Sophienkirche (Dresden)
thumb|300px|Sophienkirche und Umgebung um 1919 thumb|300px|Dresdner Zwinger und Sophienkirche um 1900 thumb|300px|Kronentor und Sophienkirche, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Dresdner Sophienkirche, bzw. deren Ruine (1945-1962), stand auf dem Postplatz in Dresden. Sie war vor Ihrer Zerstörung 1945 einzige gotische Kirche der Stadt.
Um 1250 gründeten die Franziskaner-Konventualen (Minoriten, Barfüßer) ein Kloster und bauten eine einfache Saalkirche. Ab 1331 wurde das Gebäude zu einer zweischiffigen Hallenkirche mit zwei gleichartigen Chorabschlüssen ausgebaut. An der Südostecke der Kirche entstand um 1400 die Kapelle der angesehenen Familie Busmann (Busmannkapelle). 1387 wurde Lorenz Busmann Mitglied des Dresdner Rates und stand auch in den Jahren nach 1400 der Stadt Dresden als Bürgermeister vor. Die Kapelle diente der Stifterfamilie als Begräbniskapelle. Nach der Reformation stand sie leer, wurde 1610 wieder als lutherische Kirche eingeweiht auf Betreiben der Kurfürstin von Sachsen, Sophie von Brandenburg.
Die Kirche fiel in der Schreckensnacht des 13. Februar 1945 dem Luftangriff auf Dresden zum Opfer. Trotz großer Proteste von Dresdner Denkmalpflegern, Architekten und Bürgern wurden die Reste der Kirche 1962 auf Beschluss der Partei- und Staatsführung der DDR abgerissen. Am Vorabend des 1. Mai 1963 verschwanden die letzten Teile dieser ältesten Kirche in Dresdens Innenstadt.
Heute befinden sich anstelle der ehemaligen Kirche (Ostfront des Postplatzes) ein Bürogebäude. In unmittelbarer Nachbarschaft wartet eine ehemalige Selbstbedienungsgaststätte, im Volksmund "Freßwürfel" genannt, auf ihren endgültigen Abriß.
An die Kirche erinnert heute nur noch der Cholerabrunnen, welcher seit 1927 neben die Kirche versetzt wurde, und eine Gedenktafel in der Sophienstraße.
Weblinks
- Bilder der Sophienkirche
- Sehr viele Bilder der Sophienkirche (historische, vor und nach der Zerstörung
