Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH
Die Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH (SWB-V) sind ein Verkehrsunternehmen der Stadt Bonn und Umgebung. Sie nehmen am Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) teil.
Der heute einheitliche Betrieb von sechs Stadtbahn-, drei Straßenbahn- und 44 Buslinien (darunter sieben in Kooperation mit der RSVG und acht Nachtbuslinien) geht auf etliche Einzelbetriebe zurück. So wird die Linie 66 nach Siegburg von den Stadtwerken zusammen mit den elektrischen Bahnen der Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB, 50-prozentige Tochter der SWB-V) und die Linien 16 und 18 zusammen mit der KVB betrieben. Letztere verkehren zwischen Köln und Bonn auf dem Streckennetz der HGK nach Eisenbahnbestimmungen, weswegen die SWB-V auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen zugelassen sind.
Die SWB verfolgen neben der üblichen Fahrzeugwerbung ein Konzept des Liniensponsorings. Dabei werden auf den gesponserten Linien fast ausschließlich Fahrzeuge eingesetzt, die Vollwerbung des Sponsors tragen. Außerdem taucht der Name des Sponsors an allen berührten Haltestellen und in sämtlichen Fahrplänen auf. Derzeit werden eine Stadtbahnlinie, zwei Buslinien und alle acht Nachtbuslinien gesponsert, wobei die Fahrzeuge der Nachtbuslinien auch tagsüber im Einsatz sind.
| Inhaltsverzeichnis |
Schienenverkehr
Straßenbahn
Das Schienennetz der SWB besteht aus zwei einander überlappenden Teilen: Zum einen gibt es ein Straßenbahnnetz mit drei Linien, die sich am Stadthaus treffen, so dass jeder Ast von zwei Linien befahren wird. Die Linie 65 fährt allerdings nur im Schülerverkehr sowie als Ein- und Ausrückfahrt der Linie 61 vom/zum Betriebshof in Beuel. Auf dem Straßenbahnnetz verkehren ausschließlich Niederflurstraßenbahnen, die an leicht erhöhten Bordsteinen (Buskaps) einen ebenen Einstieg ermöglichen. 2004 sind knapp zwei Drittel aller Haltestellen entsprechend ausgestattet.
Stadtbahn
Zum anderen gibt es ein Stadtbahnnetz, in der Bevölkerung als U-Bahn bezeichnet, das sich um einen zentralen Tunnel und einen unterirdischen Knotenpunkt am Hauptbahnhof konzentriert. Im U-Bahn-Tunnel fahren tagsüber 15-18 Züge pro Stunde und Richtung. Ein weiterer Tunnel ersetzte 1994 die eingleisige Ortsdurchfahrt in Bad Godesberg und verlängerte die Strecke um eine Station nach Süden. Auf dem Stadtbahnnetz fahren wie in vielen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen B-Wagen. 2003 wurden 15 neue Stadtbahnwagen Bombardier Flexity Swift (K5000) angeschafft.
Linien
Kursive Streckenabschnitte außerhalb des Stadtgebiets 400px|right|Schienennetz der SWB Bus und Bahn
- 16 Rheinuferbahn
- Köln-Niehl — Köln Hauptbahnhof — Köln-Rodenkirchen — Wesseling — Buschdorf — Tannenbusch — Hauptbahnhof — Dt. Telekom — Bad Godesberg
- 18 Vorgebirgsbahn
- Köln-Thielenbruch — Köln-Mülheim — Köln Hauptbahnhof — Köln-Klettenberg — Brühl — Bornheim — Alfter — Dransdorf — Hauptbahnhof
- 61 (Straßenbahn)
- Dottendorf — Kessenich — Südstadt — Hauptbahnhof — Stadthaus — Nordstadt — Bonn-Castell — Graurheindorf — Auerberg
- 62 (Straßenbahn)
- Dottendorf — Kessenich — Südstadt — Hauptbahnhof — Stadthaus — Beuel — Limperich — Küdinghoven — Ramersdorf — Oberkassel
- 63
- Tannenbusch — Hauptbahnhof — Dt. Telekom — Bad Godesberg
- 65 (Straßenbahn, nur Hauptverkehrszeit)
- Auerberg — Graurheindorf — Bonn-Castell — Nordstadt — Beuel — Limperich — Küdinghoven — Ramersdorf
- 66 Telekom-Express
