Startbahn

thumb|Pistensystem des Flughafens Zürich in der Vogelperspektive Die Startbahn ist die Fläche eines Flugplatzes, Flughafens oder Flugzeugträgers, auf der die startenden Flugzeuge beschleunigen, um die zum Abheben nötige Geschwindigkeit zu erreichen. Die Startbahn ist meist auch gleichzeitig die Landebahn, auf der die Flugzeuge landen und bremsen. Da Startbahnen und Landebahnen für beide Zwecke benutzt werden, spricht man auch von Start- und Landebahn. Die Piloten und Fluglotsen gebrauchen dafür den Begriff Piste. Im englischen Sprachgebrauch gibt es nur den Ausdruck runway (abgekürzt Rwy) für Start- und für Landebahn.

Die Bahnen werden mit ihrer Himmelsrichtung in Zehntel der Gradanzahl (gerundet) bezeichnet. So heißt z. B. die Frankfurter Startbahn West, die in Nord-Süd-Richtung (180°) verläuft Piste 18 ("Piste eins-acht").

Inhaltsverzeichnis

Bauliche Ausführung

Oberfläche/Unterbau

Bei der Start- und Landebahn handelt es sich um eine gerade Strecke, die auf kleinen Flugplätzen oft mit Gras bewachsen ist, während sie auf größeren Flugplätzen und auf den Flughäfen asphaltiert oder betoniert ist. Der Unterbau der Startbahn ist auch unterschiedlich und wird dem Gewicht der Maschinen, die sie benutzen sollen entsprechend angelegt.

Länge und Breite

Die Länge und Breite der Start- und Landebahn hängt ebenfalls von den Flugzeugtypen ab, die auf ihr starten und landen. Große Flughäfen verfügen meistens über eine oder mehrere Startbahnen die bis zu vier Kilometer lang sind. Vollgetankte und vollbesetzte Großflugzeuge wie die Boeing 747 oder der Airbus A340 benötigen zumindest 2,5 Kilometer Länge um sicher abheben und landen zu können. Kleine Passagierflugzeuge können hingegen bereits auf Startbahnen von einem Kilometer Länge, und auch weniger, starten und landen. Bei den Militärflugplätzen werden die Start- und Landebahnen auch entsprechend der Flugzeugtypen, die sie benutzen sollen, gebaut. Die Länge der Bahn muss bei den großen Transportmaschinen ebenfalls um die 2,5 Kilometer sein, wogegen Jagdflugzeuge kürzere Strecken benötigen, und kleinere Propellermaschinen mit der geringsten Länge auskommen.

Ausrichtung

Während früher die Flugplätze in Deutschland stets rund waren und so in jeder Richtung benutzbar, werden heute die Start- und Landebahnen so gebaut, dass sie in ihrer Richtung den lokalen Windverhältnissen angepasst sind. Sowohl beim Starten als auch beim Landen ist es wünschenswert, dass der Wind von vorne kommt. Gegenwind erleichtert das Starten und Landen insofern, als ein Teil des notwendigen Auftriebs der Maschine in der Luft vom Wind erzeugt wird. Hingegen ist Seitenwind (in der Fachsprache Scherwinde genannt) für den Piloten unangenehm, da er den Start und vor allem die Landung erschwert.

Neigung

Die Start- und Landebahn darf in Europa nur einen geringen Neigungswinkel von wenigen Grad aufweisen, da der Start bergauf erschwert würde, und eine Landung auf geneigter Bahn erheblich schwieriger ist. Aber auch da gibt es Ausnahmen: der Alpenflugplatz Courchevel hat eine Bahnneigung von 18°.

Sonderfall Flugzeugträger

Auf Flugzeugträgern sind Start- und Landebahn getrennt. Der Grund ist, dass beide Bahnen gleichzeitig benutzt werden müssen. Die Startbahn ist äußerst kurz, rund 100 Meter, sodass die Flugzeuge mit einem Katapult in wenigen Sekunden auf 200 km/h beschleunigt werden müssen, um abheben zu können. Die Landebahn ist nicht viel länger, etwa 200 Meter, was dazu führt, dass die landenden Flugzeuge mit Fangseilen abgebremst werden müssen.

