St. Pierre und Miquelon
right|Karte von St. Pierre und Miquelon thumb|Flagge von St. Pierre und Miquelon
St. Pierre und Miquelon ist eine französische Gebietskörperschaft (collectivité d'outre-mer) bestehend aus mehreren kleinen Inseln östlich der kanadischen Küste in der Nähe von Neufundland. Hauptstadt ist Saint-Pierre.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Archäologische Ausgrabungen auf St. Pierre lassen darauf schließen, dass Inuit oder Indianer dort bereits 3000 v. Chr. lebten.
1497 erkundete der Seefahrer John Cabot das Seegebiet um Neufundland und nahm die Inseln in Besitz. In der Folge kamen normannische, bretonische, baskische und portugiesische Fischer in das Seegebiet, um die reichen Fischgründe auszubeuten.
Die Inseln wechselten mehrmals ihre offizielle Bezeichnung. Der Portugiese João Álvares Fagundes gab ihnen 1521 den Namen Inseln der Elftausend Jungfrauen nach der Legende der Hl. Ursula. In Frankreich wurden sie nach dem Apostel Petrus Les Îles de Saint-Pierre genannt.
1670 wird erstmals eine kleine Siedlung französischer Fischer auf Saint Pierre erwähnt, die vermutlich schon seit dem frühen 17. Jahrhundert bestand.
Im Krieg 1689 - 1697 zwischen Frankreich und England wurde die Inselgruppe mehrfach von den Engländern angegriffen. Nach dem Ende des siebenjährigen Krieges im Jahre 1763, verblieben den Franzosen von ihren kanadischen Besitzungen nur diese Inseln. 1778 eroberten die Briten die Inseln und vertrieben die Bewohner nach Frankreich. Nach dem Frieden von 1783 konnten die Bewohner zurückkehren, wurden aber im Zuge der Revolutionskriege 1794 erneut nach Neuschottland vertrieben.
Im Friedensvertrag von Paris (1814) wurden die Insel Frankreich wieder zugesprochen, aber erst 1816 an Frankreich übergeben. Die Bewohner kehrten in der Folge wieder auf die Inseln zurück.
Von 1985 an ist das Gebiet collectivité territoriale (C.T.). Seit der Änderung der französischen Verfassung vom 28. März 2003 werden die Inseln als collectivité d'outre-mer (COM) bezeichnet.
Politik
Das Parlament (Conseil général) hat 19 Mitglieder. Davon wird jeweils ein Vertreter in die französische Nationalversammlung und den Senat entsandt. Die Wahlen finden alle sechs Jahre statt.
Geografie
thumb|Saint-Pierre und Miquelon Die Inselgruppe besteht aus den Inseln Saint-Pierre (26 km²), Miquelon (110 km²), Langlade (91 km²) sowie weiteren kleineren Inseln und hat eine Gesamtfläche von 242 km². Früher waren die Inseln Miquelon und Langlade getrennt, heute sind sie mit einer schmalen Nehrung verbunden und werden nun einheitlich als Miquelon bezeichnet. In diesem Gebiet leben etwa 6.300 Einwohner (Saint-Pierre: 5.600 Einwohner, Miquelon zusammen mit Langlade: 700 Einwohner).
Wirtschaft
Die Währung ist der Euro. Die Wirtschaft ist vom Fischfang dominiert.
Weblinks
- Saint-Pierre und Miquelon Tourismus (französisch und englisch)
- Enzyklopädie der Inseln Saint-Pierre und Miquelon (französisch)
- Portal für die französischen Überseegebiete, Bereich St. Pierre und Miquelon (französisch)
- The World Factbook des CIA mit Daten über St. Pierre und Miquelon (englisch)
Französisch-Guayana | Französisch-Polynesien | Französische Süd- und Antarktisgebiete | Clipperton-Insel | Guadeloupe | Îles éparses | Martinique | Mayotte | Neukaledonien | Réunion | St. Pierre und Miquelon | Wallis und Futuna
! Kategorie:Inselgruppe