- Siegburg/Bonn — Sankt Augustin — Hangelar — Vilich — Beuel — Stadthaus — Hauptbahnhof — Dt. Telekom — Rheinaue — Ramersdorf — Oberkassel — Königswinter — Bad Honnef
- 67 (nur Hauptverkehrszeit)
- Siegburg/Bonn — Sankt Augustin — Hangelar — Vilich — Beuel — Stadthaus — Hauptbahnhof — Dt. Telekom — Bad Godesberg
- 68 (nur Hauptverkehrszeit)
- Bornheim — Alfter — Dransdorf — Hauptbahnhof — Dt. Telekom — Rheinaue — Ramersdorf
Planungen
- Der Bonner Westen soll durch die sog. Hardtbergbahn in das Schienennetz eingebunden werden, da das Busnetz in diesem Bereich seit Jahren seine Kapazitätsgrenze erreicht hat. Derzeit befindet sich die Strecke zum wiederholten Mal im Planfeststellungsverfahren. Umstritten ist dabei vor allem die Führung durch die Weststadt bis zur Autobahn A 565. Die derzeitigen Planungen sehen vor, die Straßenbahnlinien in den unterirdischen Hauptbahnhof einzuführen und von dort einen bestehenden Tunnelstutzen zu verlängern. Die Linie nach Dottendorf soll den Tunnel nach wenigen Metern verlassen, während die eigentliche Hardtberglinie unterirdisch bis zur Autobahn geführt wird. Von dort soll sie in Mittellage auf der B 56 an Endenich vorbeigeführt werden und an einem Knotenpunkt an der Grenze zum Stadtbezirk Hardtberg enden. Eine zweite Baustufe soll die Strecke bis auf die Hardthöhe verlängern.
- Die Stadtbahnstrecke nach Bad Godesberg soll von dort aus oberirdisch um ca. 4 Kilometer nach Mehlem verlängert werden und die 1976 zum Bedauern breiter Bevölkerungsschichten eingestellte Straßenbahnlinie ersetzen.
Buslinien
Das dichte Busnetz ist sternförmig auf den Busbahnhof am Hauptbahnhof ausgerichtet. Mit Ausnahme von vier Tangentiallinien und sechs Linien im Stadtbezirk Bad Godesberg berühren alle Linien den Hauptbahnhof. In den Abendstunden werden die Taktfrequenzen deutlich ausgedünnt. Dafür wird dann am Hauptbahnhof ein zentraler Anschluss hergestellt und abgewartet.
Nachtbusse
Das Nachtbus-Netz besteht aus acht Linien, die vom Hauptbahnhof aus Rundkurse abfahren. Unter der Woche finden zwei, freitags und samstags vier Abfahrten im Stundentakt statt. Als Besonderheit werden alle Nachtbuslinien von lokalen Unternehmen gesponsert.
Geschichte
Pferdebahn
Die ersten Bahnen in Bonn wurde am 19. April 1891 als Pferdebahn eröffnet. Gebaut wurde die Bahn durch die Firma Havestadt, Contag & Cie. mit der die Stadt Bonn am 22. und am 25. August 1890 einen Vertrag geschlossen hatte. Betreiber der Bahn war die AG Rheinische-Westfälische Bahngesellschaft, welche am 19. November 1889 durch den Regierungsbaumeister Havestadt und mehreren Banken in Berlin gegründet worden war.
Die Firma Havestadt, Contag & Cie. eröffnet zunächst zwei Linien. Die erste führte von der Kreuzung Koblenzer Straße/Reuterstraße (heute Bundeskanzlerplatz) zum Markt, fuhr auf der Hinfahrt über den Münsterplatz und die Poststraße zum Bahnhof und von dort weiter nach Poppelsdorf. Auf der Rückfahrt fuhr die Bahn vom Bahnhof durch die Wesselstraße zurück zum Markt. Die zweite Linie fuhr vom Markt zum Wilhelmsplatz.
In den nächsten Jahren wurde das Netz wie folgt erweitert:
- 1891 : vom Wilhelmsplatz über die Kölnstraße zur Heerstraße
- 1896 : von der Kreuzung Koblenzer Straße/Reuterstraße über den Rheinweg bis in die Pützstraße in Kessenich
Nachdem man die Strecken am 27. Oktober 1899 an die AG Rheinische-Westfälische Bahngesellschaft veräußert hatte, folgte nur noch 1903 eine letzte Verlängerung der Pferdebahn. Sie wurde von der Poppelsdorfer Allee bis zum Jagdweg in Endenich erweitert.