Bezeichnung

Die Richtung der Start- und Landebahn wird in Grad angegeben, wobei die letzte Ziffer wegfällt. So wird, zum Beispiel, eine Bahn in Richtung Osten, 90 Grad, die Kennzeichnung "09" aufweisen, und eine Bahn in Richtung Südwest, 229 Grad, die Kennzeichnung "22" aufweisen - bei allen Angaben ist die magnetisch-missweisende Richtung, nicht die geografische entscheidend. Eine Start- und Landebahn wird mit zwei dieser Nummern bezeichnet, eine für jede der beiden Richtungen. Eine Bahn die in einer Richtung die Kennzeichnung "04" führt, wird in der entgegengesetzten Richtung die Kennzeichnung "22" führen. Beide Nummern unterscheiden sich in der Regel um 180 Grad, also 18. Diese Nummern sind in großen weißen Zahlen an beiden Bahnenden aufgemalt, so dass sie vom Piloten aus der Luft bereits aus einiger Entfernung erkannt werden können. Verfügt ein Flughafen über zwei Start- und Landebahnen die parallel verlaufen, und somit die gleichen Nummern als Kennzeichnung haben, so wird der rechtsgelegenen Bahn der Buchstabe "R" (vom englischen "Right") hinzugefügt und der linken Bahn ein "L" (vom englischen "Left"). Die volle Kennzeichnung wäre in einem solchen Fall, zum Beispiel, Startbahn "07R" und Startbahn "07L". Wenn es sogar eine dritte parallele Bahn gibt, wird für die mittlere Piste der Buchstabe "C" (vom englischen "Center") gebraucht.

Markierungen

Die Start- und Landebahnen verfügen weiterhin über weiße Markierungen, die dem Piloten beim Starten, und vor allem beim Landen helfen, die verschiedenen Abschnitte der Bahn und deren mittlere Achse zu erkennen, um auf diese Weise sicher zu manövrieren. Die weißen Quader am Anfang einer Piste codieren außerdem Breite und Tragfähigkeit der Bahn, in der Mitte einer jeden Bahn befindet sich eine "X"-Markierung, die Halbbahnmarke.

Nichtbetonierte Landebahnen (Grasbahnen) beginnen stets mit einem großen, gelben Lande-T. Alle Landungen sind ab dem Querbalken rechts vom Längsbalken durchzuführen.

Beleuchtung

Für die Starts und Landungen während der Nacht und bei Nebel verfügen manche Start- und Landebahnen über eine Befeuerung, die die seitliche Begrenzung, die Mitte, den Anfang und das Ende der Bahn, und einige der Abschnitte, markiert.

Alle Taxiways (Rollbahnen, Rollwege) sind nachts immer blau beleuchtet, Start- und Landebahnen erst weiß, dann Richtung Ende rot/weiß im Wechsel, kurz vor dem Ende nur noch rot.

Für die Landungen in diesen Verhältnissen verfügen die größeren Landebahnen über Anflugbefeuerungen, die etliche 100 Meter vor der Bahn installiert werden, und die aus zahlreichen, in einer bestimmten Anordnung aufgestellten Scheinwerfern bestehen.

Manche Scheinwerfer im Landeanflug, VASI genannt, ermöglichen eine Überprüfung des 3-Grad Sinkfluges zur Bahn durch 2 oder 4 nebeneinander angeordnete Scheinwerfer (white white: your height!, red white: you're right!, red red: you're dead.)

Betrieb

Flugzeuge werden häufig an größeren Flughäfen und Flugplätzen durch ein Follow me car von der Landebahn zur Parkposition gebracht. Insbesondere ist es üblich, Flugzeuge, die nicht an einem Gate abgefertigt werden oder selbständig zum GAT rollen, von einem Follow me car zu ihrer Abstellposition zu begleiten.

Siehe auch

See also: Startbahn, Airbus A340, Asphalt, Befeuerung, Beton, Boeing 747, Flughafen, Fluglotse, Flugplatz, Flugzeug