St. Leon-Rot

Wappen Karte
fehlt 140px|Deutschlandkarte, Position von Sankt Leon-Rot hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Fläche: 25,56 km²
Einwohner: 12.205 (31.12.2004)
Bevölkerungsdichte: 475 Einwohner je km²
Höhe: 107 m ü. NN
Postleitzahlen: 68784 + 68789
Vorwahl: 06227
Geografische Lage: 49° 16' n. Br.
08° 38' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 103
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
68789 St. Leon-Rot
Offizielle Website: www.st-leon-rot.de
E-Mail-Adresse: gemeinde@st-leon-rot.de
Politik
Bürgermeister: Alexander Eger

St. Leon-Rot ist eine Gemeinde im Süden des Rhein-Neckar-Kreises in der Nähe von Heidelberg und Speyer.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Sankt Leon-Rot liegt in der Kraichbachniederung, dem Oberrheingraben zugehörig, etwa 18 km südlich von Heidelberg. [[Bild:StLeonRoth.png|thumb|none|Lage der Gemeinde im ]]

Geologie

Die mächtigen Kies- und Sandschichten, wenige Meter unter der Oberfläche beginnend und teilweise bis in 1000 m Tiefe hinabreichend, erinnern an eine geologisch bewegte Zeit. Der Pfälzer Wald im Westen und der Odenwald im Osten präsentieren sich, von St. Leon-Rot aus gesehen, als Ränder der Tiefebene. Sie waren früher, wie die Vogesen und der Schwarzwald, ein zusammenhängendes Gebirge, dessen Entstehung wahrscheinlich 225 Millionen Jahre zurückreicht. Bei der Suche nach Erdöl, Erdgas und nach Kalisalzvorkommen haben mehr als 2.000 Tiefenbohrungen und seismische Messungen ergeben, dass in der Tiefe des Rheingrabens unter den Kies-, Sand- und Lettenschichten die gleichen Gesteinsarten vorkommen wie zu beiden Seiten an der Oberfläche der Randgebirge. Die verkippten und gegeneinander versetzten Schollen im Grabeninnern bestätigen einen Grabeneinbruch von gewaltigem Ausmaß. Der Höhenunterschied zwischen gleich alten Schichten am Königstuhl und im Grabenbereich, also die gesamte Sprunghöhe des Abbruchs, beläuft sich auf fast 5000 m. Dabei sind im Graben noch Gesteine des Muschelkalks, des Keupers und weiter südlich auch des Juras erhalten geblieben, während sie im östlichen Hochgebiet der fortschreitenden Abtragung längst zum Opfer gefallen sind. Erdölbohrungen führte man in den Jahren 1935 – 1937 auch auf der ehemaligen Gemarkung Rot durch. In der Nähe des Friedhofes, bei der heutigen Josefstraße und im Stegerfeld standen die Bohrtürme. Die Ausbeute war aber so gering, dass man die Bohrungen im Jahre 1937 wieder einstellte. Im Wieslocher Wald, nahe der „Schnellpresse“ (Heidelberger Druckmaschinen AG), hatte man größeren Erfolg. In den Jahren 1951 – 1963 fand man dort Erdöl, bereitete es auf und lieferte es mit den Tankwagen der Bundesbahn nach Ludwigshafen (BASF) und bis nach Bochum. 1963 wurde die Förderung unrentabel, denn das Erdöl konnte aus dem Ausland billiger bezogen werden. So wurden auch diese Bohrungen wieder eingestellt. Als Graben bezeichnet der Geologe eine Bruchstruktur, in der ein langgestreckter, keilförmiger Körper gegenüber seinen Flanken eingesunken ist. Die großen Gräben entstehen, wenn die Erdkruste gezerrt wird und dabei in Schollen zerbricht. Der Oberrheingraben ist nur ein Teilstück eines großen Grabens. Letzterer beginnt, wenn auch versetzt, im Norden mit dem Oslograben, setzt sich in südlicher Richtung mit der Niederrheinischen Bucht, der Hessischen Senke und dem Oberrheingraben fort. Er reicht bis zur Sâone - Senke am