Mit einem Vertrag vom 15. und 17. Oktober 1904 gingen die Pferdebahnen in den Besitz der Stadt Bonn über. Die Stadt legte die Pferdebahnen wie folgt still:
- 29. Juni 1906 : von der Ellerstraße bis zum Markt
- 28. September 1906 : von der Koblenzer Straße bis zum Markt
- 3. Oktober 1907 : von der Poppelsdorfer Allee bis nach Endenich und von Poppelsdorf bis zum Markt
- 24. November 1909 : von der Pützstraße bis zur Koblenzer Straße
Bis auf letztere wurden alle Pferdebahnen in Straßenbahnen umgewandelt. Die Depots der Pferdebahn lagen neben der Villa Löschigk, dem heutigen Palais Schaumburg.
Straßenbahn Bonn - Godesberg - Mehlem
Am 22. Mai 1892 wurde zwischen Godesberg und der Endstation der Pferdebahn an der Kreuzung Koblenzer Straße/Reuterstraße eine eingleisige, auf eigenem Bahnkörper liegende, dampfbetriebene, meterspurige Eisenbahn eröffnet. Diese Eisenbahn wurde wie die Pferdebahn von der Firma Havestadt, Contag & Cie. gebaut und von ihr auch betrieben. Die Strecke wurde im Mai des folgenden Jahres bis Mehlem verlängert. Am 23. Oktober 1893 folgte eine weitere Verlängerung von der Koblenzer Straße über den Reuterweg und die Kaiserstraße bis zur Reichsbahn an der Königstraße. Eine geplante Verlängerung von Mehlen über Oberbachem, Berkum und Arzdorf nach Meckenheim und eine Gleisanbindung zur Köln-Bonner Eisenbahnen wurde nie realisiert.
Die Bahn ging am 15. und 17. Oktober 1904 zu gleichen Teilen in den Besitz der Stadt Bonn und der noch eigenständigen Stadt Godesberg über. Zusammen mit dem Verkauf der Pferdebahn brachte der Handel der Firma Havestadt, Contag & Cie. rund 3.100.000 Reichsmark ein.
Der Dampfbetrieb wurde 1911 eingestellt und etappenweise durch eine elektrische Straßenbahn wie folgt ersetzt:
- 27. März : von Königstraße bis Reuterstraße
- 23. Juli : von Reuterstraße bis Rüngsdorf
- 3. Oktober : von Rüngsdorf nach Mehlem
Im Zuge dieser Umstellung wurde die Bahn auf Regelspur umgespurt. In den kommenden Jahrzehnten wurde die Endstation der Bahn mehrere Male verlegt. Am Ende lag sie neben der Köln-Bonner Eisenbahnen im Rheinuferbahnhof.
Im Zweiten Weltkrieg stellt die Bahn am 2. März 1945 ihren Betrieb ein. Dieser wurde abschnittsweise zwischen dem 15. Juli und dem 12. November 1945 wieder aufgenommen.
1956 erhielt die Bahn einen separaten Gleiskörper in der Mitte der B 9. 1969 wurde Bad Godesberg eingemeindet und die Bahn ging zu 100% in das Eigentum der Stadt Bonn über. In den nächsten Jahren wurde die Bahn soweit wie möglich auf einen eigenen Gleiskörper verlegt. Die engen Straßen in Bad Godesberg ließen aber dies nur eingeschränkt zu. So verkehrte die Bahn zwischen Rheinallee und Plittersdorfer Straße zwar auf einem eigenen Bahnkörper entlang der Bundesbahnstrecke, dafür aber eingleisig. Die Querung mit der Bürgerstraße wurde jahrelang von einem Sicherungsposten, dem sogenannten Schellenmännchen, gegenüber dem Individualverkehr gesichert.
Ab dem 15. Oktober 1972 befuhr die Bahn wegen der Baustelle für den U-Bahn-Tunnels eine großräumige Umleitung. Nachdem es zu einem Zusammenstoß zweier Bahnen gekommen war, legten die Stadtwerke am 13. Juli 1973 den Abschnit Godesberg-Mehlem still, nahmen aber am 16. Juli den Betrieb wieder auf, nachdem es zu Bürgerprotesten gekommen war.
Seit dem 20. März 1975 verkehrte die Bahn nur noch zwischen Mehlem und dem neuen Endpunkt der Stadtbahn in Bad Godesberg. Am 23. Dezember 1976 wurde auch dieses letzte Teilstück stillgelegt.
Bahnen der Stadt Bonn
Parallel zu den Pferdebahnen der Firma Havestadt, Contag & Cie. setzte die Stadt eigene Pläne zum Bau einer Straßenbahn um. Nachdem mit Mittel aus der Bonner Bürgerschaft 1898 eine Rheinbrücke von Bonn nach Beuel fertig gestellt war, äußerte Havestadt, Contag & Cie. den Wunsch, die Brücke mit den Pferdebahnen zu benutzen. Dies wurde durch die Stadt Bonn abgelehnt. Am 11. März 1898 bekam die Stadt von der Eisenbahndirektion in Köln eine Konzession für den Bau und den Betrieb eine meterspurigen Kleinbahn.
