Sozialpädagogik

Sozialpädagogik benennt einen Zweig der außerschulischen Erziehung und Bildung, der im Unterschied zur Schule die Eigenverantwortung des Menschen und den selbstständigen Umgang mit allgemeinen Lebenslagen stärken soll. Weitere Ziele sind der Abbau von Benachteiligungen sowie die Befähigung und Ermöglichung der Teilhabe am öffentlichen Leben.

Inhaltsverzeichnis

Soziales Lernen und Sozialpädagogik

Anders als in Deutschland wird in Österreich "Sozialpädagogik" in Form des "sozialen Lernens" auch an Schulen und für jede Altersstufe ausgeübt. Österreichs Schulsystem unterscheidet sich stark vom deutschen; die Anwendung erfolgt meist unter Einbeziehung des sogenannten autonomen und offenen Lernens.

Die Sozialpädagogik will also nicht nur die Fähigkeiten und Ressourcen des Einzelnen fördern, sondern hat auch eine gesellschaftliche Zielsetzung: sie beachtet sowohl die einzelne Person als auch ihr Umfeld wird betrachtet. Sozialpädagogiker sprechen von "Lebenslagen", wenn sie die Gesamtheit der Fähigkeiten der Person als auch des Rahmens, in den sie eingebunden ist, meinen.

Sozialpädagogische Arbeit lässt sich grundlegend in folgende methodische Ansätze untergliedern:

Bei der Hilfe im Einzelfall liegt der Schwerpunkt auf Verbesserungen der persönlichen Lebenslage, bei der Gruppenarbeit auf dem Erlernen sozialer Kompetenzen. Hingegen zielt die Sozialpädagigik beim 3.Aspekt, dem Gemeinwesen, auf die Verbesserung der Strukturen einer Teil-Gesellschaft und damit letztlich auch seiner Bewohner.

Ausbildung

Sozialpädagogik und Sozialarbeit

Zwischen Sozialpädagogik und Sozialarbeit bestehen im heutigen Deutschland in der Praxis nur mehr wenig Unterschiede. Da aber die Inhalte der Ausbildung zum Sozialpädagogen oder Sozialarbeiter Ländersache sind, ist sie somit von Bundesland zu Bundesland verschieden. Doch wird in länderübergreifenden Arbeitsgemeinschaften und auf den Konferenzen der Kultusminister über Modelle für einheitliche Ausbildung und Berufsbezeichnung diskutiert, die sich an internationale Standards anlehnen.

Studiert wird Sozialpädagogik/ Sozialarbeit vorwiegend an Hochschulen, Fachhochschulen oder Berufsakademien, vereinzelt auch an Universitäten und im Ausland an Colleges. Einige Fachhochschulen lehren die beiden Disziplinen noch immer getrennt, oder nur eine von ihnen. Die meisten FHs bieten aber mittlerweile einen gemeinsamen Studiengang an. In einigen Bundesländern muss man sich während des Hauptstudiums für einen der beiden Abschlüsse entscheiden, in anderen erhält man den Doppeltitel "Diplom-Sozialpädagoge/ Sozialarbeiter". Viele Fachhochschulen, die beide Studiengänge anbieten, nennen sich übergreifend "Fachhochschule für Sozialwesen".

Teilgebiete des Studiums

Folgende Teilgebiete sind je nach Ausbildungsstätte mehr oder weniger wichtige Bestandteile des Studiums:

  1. Theorien und Didaktik/Methodik der Sozialpädagogik
  2. Erziehungswissenschaften/Pädagogik
  3. soziale Kulturarbeit (Ästhetische Bildung, Medienpädagogik, Theaterpädagogik)
  4. Psychologie
  5. Soziologie
  6. Sozialmedizin
  7. Rechtswissenschaft
  8. Politikwissenschaft
  9. Heilpädagogik (auch eigener Studiengang)
  10. Verwaltung und Organisation
  11. Sozialmanagement
  12. Theologie (an konf. FH's)
  13. Ethik
  14. interkulturelle Pädagogik
  15. Betriebliche Sozialarbeit

Klassische Berufsfelder

Literatur

Siehe auch

Weblinks

See also: Sozialpädagogik, Altenpflege, Arbeitsgemeinschaft, Armut, Asylbewerber, Ausbildung, Autonom, Behinderung, Beratung, Berufsakademie