Mittelmeer und durchzieht im Grunde den gesamten Kontinent. Die Entstehung des Rheingrabens ist vermutlich auf eine lang andauernde, weit spannige Verbiegung der Erdkruste in Form einer Aufwölbung im Erdmittelalter zurückzuführen. Der Einbruch erfolgte im Scheitel der Aufpressung, in der heutigen Rheinebene. Die Einsenkung des Rheingrabens vollzog sich nach und nach und nicht plötzlich, wie man ursprünglich annahm. In der Einbruchzone stellten sich die Erd- und Gesteinsschichten zum Teil senkrecht, wohl auch deshalb, weil die seitlichen Randschollen weggedrückt wurden. Selbst heute sind diese Bewegungen nicht abgeschlossen, wie gelegentliche Erdbeben beweisen. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass der Oberrheingraben jährlich um 0,5 mm absinkt. Die durch die Erdverschiebungen entstandenen Bruchspalten machten für vulkanische Kräfte den Weg frei. So entstanden das Vulkanmassiv des Kaiserstuhls in der südlichen Rheinebene und der Vogelsberg in der mittelhessischen Senke. Auch die Thermalquellen, die durch die Bruchlinien der Verwerfung am Rande der Ebene zutage treten, haben ihre Ursache in der Wärme des Erdinnern. Im Laufe des Erdzeitalters füllte sich der Graben mit Meerwasser aus dem Süden. Auch die Flüsse und die wasserreichen Bäche der Randgebirge ergossen sich in die Senke. Sie füllten den Graben mit Geröll, Ton und Sand. Diese Ablagerungen bilden an einigen Stellen bis zu 1000 m dicke Schichten. Das Wasser floss zunächst nach Süden zum Rhônegraben hin ab. Der angeschwemmte Schutt verstopfte diesen Abfluss bis sich die Wassermassen beim heutigen Bingen einen Durchbruch nach Norden verschafften. So trocknete der Graben allmählich aus. Übrig blieb der Rhein, der als wilder Strom in vielen Windungen die Rheinaue durchfloss, bis er vom Flussbauingenieur Johann Gottfried Tulla in der Mitte des 19. Jahrhunderts korrigiert und zum schiffbaren Strom wurde. Die Eis- und Zwischeneiszeiten mit ihren starken Klimaschwankungen hatten damals Kalt- und Warmzeiten zur Folge und beeinflussten die Tier- und Pflanzenwelt sehr stark. Funde bei Ausbaggerungen in Kies- und Tongruben belegen, dass hier einmal Mammuts, Nashörnder, Elche und Wisente lebten. Heute gliedert sich die Rheinebene entlang einer gedachten Linie Speyer – St. Leon-Rot – Malsch von West nach Ost in folgende Naturräume: Am Rhein entlang dehnt sich zwischen Speyer und Altlussheim die Rheinniederung oder Rheinaue mit sumpfigen Nassböden, Altrheinarmen und Auwäldern mit ihren Pappeln, Erlen und Weiden aus. Sie geht in das 5 – 10 m über dem Strom gelegene Hochufer oder Hochgestade über, das hochwasserfreie Siedlungen wie Brühl, Ketsch, Hockenheim und Alt- und Neulussheim ermöglichte. Als Abgrenzung zu der Stromaue bilden die Hochufer auch gleichzeitig den Übergang zu der Rhein-Niederterrasse mit ihren alten Schotterflächen. Diese sind westlich des Rheins mit Lößlehm bedeckt und östlich des Stromes in unserer Gegend meist versandet. Aus den Sandmassen haben sich während und nach der Eiszeit Dünen gebildet, die sich früher weiterbewegt haben, heute aber längst bewaldet oder mit einer Pflanzendecke bewachsen sind. Die feineren Bestandteile des ehemaligen Rheinbettes wurden vom Wind ausgeweht und als Löß an der Bergstraße, in der Vorderpfalz und vor allem im Kraichgau abgelagert. Ein großer Teil dieser Lösschichten wurde von dort wieder in die Rheinebene als Schwemmlöss hinuntergespült.

