Spekulationsblase
Eine Spekulationsblase bezeichnet einen überkauften Markt - in der Regel im Börsen-, Rohstoff- oder im Immobilienbereich -, der sich von der realen Wirtschaftsentwicklung völlig abkoppelt.
Getrieben von Berichten über raschen und mühelosen Reichtum springen immer mehr - auch unerfahrene - Anleger auf den Zug der Spekulation. Die Preise scheinen unbegrenzt immer weiter zu steigen, bis sich dann irgendwann die Erkenntnis des realen Wertes des jeweiligen Spekulationsobjektes durchsetzt und Käufer zu höheren Preisen plötzlich ausbleiben. Es kommt zum Crash, die Werte verfallen und die zahlreichen Spekulanten sehen dem Ruin ins Auge.
Beispiele
Solche in der Struktur immer gleichen Abläufe hat es in der Geschichte wiederholt gegeben:
- 1637: Die Tulpenzwiebelspekulation in Holland
- 1720: Die Spekulation mit den Anteilscheinen der Mississippi-Kompanie in Frankreich
- 1720: Die Spekulation mit den Anteilscheinen der South Sea Company in England (Südseeschwindel, South Sea Bubble)
- 1873: Die Eisenbahnspekulation in Nordamerika
- 1873: Am 9. Mai (schwarzer Freitag) platzt die Blase der Deutschen Gründerzeit: Gründerkrise.
- 1929: Der Beginn der Weltwirtschaftskrise. Der 25. Oktober gilt als der schwarze Freitag.
- 2000: Die Spekulation mit Aktien der Internet- und Telekommunikationsbranche (Dotcom-Blase).
Literatur
- Robert J. Schiller; Irrationaler Überschwang, 2000
Weblinks
Ein Hoch auf die Spekulationsblasen