Am 21. Mai 1902 ging die 2,8 Kilometer lange von Siemens&Schuckert gebaute Straßenbahn zwischen den Reichsbahnhöfen in Bonn und Beuel in Betrieb.
Nachdem die Pferde- und die Dampfbahn am 15. und 17. Oktober 1904 in den Besitz der Stadt übergegangen waren, beschloss man am 7. Dezember 1905 die Pferdebahnstrecke zu elektrifizieren und auf Regelspurweite umzuspuren. In den nächsten Jahren kam es zu folgenden Umstellungen und Neubauten:
- 15. September 1906 : vom Friedrichplatz über die Sternstraße, den Markt, die Stockenstraße, das Koblenzer Tor und die Koblenzer Straße bis zur Weberstraße
- 29. September 1906 : von der Weberstraße über die Siebengebirgsstraße in Gronau bis zur Gronauer Stadthalle
- 1. März 1907 : vom Bahnhof bis Poppelsdorf
- 6. Dezember 1907 : vom Bahnhof über den Bonner Talweg und die Moltkestraße in die Argelanderstraße auf dem Venusberg
- 28. August 1908 : von Rheindorf über die Rheindorfer Straße bis zur Herpenstraße in Grau-Rheindorf
- 14. August 1915 : von Kessenich nach Dottendorf
- September 1915 : vom Friedensplatz über die Bornheimer Straße und die Victoriabrücke bis zum Beethovenplatz
Bis in das Jahr 1936 waren die Netze in der Innenstadt von Bonn getrennt. Die Direktion der Reichsbahn hatte es am 7. März 1905 abgelehnt, die Kreuzung der Pferdebahn mit den Gleisen der Reichsbahn auch für den elektrischen Betrieb frei zu geben. Lediglich der Austausch von unbesetzten Wagen war gestattet.
Im Zweiten Weltkrieg musste die Bahn erhebliche Schäden im Fuhrpark und im Streckennetz hinnehmen. Nachdem der Betrieb des öfteren zeit- und abschnittsweise eingestellt werden musste, wurde im Januar 1945 der Betrieb komplett eingestellt. Bis zum 1. Oktober war 1946 das Netz wieder in Betrieb, bis auf einige kleinere Teilstücke. Unter anderem wurde die Strecke auf den Venusberg nicht wieder aufgenommen, da dieser Stadtteil von den Alliierten bewohnt wurde.
Am 28. August 1949 wurde der Abschnitt zwischen Koblenzer Straße und Gronau auf Omnibusbetrieb umgestellt. Den Mitgliedern der Regierung war daran gelegen, dass sie sich mit Ihren Wagen ungehindert im Regierungsviertel bewegen konnten, ohne auf die Straßenbahn Rücksicht nehmen zu müssen.
Ab dem 12. November 1949 war Beuel wieder mit der Straßenbahn erreichbar, nachdem man die Rheinbrücke wieder hergestellt hatte. Nachdem am 4. Oktober 1953 die beiden Strecken vom Bahnhof nach Poppelsdorf und von Endenich in die Rheindorfer Straße aufgrund fehlender Finanzen stillgelegt waren, verfügte Bonn nur noch über 3 Straßenbahnlinien. Am 3. April 1955 fielen die Strecken vom Venusberg und von Endenich zum Bahnhof den gleichen Gründen zum Opfer. Somit bestanden nur noch die Linie 1 von Dottendorf nach Rheindorf und die Linie 2 von Dottendorf nach Beuel.
Am 1. November 1966 wurde die Linie 1 im Zuge des Neubaues der Autobahn verlegt. Eine weitere Veränderung fand im September 1974 statt, als beide Linien wegen der Einrichtung der Fußgängerzone aus der Innenstadt verlegt wurden. 1976 versuchte die Bundesregierung ein weites Mal, die aus ihrer Sicht lästige und überflüssige Straßenbahn aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen, welches aber, unter anderem aufgrund des Widerstandes in der Bevölkerung, nicht gelang.
Am 19. August 1994 wurde die Neubaustrecke von Graurheindorf bis Auerberg in Betrieb genommen. Weil die neue Endhaltestelle über keine Wendeschleife verfügt, wurden zu diesem Zeitpunkt alle alten (Einrichtungs-)Straßenbahnwagen ausgemustert und durch (Zweirichtungs-)Niederflurstraßenbahnen ersetzt.
