Stammapostel

Stammapostel ist die höchste Amtsstufe der Neuapostolischen Kirche. Sie existiert in dieser Form seit 1896. Seit Pfingsten 2005 (15. Mai 2005) bekleidet der Deutsche Dr. Wilhelm Leber dieses Amt.

Geschichte

Stammapostel auf einen Blick:

So nicht anders angegeben, befinden sich die Orte in Deutschland.

NameGeboren-GestorbenGeburtsortSterbeortAmtszeit
Friedrich Krebs 1832-1905 Elend (Harz) Braunschweig 1895-1905
Hermann Niehaus 1848-1932 Steinhagen Quelle 1905-1930
Johann Gottfried Bischoff 1871-1960 Unter-Mossau Karlsruhe 1930-1960
Walter Schmidt 1891-1981 Neuemühle Dortmund 1960-1975
Ernst Streckeisen 1905-1978 St. Gallen (Schweiz)Kapstadt (Südafrika)1975-1978
Hans Urwyler 1925-1994 Spiegel (Schweiz)Bern (Schweiz)1978-1988
Richard Fehr 1938- Flaach (Schweiz)--1988-2005
Wilhelm Leber 1947- Herford --2005-

Bereits die Katholisch-apostolische Kirche, von der sich die Neuapostolische Glaubensgemeinschaft 1863 abspaltete, kannte das Amt des Stammapostels. Dieses Amt bezeichnete hier jedoch die Führungsgewalt über einen der sogenannten "12 Stämme", wobei mit "Stamm" jeweils eine bestimmte Weltregion bezeichnet wurde. Die Funktion als Führer der Glaubensgemeinschaft hatten Henry Drummond, Edward Irving und Heinrich Geyer inne.

Als erster neuapostolischer Stammapostel gilt der Bahnbeamte Friedrich (Fritz) Krebs. Nach dem Tod des einflußreichen niederländischen Apostels Schwarz begann Krebs, die Leitung der noch jungen Religionsgemeinschaft an sich zu ziehen. Er lehrte die Gleichrangigkeit der "neuen" Apostel mit den biblischen. Die Bibel selbst war ihm dabei "vertrocknetes Heu aus der Vergangenheit" und "altes schmutziges Grubenwasser". Dagegen stand für ihn das Wort der "neuen" Apostel: das "frische Grünfutter" und das "frische, lebendige Quellwasser" (zitiert nach der neuapostolischen Monatszeitschrift Wächter Zions / November 1896). Im selben Jahr erhielt Krebs das Amt des Stammpostels, das er bis zu seinem Tod inne hatte.

Schillerndste Figur in der Reihe Stammapostel ist Johann Gottfried Bischoff. Zum einen war er während der Zeit des Dritten Reiches um gute Beziehungen zum herrschenden Regime bemüht. Zum anderen erklärte er in seiner Weihnachtsbotschaft 1950, noch zu seinen Lebzeiten werde Jesus Christus erscheinen und sein Werk vollenden. Er selbst sei der letzte Stammapostel; nach ihm käme keiner mehr. Sein einstimmig vom Apostelkollegium gewählter und vom Stammapostel am 1. August 1948 eingesetzter Nachfolger Peter Kuhlen erklärte darauf hin am 25. November 1950 seinen Rücktritt. Die Dogmatisierung dieser Botschaft führte zu mehreren Abspaltungen von der Neuapostolischen Kirche. Als Bischoff 1960 starb, wurde sein Nachfolger der Kaufmann Walter Schmidt. Er erklärte die nicht erfolgte Erscheinung Jesu mit der Behauptung, Gott habe aus unerforschlichen Gründen seinen Willen geändert.

Autorität des Stammapostels

Der Stammapostel ist in Glaubensfragen letzte Instanz und setzt Lehraussagen nach Abstimmung mit den Bezirksaposteln fest. Er setzt die Apostel ein und ab. Er ist oberster Repräsentant der Neuapostolischen Kirche.


Kategorie:Kirchenwesen Kategorie:Neuapostolische Kirche

See also: Stammapostel, 1. August, 15. Mai, 1832, 1848, 1863, 1871, 1891, 1895, 1896