Die Niederterrassenlandschaft ist zum größten Teil mit Kiefernwäldern durchsetzt. Die waldfreien Sandböden dieser Zone bieten sich als Spargel- und Tabakanbaugebiet an. Zwischen den beiden Ortsteilen St. Leon und Rot ist die Fläche von der Kraichbachniederung durchbrochen. Diese ist ein ehemaliger Ausfluss der Murg - Kinzig -Rinne und weist Feucht- und Flachmoorböden im Kirr südlich und im „Bruch“ nordwestlich des Ortsteils Rot auf. (Bruch: Sumpfland, vom althochdeutschen „bruoh“ = Moorboden, Sumpf). Das durch Gräben entwässerte Feuchtgebiet im Kirr wird heute als Grün- und Ackerland genutzt. Das Niederungsgebiet im Roter Kirr zwischen Gärtenweg und Kraichbach und die höher gelegene Terrasse im Sentner westlich des renaturierten Kraichbachs sind zu naturnahen Golfplätzen umgestaltet, die dem ursprünglichen Charakter der Landschaft Rechnung tragen. Zwischen der Niederterrasse und der Vorbergzone (Hochterrasse) des Kraichgauer Hügellandes liegt die wesentlich niedrigere Gebirgsrandsenke der Murg - Kinzig – Rinne mit den Flussrinnen des Kraichbachs am südlichen Gemarkungsrand von Rot und des Leimbachs bei Wiesloch. Die Feucht - und Nassböden sowie die Auwälder dieser Niederungen entlang der Bahnlinie stehen oft unter Wasser.

Landschaft und Klima

Wer an die Rheinebene denkt, dem fallen Flachland, brütende Hitze, Schwüle, Nebel, Schnakenplage, Ballungsraum, Industrieansiedlungen, Verkehrsdichte ein. Diese Gedankenverbindungen haben sicher eine gewisse Berechtigung, bleiben aber nur oberflächlich, wenn man die vielen Vorzüge dieses Landstrichs verschweigt. Der Name „Oberrheinisches Tiefland“ gibt einige Hinweise. Da ist der Rhein, Deutschlands mächtigster Strom und pulsierende Verkehrsader, dessen Ufer schon in frühgeschichtlicher Zeit bevorzugtes Ansiedlungsgebiet waren. Tiefland deutet hin auf die Umrandungen, wie sie die Vogesen, die Haardt mit dem anschließenden Pfälzer Wald auf der linken sowie der Schwarzwald und der Odenwald auf der rechten Rheinseite darstellen. Diese schützenden Randgebirge, die für die Sonneneinstrahlung günstige Nord-Süd-Erstreckung des 300 km langen und bis 40 km breiten Grabens und das immer noch lebendige Erdinnere bieten Vorteile, wie sie kaum eine andere Gegend aufzuweisen hat. In der von rauhen Winden geschützten Lage liegt die Ursache für das mildeste Klima Deutschlands mit einer Durchschnittstemperatur von 10,3 ° C. Sie liegt mit 1,2 ° C über den Mittelwerten der deutschen Landschaften. Während sich im Odenwald noch letzte Schneereste hartnäckig behaupten, stehen im zeitigen Frühjahr in der Ebene und vor allem an der Bergstraße die Kirsch-, Pfirsich-, Mandel- und Pflaumenbäume bereits in voller Blüte. Fleißige Hände verstehen, die klimatischen Bedingungen in Verbindung mit den Bodenverhältnissen durch das Anlegen von Sonderkulturen zu nutzen. Lockerer Sandboden sowie Feuchtigkeit und Frühjahrswärme begünstigen den Anbau von Spargel und Tabak ,Sonderkulturpflanzen, die während des Wachstums eine Luftwärme von 20 – 25 ° C und eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit benötigen. Auf den fruchtbaren Lössfeldern der Ebene ist, besonders an der Bergstraße, von Frühjahr bis Herbst Erntezeit. Feldgemüse wie Salat und Karotten sowie verschiedene Beeren- und Obstsorten werden eingebracht, um von der Großmarkthalle Heidelberg-Handschuhsheim in alle Welt vermarktet zu werden. Die Weine der sonnigen Hanglagen der Bergstraße und der „Südlichen Bergstraße“ bürgen für Auslese und Qualität und zählen zu den Spitzenweinen auf dem europäischen Markt. An Rheuma- oder Ischiaserkrankungen Leidende und Bandscheibengeschädigte haben keine langen Anfahrtswege zum Schwefel- und Thermalbad Bad Schönborn mit seinen Kurorten Mingolsheim und Langenbrücken. Die Natrium-Chlorid-Thermen treten aus einer Tiefe von über 600 m mit einer Austrittstemperatur von 45 ° C zu Tage und füllen als lebendige Zeugen früherer vulkanischer Aktivitäten die Schwimmbecken der Thermalbäder. Nicht zu vergessen ist der Reiz dieser Gegend. Die wogenden Kornfelder, die Tabakfelder, der blühende Raps, der sein Gold und seinen Duft über die Ebene ausbreitet, die Feuchte des Bruchs, die oft wie ein Schleier über der Landschaft liegt, die schnurgeraden Spargelfelder und die Weiträumigkeit der Ebene mit den Randgebirgen im Hintergrund, vermitteln immer noch ein Gefühl der Ruhe und Beschaulichkeit, lediglich unterbrochen von dem monotonen Motorengeräusch der Blechlawinen auf den Autobahnen und den donnernd dahin brausenden Zügen auf den Fernstrecken der Bundesbahn

