Differenzierung (Soziologie)
Der Begriff der sozialen Differenzierung wurde 1890 von Georg Simmel in die Soziologie eingeführt (Über sociale Differenzierung) und bezeichnet als eine Form des sozialen Wandels die (meist: moderne) Zerfaltung und Zerlegung vormals einheitlicher sozialer Institutionen und Stile.
Zum Beispiel schreitet die Arbeitsteilung fort, zumal mit dem Ausbau der Fernhandelsnetze (siehe auch: Globalisierung) und im Zuge der Industrialisierung, Berufe spalten sich auf, Konsumstile werden - an den Essgewohnheiten erkennbar - disponibel, ständische und regionale Trachten machen raschem Modenwechsel Platz.
Diese Ausdifferenzierung in ganzen Kulturkreisen hat es bereits in der Geschichte des Altertums mehrfach gegeben (z.B. in Mesopotamien, im Kaiserreich China, im griechisch-römischen Hellenismus. Sie wird jedoch in der Soziologie als zentrale Erscheinung des Überganges vom Mittelalter zur Neuzeit angesehen (siehe auch Modernisierung). Oft auch wird sie als "funktionale Differenzierung" behandelt.
Im Zuge des Fortschrittsoptimismus wurde soziale Differenzierung oft als unrücknehmbar voraus gesetzt, jedoch ist Entdifferenzierung ebenso alltäglich wie gesellschaftsweit möglich, bis hin zur Barbarei.
Siehe auch:
