Sprachregelung
Eine Sprachregelung ist eine Anweisung oder Übereinkunft, wie bestimmte Dinge zu bezeichnen sind, wenn die Sprache an sich verschiedene Möglichkeiten zuließe.
Sprachregelungen können festlegen, wie und wann und in welchem Zusammenhang einzelne Wörter und Erklärungen zu gebrauchen sind, welche Wörter und Erklärungen zu vermeiden sind und welche Ausdrücke stattdessen zu gebrauchen sind.
Sprachregelungen sind in den meisten größeren Organisationen üblich. Sie stellen einerseits sicher, dass Äußerungen verschiedener Teile der Organisation nicht scheinbar widersprüchlich sind, obwohl sie das gleiche aussagen. Andererseits sorgen Sprachregelungen oft dafür, dass nur das gesagt wird, was die Leitung der betreffenden Organisation vermitteln möchte.
Sprachregelungen werden im politischen Bereich besonders dann eingesetzt, wenn eine Organisation eine bestimmte Sichtweise von Dingen oder Zuständen im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern will.
In totalitären religiösen Gruppen gibt es oft eine Unzahl von Sprachregelungen, die geeignet sind die Mitglieder am selbständigen Denken zu hindern und sie aus der umgebenden Gesellschaft sprachlich herauszuheben.
Beispiele für Sprachregelungen:
- In der DDR musste Ost-Berlin in offiziellen Verlautbarungen grundsätzlich als „Berlin, Hauptstadt der DDR“ bezeichnet werden.
- In der Bundesrepublik Deutschland durfte lange Zeit in offiziellen Verlautbarungen von der DDR nicht als einem Staat gesprochen werden.
- Viele Behörden und andere Organisationen in Industriestaaten legen fest, dass offizielle Verlautbarungen geschlechtsneutral verfasst werden müssen.
- Das Dritte Reich gab im Rahmen der Gleichschaltung Sprachregelungen für viele Bereiche vor, so zum Beispiel „Kinderlandverschickung“ (für Evakuierung aus bombardierten Städten) oder „der Führer“ (als Titel für Hitler).
- Eine Computerfirma gibt vor, dass im Handbuch für ihre Computer nur von „Kunststoff“ gesprochen werden darf, nicht von „Plastik“.
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