahr.

Spitzenwerte der Sonnenscheindauer weltweit

An einigen besonderen Orten scheint die Sonne an fast jedem Tag des Jahres. Lediglich in der Sprache der australischen Ureinwohner (Aborigine) existiert mit der Bezeichnung "Alunga" ein Wort für einen einen Ort mit mehr als 300 Tagen Sonnenschein im Jahr. Zu den internationalen Spitzenreitern der Sonnenscheindauer gehören:

Bild nicht gefunden
Heliograph nach Campbell-Stokes

Messverfahren

Das gängigste Messgerät für die Sonnenscheindauer ist der Sonnenscheinautograph (Heliograph, Pyroheliometer) [[1]] nach Campbell-Stokes. Bei diesem Gerät werden die Sonnenstrahlen durch eine Linse gebündelt, so dass sie in einem Papierstreifen eine Spur einbrennen. Aus der Länge der Brennspur lässt sich die Sonnenscheindauer bis auf eine zehntel Stunde genau ablesen.

Heutzutage werden aber auch photoelektrische Sensoren für die Sonnenscheindauer-Messung eingesetzt. Die Sensoren messen die Sonnenscheindauer allerdings stets indirekt. Sie messen die Bestrahlungsstärke, und wenn diese einen international festgelegten Grenzwert überschreitet, wird Sonnenschein angenommen.

Insgesamt nehmen in Deutschland rund 270 Stationen des DWD Sonnenscheinmessungen vor.


Kategorie:Meteorologie Kategorie:Solarenergie

See also: Sonnenschein, Aborigine, Bestrahlungsstärke, Boulder (Colorado), Breitengrad, Brennen, Calvià, Digne-les-Bains, Dunkelheit, Elektrische Energie