Speusippos

Speusippos (* um 408 v. Chr. in Athen, † 339 v. Chr. in Athen) war ein Neffe Platons und von 347 v. Chr. bis 339 v. Chr. Haupt (Scholarch) der Älteren Akademie. Er gilt als erster Verfasser einer Enzyklopädie, von der allerdings nur wenige Fragmente erhalten geblieben sind.

Speusippos war der Sohn von Potone, einer jüngeren Schwester Platons. Platon nahm lebhaften Anteil an der Erziehung des Jungen und führte ihn in die von ihm gegründete Philosophenschule (Ältere Akademie) ein. Daneben nahm Speusippos wahrscheinlich auch Unterricht in der Schule des Isokrates. Als junger Mann beteiligte sich Speusippos an dem Kriegszug Dions gegen Dionysios II., den Tyrannen von Sizilien. Nach Platons Tod übernahm er die Leitung der Akademie. Er starb 339 v. Chr. Nach einer von Diogenes Laertios verbreiteten Legende soll er sich wegen einer Lähmung das Leben genommen haben.

Über sein Leben ist bis auf einzelne, meist anekdotische Anmerkungen bei Diogenes Laertios und Plutarch (in der Biographie des Dionysios) wenig Genaues bekannt. Er gilt als eine gesellig-heitere Natur. Die von ihm im Hain der Akademie zusätzlich zu den Standbildern der neun Musen aufgestellten Statuen der Drei Grazien tragen die Inschrift (Übersetzung):

Göttinnen weihete Göttinnen hier, die Chariten den Musen,
Speusipp dankbaren Sinns, weil sie ihm Wissen geschenkt.

Von den (wohl zahlreichen) Schriften Speusippos' sind nur Fragmente erhalten. Die meisten sind von Athenaios in dessen Gastmahl überliefert. Danach scheint er sich besonders mit Fragen wissenschaftlicher Definition und naturkundlicher Klassifikation (Botanik und Zoologie) beschäftigt zu haben. Er kann damit als Vorläufer Aristoteles' angesehen werden. Sein aus zehn Büchern bestehendes Hauptwerk hatte den Titel Homoia (Ähnlichkeiten).

Literatur

Personendaten
Speusippos
Neffe Platons und und von 347 v. Chr. bis 339 v. Chr. Haupt (Scholarch) der Älteren Akademie
um 408 v. Chr.
Athen
339 v. Chr.
Athen

See also: Speusippos, 339 v. Chr., 347 v. Chr., 408 v. Chr., Akademie (Platon), Anekdote, Aristoteles, Athen, Athenaios