Spencer Tracy

Spencer Bonaventure Tracy (* 5. April 1900 in Milwaukee, Wisconsin, USA; † 10. Juni 1967 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler.

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Leben

Nach dem Besuch einer Jesuitenschule und dem Abschluss der High School, ging Spencer Tracy ab 1917 auf die Marquette-Militärakademie in Wisconsin. Gemeinsam mit seinem Freund, dem späteren Schauspieler Pat O'Brien trat er der US-Navy bei, um im Ersten Weltkrieg zu kämpfen, wozu es jedoch nicht mehr kam. Ursprünglich wollte Tracy Priester werden. Während seiner Zeit am Ripon College entdeckte er jedoch durch einen Auftritt in The Truth seine Liebe für das Theater und begann 1922 ein Schauspielstudium an der New Yorker Academy of Dramatic Arts. Er teilte sich eine winzige Wohnung mit seinem Kommilitonen Pat O'Brien und arbeitete in verschiedenen Jobs (u.a. als Hausmeister und Vertreter), um sich finanziell über Wasser halten zu können.

Zwischen 1923 und 1930 war Tracy an zahlreichen Provinz- und Wanderbühnen zu sehen, spielte jedoch hin und wieder auch am New Yorker Broadway, so z.B. 1926 in Yellow. 1930 gab er für The Strong Arm sein Leinwanddebüt, dem Kurzauftritte in Taxi Talks und The Hard Guy folgten. Im gleichen Jahr erhielt er zu seiner eigenen Überraschung die Hauptrolle in der populären Broadway-Produktion The Last Mile. Seine Darstellung eines Häftlings im Todestrakt überzeugte auch den Regisseur John Ford, der ihn daraufhin für seinen Erfolgsfilm Flussaufwärts mit Humphrey Bogart besetzte.

1932 wurde Tracy von Fox unter Vertrag genommen und spielte u.a. in Michael Curtiz' Gefängnisdrama 20.000 Jahre in Sing Sing, Face in the Sky und The Power and the Glory. 1935 verließ er das Studio und ging zu MGM. Dort bemühte er sich, vom Image des Schurken loszukommen, das ihm seit The Last Mile und Flussaufwärts anhaftete. 1936 konnte er mit Fritz Langs erster US-Produktion Fury - Blinde Wut und dem Erdbebenfilm San Francisco, für den er eine Oscar-Nominierung erhielt, seine bis dato größten Erfolge feiern. 1938 und 1939 wurde er für Manuel und Teufelskerle zwei Jahre in Folge mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Dieser Rekord konnte erst 1993 bzw. 1994 von Tom Hanks wiederholt werden.

In den 1940er Jahren übernahm Tracy u.a. Rollen in Der Draufgänger, Tortilla Flat, Dr. Jekyll and Mr. Hyde und Dreissig Sekunden über Tokio. Für Die Frau, von der man spricht, arbeitete er 1941 erstmals mit Katherine Hepburn zusammen, mit der er bis zu seinem Tod eine Affäre hatte, obwohl er bereits seit 1923 mit Louise Treadwell verheiratet war. Auch auf der Leinwand war er in den folgenden zehn Jahren häufig neben Hepburn zu sehen (U.a. in Die ganze Wahrheit, Zu klug für die Liebe, Der beste Mann, Ehekrieg und Pat und Mike).

1951 wurde Tracy für die Rolle des Vaters in Vater der Braut zum vierten Mal für den Oscar nominiert. 1953 erhielt er für Theaterfieber einen Golden Globe. Trotz dieser Erfolge bei MGM wechselte er 1954 zunächst zu Paramount Pictures, bevor er nach zwanzig Jahren wieder zu Fox zurückkehrte. Nach Auftritten in Schiff ohne Heimat und Die gebrochene Lanze, wurde er 1955 bei den Filmfestspielen von Cannes zum besten Schauspieler gewählt und erhielt für Stadt in Angst von John Sturges eine weitere Oscar-Nominierung. Mittlerweile zählte er zu den angesehensten und erfolgreichsten Charakterdarstellern Hollywoods und überzeugte als Rechtsanwalt in Wer den Wind sät, seiner ersten Zusammenarbeit mit Stanley Kramer, ebenso wie in der Titeltolle der Hemingway-Adaption Der alte Mann und das Meer.

1962 drehte er einen seiner bedeutendsten Filme, Urteil von Nürnberg von Stanley Kramer, in dem er neben Burt Lancaster, Marlene Dietrich und Maximilian Schell zu sehen war. Das Drama über die Nürnberger Prozesse bescherte ihm seine neunte Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller. In den folgenden sechs Jahren wirkte er aufgrund einer schweren Erkrankung in nur zwei Filmen mit (beide von Stanley Kramer): Dem Komödienklassiker Eine total total verrückte Welt und Rat mal, wer zum Essen kommt, für den er ein letztes Mal gemeinsam mit Katherine Hepburn vor der Kamera stand. Der Film über die Rassenproblematik in den USA war ein großer Erfolg und löste zahlreiche Diskussionen aus. Spencer Tracy starb 17 Tage nach Beendigung der Dreharbeiten, am 5. April 1967 an den Folgen eines Herzinfarkts. Er wurde postum für den Oscar nominiert.

Gemeinsam mit seiner Frau Louise Treadwell hatte er zwei Kinder (John und Louise). Trotz seiner jahrzehntelangen Liason mit Katherine Hepburn, die jederzeit allgemein bekannt war, ließ sich das Paar nie scheiden, da Treadwell streng katholisch war. Während seiner 45jährigen Karriere im Showbusiness arbeitete Tracy mit den größten Darstellern und Regisseuren seiner Zeit zusammen (siehe Filmografie). Noch heute erfreut er sich großer Beliebtheit.

Trivia

Bud Spencer, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli heißt, benannte sich nach Spencer Tracy, den er in seiner Jugend sehr bewunderte. (Der Name "Bud" kommt von der Biermarke Budweiser)

Gerüchten zufolge ist der Nachname des Schauspielers Kevin Spacey eine Hommage an Spencer Trac(e)y. In Wirklichkeit ist es jedoch der Mädchenname seiner Mutter,

Zitate

Auszeichnungen und Nominierungen

Filmografie (Auswahl)

Weblinks

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Personendaten
Tracy, Spencer
US-amerikanischer Schauspieler
5. April 1900
Milwaukee, Wisconsin, USA
10. Juni 1967
Beverly Hills, Los Angeles, Kalifornien, USA

See also: Spencer Tracy, 10. Juni, 1900, 1917, 1922, 1923, 1926, 1930