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Im Uhrzeigersinn betrachtet grenzt die Gemarkung St. Leon-Rots im Norden an die der Gemeinde Reilingen, daneben an die der Städte Walldorf und Wiesloch. Im Osten begrenzt das Gelände der Stadt Rauenberg und das der Gemeinde Malsch die St. Leon-Roter Flur. Östlich und südlich stößt die Bad Schönborner Gemarkung genauso am Wald auf St. Leon-Roter Gelände wie die südlich gelegenen Gemeinde Kronau sowie die Stadt Waghäusel; alle drei zuletzt genannten Kommunen gehören zum Landkreis Karlsruhe. Im Westen schließen Waghäusel und Reilingen den Kreis der angrenzenden Nachbargemeinden. St. Leon-Rot liegt also am südlichen Rand des Rhein-Neckar-Kreises.

Geschichte

Seit 1974 besteht St. Leon-Rot aus den einst selbstständigen Gemeinden Rot und St. Leon. Auch früher, wohl bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, lebten die Menschen in einer Gemeinde, bevor sich die Wege trennten und zwei eigenständige Dörfer entstanden.

853 wird erstmals ein Kanonikerstift namens St. Leon erwähnt, aber erst 1157 wird das Bestehen eines gleichnamigen Ortes in einer Kaufurkunde des Bischofs Günther von Speyer bezeugt. Namensgeber soll Papst Leo IX. sein, der die Kirche geweiht haben soll, was aber urkundlich nicht nachgewiesen ist. Die erste urkundliche Erwähnung Rots ist auf das Jahr 1284 datiert. Die Trennung in die Orte St. Leon und Rot zeichnet sich ab, als 1397 für Rot ein eigener Schultheiß ernannt wird, und sie wird wohl endgültig, als 1476 die Roter Kirche zur Pfarrkirche erhoben wird, was allerdings erst von 1582 an bezeugt ist. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, der die Bevölkerung arg dezimierte, wächst diese wieder an; sie ist allerdings bettelarm. Dies führt zu Auswanderungen nach Ungarn und Amerika.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts gewinnt der Tabakanbau an Bedeutung. Mitte des vorigen Jahrhunderts kommt der Hopfen hinzu. Bis Mitte der 1960er Jahre wurde hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Der Großteil der Fruchtziehung bestand, neben Tierfutter, Getreide und Kartoffeln, hauptsächlich aus Tabak, Spargel und Weintrauben letzteres auf benachbarter Gemarkung. Diese Sonderkulturen, die allerdings durch den Gelderwerb in Fabriken wieder an Bedeutung verlieren, und die in diesem Jahrhundert in der Umgebung entstehenden Arbeitsplätze ergeben gemeinsam mit dem Spargelanbau bessere Einkommensverhältnisse und Lebensbedingungen. Der strukturelle Wandel in der Umgebung, vor allem in Heidelberg und Wiesloch, sorgte auch hier mehr und mehr für das Aussterben der traditionellen Landwirtschaft. Großunternehmen wie Heidelberger Druckmaschinen, SAP AG und KS Gleitlager, die letzten beiden in St. Leon-Rot, aber auch viele mittelständische Unternehmen sorgen in den Familien seither für Lohn und Brot.