Siegburger und Siebengebirgsbahn SSB
thumb|Haltestelle Telekom mit den Linien 66 und 16 Seit Ende der 1890er gab es Pläne, die Zahnradbahnen des Siebengebirges mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Beuel und die Stadt Bonn anzuschließen. Als 1906 die Rheinuferbahn der Köln-Bonner Eisenbahnen in Betrieb ging, beschloss der Landrat des Siegkreises, eine Bahn nach diesem Vorbild zu realisieren. Damit setzte sich die konventionelle Ausführungsweise gegen Vorschläge wie die einer Schwebebahn oder gleislosen Bahn durch.
Am 13. Mai 1909 wurde zusammen mit der Stadt Bonn die Elektrischen Bahnen der Kreise Bonn-Stadt, Bonn-Land und des Sieg-Kreises gegründet. Die Gesellschaft erhielt die Konzession zum Bau und Betrieb einer Kleinbahn zwischen Bonn und Siegburg am 18. September 1910 für eine Dauer von 100 Jahren. Die Eröffnung fand am 5. September 1911 statt. Am 18. März 1913 wurde nach etlichen Schwierigkeiten eine weitere Strecke von Bonn nach Königswinter fertig gestellt. Am 27. September 1925 folgte der Abschnitt bis Bad Honnef.
Während des Zweiten Weltkrieges erlitt die Bahn erhebliche Schäden. So waren unter anderem die Brücken über den Rhein und die Sieg von den deutschen Truppen gesprengt worden. Die Brücke über die Sieg wurde erst im Dezember 1946 und die Brücke über den Rhein am 12. November 1949 beendet.
thumb|Stadtbahnwagen als Linie 66 nach Siegburg In den folgenden Jahren wurde die Bahn mit Ausnahme des Abschnitts Königswinter–Bad Honnef zweigleisig ausgebaut. 1960 werden die beiden Linien als Straßenbahnen neu konzessioniert. Ab 1979 führt man beide Linien in den neugebauten Stadtbahntunnel, die Siegburger Linie S wird nun mit Stadtbahnwagen B betrieben und bis in die Rheinaue verlängert, die Honnefer Linie H endet am Hauptbahnhof. Seit der Fertigstellung der Südbrücke 1981 quert die Linie S ein zweites Mal den Rhein, um in Ramersdorf auf die Strecke der Linie H zu treffen. Stückweise wird die Strecke zwischen Ramersdorf und Bad Honnef nun stadtbahngerecht ausgebaut und die Linie S (ab 1987: 66) entsprechend verlängert. Ab 1994 erreicht die Linie 66 Bad Honnef. Der Abschnitt Beuel–Ramersdorf der Linie H (seit 1987: 64) wird nun von der SWB-Linie 62 übernommen und die Linie 64 komplett eingestellt. Ab 1998 wird der Bahnhof Siegburg wegen des Baus der ICE-Neubaustrecke komplett umgebaut. Dabei wird auch die Streckenführung der 66 geändert und eine neue Endstation im Kellergeschoss des neuen Bahnhofs gebaut.
Köln-Bonner Eisenbahnen AG
Seit 1978 betreiben die Stadtwerke Bonn zwei Stadtbahnlinien nach Eisenbahnbestimmungen auf dem Netz der Köln-Bonner Eisenbahnen und deren Nachfolgerin HGK.
Oberleitungsbus
Als Ersatz für die zwischen 1951 und 1954 eingestellten Straßenbahnen versuchte die Stadt Bonn Oberleitungsbuslinien einzusetzen. Folgende Linien wurden eröffnet:
- 17. Februar 1951 : Gronau - Bundeshaus - Reuterstraße - Weberstraße - Hofgarten - Markt - Martinsplatz - Hauptbahnhof - Mozartstraße
- 22. März 1952 : Hauptbahnhof - Mozartstraße - Endenicher Straße - Euskirchener Straße - Duisdorf - Lengsdorf - Bundeswirtschaftsministerium
- 14. November 1953 : Hauptbahnhof - Poppelsdorf
- 27. Juni 1954 : Poppelsdorf - Venusberg
Die beiden ersten Linien wurden zur Linie 15 und die beiden anderen zur Linie 16 zusammengefasst. Durch die hohen Kosten, die durch den Verschleiß des Materials und durch die umfassenden Änderungen im Straßennetz der Stadt Bonn entstanden, entschied die Stadt, das Oberleitungsbusnetz nicht weiter auszubauen und die Linien in absehbarer Zeit still zu legen. Die Linie 15 stellte am 1. Mai 1967 und die Linie 16 am 30. Juni 1971 ihren Betrieb als Oberleitungsbuslinie ein.
Weblinks
Bonn Bonn Stadtwerke
