Soziologische Systemtheorie

Die Soziologische Systemtheorie ist eine spezielle Form der Systemtheorie im Bereich der Soziologie, deren Hauptvertreter Talcott Parsons und Niklas Luhmann sind. Grundeinheiten der Systemtheorie Niklas Luhmanns sind Kommunikationen, die sich aufeinander beziehen und so im Rahmen der (Welt-)Gesellschaft funktional ausdifferenzierte Subsysteme bilden. Diese Systeme (wie z. B das Rechts-, Wirtschafts- oder Politiksystem) sind unabhängig voneinander und können sich nur mittels struktureller Kopplung verständigen (z. B. Politik und Recht durch die Verfassung, Politik und Wirtschaft durch Geld). Die Theorie ist konstruktivistisch, die Betrachtung der Welt kann nur durch und über einen speziellen Code erfolgen. "Alle Erkenntnis ist nur durch Beobachtung zu erhalten und diese ist insofern unterscheidungsabhängig, als dass nur das in ihr Blickfeld gerät, was mit Hilfe der jeweils benutzten Unterscheidungen unterschieden werden kann. Beobachten können immer nur Systeme. Die Systemtheorie will eine Universaltheorie sein. Eine Universaltheorie, die universal anwendbar und selbstreflexiv ist, insofern sie auch sich selbst als Gegenstand ihrer Theorie behandeln können muss. Da eine Universaltheorie ein kohärentes Theoriegebäude zum Ziel hat, kommt sie nicht darum herum, auch ihre eigene Erkenntnistheorie zu stellen. Luhmanns erkenntnistheoretische Position kann als Grundlage und zugleich als formgebend für seine Gesellschaftstheorie gesehen werden. Sie verhilft die Systemtheorie zu einer selbstreferentiell-zirkulären Universaltheorie zu machen, die sich also selbst mit einbezieht und damit über das Auseinanderfallen von Erkenntnis und Gegenstand - wie noch in der Erkenntnis klassischer Erkenntnistheorien - hinausgeht. Gesellschaft wird in der Gesellschaft beobachtet, Gesellschaft beobachtet sich somit selbst. Es gibt keine Superposition der Beobachtung mehr, keinen archimedischen Punkt für die Entscheidung für Unterscheidungen, keine beobachtungsunabhängige Beobachtung" (ZIT. aus Dorniok, D. 2004)

Luhmanns Systemtheorie wird vor allem in Deutschland und Italien rezipiert.

An der Weiterentwicklung der soziologischen Systemtheorie arbeiten in Deutschland vor allem die Soziologie-Professoren und Schüler Luhmanns Peter Fuchs und Dirk Baecker.

Die Systemtheorie ist die Grundlage der Systemischen Organisationsberatung, die in Deutschland z. B. für Unternehmen, Krankenhäuser und Schulen angeboten wird.

Kritik an der Systemtheorie

Die Systemtheorie nach Luhmann ist umstritten aufgrund ihres hohen begrifflichen Abstraktionsniveaus. Sie liefert lediglich funktional-strukturelle Beschreibungen. Aus diesem begrenzten Anspruch folgt auch ihr Selbstverständnis als nicht kritische, bzw. nicht am Ideal des Humanismus ausgerichtete Theorie. Bekannt ist in diesem Zusammenhang Luhmanns Widerstreit mit Jürgen Habermas.

Kernkonzepte der soziologischen Systemtheorie

Literatur

Literatur zur soziologischen Systemtheorie sind primär die Schriften von Niklas Luhmann, etwa Soziale Systeme, Soziologische Aufklärung 1-6 oder Die Gesellschaft der Gesellschaft.

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See also: Soziologische Systemtheorie, Anschluss (Soziologie), Anschlussfähigkeit, Autopoiese, Beobachtung, Code, Differenz (Systemtheorie), Dirk Baecker, Doppelte Kontingenz, Humanismus