Die Gemeindereform vereinigt 1974 wieder, was früher schon einmal zueinander gehörte. In den Jahren kurz vor der Fusion, vor allem aber danach wird die Infrastruktur aufgebaut und vervollständigt. Schulen, Bäder, Freizeit- und Erholungseinrichtungen sowie ein ausgeprägtes Vereinsleben garantieren, dass die Einwohner sportlich, kulturell und in der Geselligkeit keine Abstriche hinzunehmen haben. Herauszuheben ist die Erholungsanlage "St. Leoner See" und seit Mitte der achtziger Jahre auch das Veranstaltungszentrum "Harres", die bis Aushängeschilder der Gemeinde sind. In all den Jahren werden in der Gemeinde auch angenehme und attraktive Wohngebiete geschaffen. Zwei Gewerbegebiete, vor allem der Gewerbepark, sind die Basis dafür, den Arbeitnehmern Arbeitsplätze vor Ort in ausreichender Zahl anbieten zu können, wodurch der Wandel von der Wohngemeinde zum Gewerbe- und Industriestandort eingeläutet wird.

Die Entwicklung gewinnt seit Beginn der 90er Jahre an Rasanz. Die Infrastruktur wird weiter ausgebaut. Das Straßennetz des Orts wird saniert, und in diesem Zusammenhang werden für die Bevölkerung Breitbandkabel verlegt, die Straßenbeleuchtung verkabelt, die Versorgung mit Erdgas vollzogen und nicht zuletzt in allen Wohngebieten 30 km-Zonen eingerichtet und damit ein wesentlicher Schritt zu mehr Wohnqualität getan. Parallel dazu werden die Ortskerne saniert und attraktiver gestaltet. Ein wichtiger Schritt für eine gute, den Einwohnern nützende Entwicklung wird mit dem Golfplatz auf der hiesigen Gemarkung getan. Im Zwei-Jahres-Rhythmus fanden auf diesem Platz die Europameisterschaften der weltbesten Golfer statt. Der örtliche Golfclub gehört zu den führenden im Lande.

Das Angebot in der Betreuung von Kindern wird vervollständigt und es werden neue Schulräume bei den beiden Grund- und Hauptschulen (jeweils mit Werkrealschule) gebaut. Für die leistungsorientierte Gemeindeverwaltung werden mit einem neuen Bauhof und dem neuen, zentral gelegenen Rathaus bessere Arbeitsbedingungen geschaffen. Das Rathaus entstand im bei der Fusion festgelegten neuen Ortszentrum direkt neben dem Veranstaltungszentrum „Harres“. Gegenüber dem 1998 bezogenen Rathaus sorgen drei Lebensmittelmärkte für die Versorgung der Einwohner. Neben dem Rathaus schufen sich die evangelischen Christen die Christuskirche und ihr Gemeindezentrum mit Pfarrhaus. Dahinter wird bis zum Jahre 2007 das Seniorenzentrum St. Leon-Rot entstehen. Weitere Attraktivität erreicht die Gemeinde durch zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze vor allem im Dienstleistungssektor, die im Gewerbepark St. Leon-Rot von der SAP und anderen Firmen geschaffen worden sind.

Diese positiven Zukunftsperspektiven werden durch zwei Wohngebiete, die derzeit bebaut werden, und eine Umgehungsstraße fortgeführt, die den Ortsteil Rot von dem starken Durchgangsverkehr befreien soll. Der Baubeginn für diese Straße wird noch 2005 erfolgen. Auch der öffentliche Personennahverkehr wird den gestiegenen Anforderungen entsprechend angepasst. Drei Buslinien (nach Heidelberg, nach Wiesloch und über den Gewerbepark an den Bahnhof Rot/Malsch) beginnen in St. Leon-Rot. Mit dem Kauf eines zirka 90 Hektar großen Geländes vom Land Baden-Württemberg ist es gelungen, der Gemeinde langfristig gute Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern.

Links: Leoner See Veranstaltungszentrum "Harres" Golfplatz Golfclub Gewerbepark SAP

Geschichtlicher Überblick

Religionen

Der Großteil der Bevölkerung, (2004: 66,18 % Vorjahr: 66,66 %), gehört der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft an. Sowohl Sankt Leon als auch Rot haben ihre eigene Kirche und ein eigenes Pfarramt. In beiden Ortsteilen stehen die katholischen Kirchen in deren Mitte. Im Ortsteil St. Leon wurde die Kirche nach Papst Leo IX. "St. Leo der Große" genannt, während die Roter Kirche den Namen des Heiligen "St. Mauritius" trägt.
Der Namenspatron für die St. Leoner Pfarrkirche wurde am 21. Juni 1002 in Egisheim/Elsass geboren und starb am 19. April 1054 in Rom; er war Papst von 1049 bis 1054.

