Spiel des Jahres

Der Kritikerpreis Spiel des Jahres ist ein seit 1979 vergebener Spielepreis für deutschsprachige Brett- und Kartenspiel-Neuheiten. Er gilt als die weltweit bedeutendste Spieleauszeichnung. Die Siedler von Catan und Carcassonne gelten mit ihren Millionenauflagen als die beiden populärsten Spiele des Jahres.thumb|Das aktuelle Spiel des Jahres.

Inhaltsverzeichnis

Jury

Der Preis wird von einer Jury vergeben, die sich aus (zur Zeit elf) Fachjournalisten zusammensetzt, die für deutschsprachige Publikumsmedien als Spielekritiker arbeiten. Die Jury-Mitglieder werden von der Jury selbst berufen. Vorsitzender der Jury ist seit 2004 Uwe Petersen (*1952 in Hameln), der hauptberuflich als Lehrer in Salem arbeitet.

Die Entscheidungen der Jury haben einen sehr großen Einfluss auf den Brettspielemarkt. Der Bekanntheitsgrad der Spiel des Jahres-Auszeichnung führt dazu, dass sich vom prämierten Spiel innerhalb eines Jahres regelmäßig zwischen 200.000 und 400.000 Exemplare verkaufen lassen. Das bedeutet jeweils mindestens eine Verzehnfachung der ursprünglichen Auflage des Spiels.

Die ausgezeichneten Spiele tragen einen "roten Pöppel". Für die Verwendung dieses Logos nimmt die Jury eine Lizenzgebühr, die sich an der Zahl der verkauften Spiele bemisst. Die Jury ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Einnahmen in erster Linie der Öffentlichkeitsarbeit für das Spiel im allgemeinen und für die ausgezeichneten Spiele im besonderen zukommen. Dazu gehören viele Messeauftritte, bei denen Besucher firmenunabhängig beraten werden, Ausstellungen, Vorträge und Symposien zu verschiedenen Themen.

2001 waren drei Mitglieder der Jury zurückgetreten, weil sie die enge Kooperation zwischen der Jury und dem von einem ehemaligen Mitglied geleiteten Deutschen Spiele-Archiv als problematisch ansahen. Sie befürchteten, dass die Arbeit des Archivs zwingend darauf angewiesen sei, dass die Jury jährlich sechsstellige Lizenzeinnahmen erwirtschafte. Darüber hinaus gab es inhaltliche Differenzen: Die drei Mitglieder waren mit dem Kurs der Jurymehrheit, die Spieleverlage dazu aufzurufen, eine "neue Art von Publikumsnähe" zu suchen und Spiele mit einfachen Regeln und einfachem Einstieg zu entwickeln, nicht einverstanden. Außerdem äußerten die ausgetretenen Juroren den Verdacht, dass den zumeist älteren Jurymitglieder die Kompetenz fehle, die aktuellen Neuheiten sachkundig zu bewerten.

Die Befürchtungen und Verdächtigungen hätten sich nicht bewahrheitet, wird aus Sicht der Jury rückblickend festgestellt. Unabhängigkeit und Kompetenz seien die oberste Gebote der Jury-Arbeit. Um dies auch in Zukunft zu sichern, verfolge sie eine konsequente Verjüngungspolitik. Drei neue und junge Jury-Mitglieder, die 2003 beziehungsweise 2004 aufgenommen wurden, legten davon Zeugnis ab.

Das Wahlverfahren

Bis 1998 stellte die Jury zunächst eine Bestenliste auf, die zwischen fünf und zwölf Titel umfasste. Aus diesen Spielen wurde dann ein Spiel als Spiel des Jahres ausgewählt, die übrigen nominierten Spiele wurden mit einem Platz auf der Auswahlliste Spiel des Jahres ausgezeichnet.

Zwischen 1999 und 2003 wurde als erstes eine Auswahlliste mit bis zu 13 Spielen erstellt. Jeweils drei dieser Titel wurden für das Spiel des Jahres nominiert, einer davon schlussendlich zum Sieger gekürt.

Seit 2004 gibt es keine Auswahlliste mehr. Stattdessen gibt es - sowohl beim Spiel des Jahres als auch beim seit 2001 vergebenen Kinderspiel des Jahres - eine Nominierungsliste mit fünf Titeln. Zusätzlich wird eine sehr umfangreiche Empfehlungsliste veröffentlicht, auf der sowohl Kinder- als auch Erwachsenenspiele zu finden sind.

Der Gewinner des Spiel des Jahres wird nach folgendem Prinzip ermittelt: Jeder Juror nennt fünf Spiele, die er mit 15-10-6-3-1 Punkten versieht. Für jedes genannte Spiel werden die Punkte summiert, das Spiel mit der höchsten Punktezahl gewinnt.

Prämiert werden Spiele des aktuellen Jahrgangs, das heißt in der Regel Titel, die zwischen Mitte des Vorjahres und März des laufenden Jahres erschienen sind. Maßgebend für die Bewertung eines Spieles sind Spielidee, Spielregel sowie Layout und Funktionalität des Spieles und Spielmaterials.

Neben dem Hauptpreis kann die Jury Sonderpreise vergeben.

Die Preisträger

Kritikerpreis Spiel des Jahres

Kinderspiel

Seit 2001 prämiert die Jury ein "Kinderspiel des Jahres". Drei der Jurymitglieder und ein vierköpfiger Beirat entscheiden über den jeweiligen Preisträger. Zwischen 1989 und 2000 wurde jeweils ein "Sonderpreis Kinderspiel" vergeben.

Sonderpreis Kinderspiel

KINDERSPIEL DES JAHRES

Schönes Spiel

Sonderpreis Schönes Spiel

Weitere Sonderpreise

Sonderpreis Bestes Solitärspiel

Sonderpreis Kooperatives Familienspiel

Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel

Sonderpreis Geschichte im Spiel

Sonderpreis Literatur im Spiel

Andere Spielepreise

Alternativ zum Spiel des Jahres gibt es den Deutschen Spiele Preis, der auf einer breit angelegten Experten- und Fachpublikums-Abstimmung beruht, und die Spiel der Spiele-Auszeichnung, die sich allerdings auf Titel beschränkt, die auf dem österreichischen Markt erhältlich sind.

Weblinks

See also: Spiel des Jahres, 1952, 1989, 2000, 2001, 2003, 2004, Adel verpflichtet, Alan R. Moon, Alex Randolph