Die evangelische Glaubensgemeinschaft besitzt ebenfalls eine Kirche. Nach Abschluss aller Arbeiten fand am 29./30. März 2003 die offizielle Einweihung der Christuskirche statt. Die Kirche, und nebenan das Pfarrhaus, wurden in der neuen Ortsmitte von St. Leon-Rot erbaut. Eng beieinander finden sich das Veranstaltungszentrum "Harres" - das Bürgerhaus der Gemeinde -, das Rathaus und bald auch das Seniorenzentrum St. Leon-Rot.

Eingemeindungen

Die Bestrebungen der Landesregierung, im Zuge der Gemeindereform 1974 größere Verwaltungseinheiten zu bilden, machten auch vor St.Leon und Rot nicht halt. Bei der ersten Bürgerbefragung lehnten die Bürger beider Kommunen eine Fusion ab. Nach einem Ultimatum der Landesregierung votierten 88 % der Roter und 90% der St.Leoner Bürger bei einer Wahlbeteiligung von 50% in Rot und 45 % in St. Leon bei der zweiten Bürgerbefragung am 24.06.1973 für den Zusammenschluss. In getrennten Sitzungen stimmten die beiden Gemeinderatsgremien mit je 10 Ja- und je 2 Neinstimmen bei je einer Enthaltung für den Zusammenschluss. Die „Ehe“ war vollzogen und ab 01.01.1974 rechtskräftig.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung 1984 – 2004

Jahr Einwohner Zuwachs gegen-
über Vorjahr
in %
1984 10.151 -
1985 10.225 0,7
1986 10.329 1,0
1987 10.550 2,1
1988 10.615 0,6
1989 10.737 1,1
1990 10.933 1,8
1991 11.110 1,6
1992 11.367 2,3
1993 11.555 1,7
1994 11.551 0,0
1995 11.643 0,8
1996 11.806 1,4
1997 11.923 1,0
1998 11.979 0,5
1999 12.033 0,5
2000 12.029 0,0
2001 12.144 1,0
2002 12.108 -0,3
2003 12.149 0,3
2004 12.209 0,5

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg


Zur genannten Einwohnerzahl hinzuzurechnen sind noch nicht meldepflichtige Personen (z.B. Angehörige ausländischer Streitkräfte), deren Zahl bei rund 750 - 800 Personen liegt.

Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören insgesamt 23 Personen an, die jeweils direkt gewählt werden; das Gremium setzt sich zusammen aus den Gemeinderäten (22 Personen) und dem Bürgermeister. Seit 1. Sept. 2004 sind folgende Parteien/Gruppierungen vertreten: CDU/JL-Fraktionsgemeinschaft 12 Sitze, FW-Fraktion 6 Sitze, SPD-Fraktion 3 Sitze, FDP 1 Sitz.

Bürgermeister

1974 Helmut Martin
1998 Alexander Eger

Wappen

Das Wappen der Gemeinde St. Leon-Rot zeigt auf gespaltenem Schild vorn (links) auf blauem Untergrund eine Tiara und hinten (rechts) auf goldenem (gelbem) Untergrund eine Sichel, deren Schneide zum Bildrand gerichtet ist. Drei übereinander stehende goldene Kronen umschließen die silberne (weiße) Tiara. Die außerliturgische Kopfbedeckung erinnert an Papst Leo IX., der nach einer Pfarrchronik aus dem Jahre 1800 im Jahre 1049 die Kirche in St. Leon geweiht haben soll. Die Sichel verweist auf die Rodungssiedlung Rot. Wappenfigur und Wappenbild wurden dem Wappen der beiden ehemaligen Gemeinden entnommen. Sie stehen für die beiden Ortsteile. Darüber hinaus signalisiert die Tiara die Zugehörigkeit der Gemeinde zum damaligen Hochstift Speyer. Man verzichtete auf das Brustbild des Papstes Leo, um das Wappen nicht zu überfrachten.

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Rot ist längs und im vorderen (linken) Teil waagrecht gespalten. Das halbe silberne (weiße) Kreuz auf blauem Untergrund im vorderen (linken) Teil bestätigt die ehemalige Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer. Die Sichel auf goldenem (gelbem ) Untergrund ist das Ortszeichen, denn Rot ist wie alle Orte, deren Namen mit -rot, -rott, -schwend oder -schwand enden, aus einer Rodungssiedlung entstanden. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde St.Leon zeigt auf blauem Untergrund das Brustbild des Hl. Papstes Leo IX. im silbernen (weißen) Gewand, mit silberner (weißer) Tiara und silbernem (weißen) Heiligenschein. Damit erinnert das Wappen an die frühere Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer und an die örtliche Begebenheit der Kirchweihe durch Papst Leo IX. im Jahre 1043.

Sport

Auf der Gemarkung liegt eine Golfanlage, die die Weite der Rheinebene genauso vermittelt wie ein angenehmes Golferlebnis, das vom warmen und an Niederschlag armen Klima der Rheinebene begünstigt ist. Beim Bau der Anlage wurde Wert gelegt auf eine harmonische, sich in die Landschaft einfügende Sportstätte, bei der auch das ökologische Moment beachtet ist. Deutlich wird dies beim die Golfanlage durchquerenden Kraichbach, der renaturiert wurde.

Der Weg zur heutigen Anlage begann Mitte der 90er Jahre, als der erste Platz mit 18 Löchern gebaut wurde. Dieser Golfplatz, der später "St. Leon" benannt, wurde am 26. April 1997 eröffnet. Initiator Dietmar Hopp (Gründungsmitglied der SAP AG) und Motor für den Bau der Anlage, schlug am Eröffnungstag gemeinsam mit dem Planer Architekt Hannes Schreiner die ersten Bälle. Seither wurde die Anlage einige Male verbessert. Die Anlage bietet den 18-Loch-Platz „Rot“ (Architekt Hannes Schreiner), den 18-Loch-Platz „St. Leon“ (Architekt Dave Thomas) und einen 9-Loch-Kurzplatz. Viele Golfsportler spielen auf der St. Leon-Roter Golfanlage (Meisterschaftsplatz "St. Leon", Par 72 (36 + 36), CR 73.8, Slope 125, 6.518 Meter / Meisterschaftsplatz "Rot" Par 72 (36 + 36), CR 75,4, Slope 137, 6.587 m), auf der in den vergangenen Jahren die Euorpameisterschaften der Golfprofis stattfanden. Derzeit wird eine Erweiterung der Golfanlage auf die Gemarkung der Gemeinde Bad Schönborn zu einem Golf-Resort diskutiert.

Ab 1999 wurden im 2-Jahres-Turnus die "Deutsche Bank / SAP Open" auf dieser Golfanlage ausgetragen. Hier nahmen unter anderem Golfgrößen wie Eldrick "Tiger" Woods, Ernie Els und Bernhard Langer teil. 2002 fand dieses Turnier letztmals auf dem Platz "St. Leon" statt.

Im Handballsport zeichnete sich der "TSV Rot 1905" besonders aus, der von 1981 bis zum freiwilliger Rückzug 1988 in der 2. Handballbundesliga spielte.

Ansässige Unternehmen

Bildung

Literatur

ST. LEON-ROT Das Heimatbuch Damals und heute.
Herausgegeben von der Gemeinde St. Leon-Rot, Februar 2004, 610 Seiten
Erhältlich im Bürgerbüro, Gemeindeverwaltung St. Leon-Rot, Rathausstraße 2, 68789 St. Leon-Rot, Telefon 06227 53 81 06, Telefax: 06227 / 53 81 66, und den örtlichen Banken; zum Selbstkostenpreis von 35 €


ST. LEON-ROT 25 Jahre Ortsgeschichte
Herausgegeben von der Gemeinde St. Leon-Rot,1999
Erhältlich im Bürgerbüro, Gemeindeverwaltung St. Leon-Rot, Rathausstraße 2, 68789 St. Leon-Rot, Telefon 06227 53 81 06, Telefax: 06227 / 53 81 66; Schutzgebühr 1 €

Weblinks

Gemeinde

Schulen

Vereine


See also: St. Leon-Rot, 1. Weltkrieg, 1157, 1284, 1397, 1476, 1582, 18. Jahrhundert