Steffi Graf
Stefanie (Steffi) Maria Graf (* 14. Juni 1969 in Mannheim) ist die erfolgreichste deutsche Profi-Tennisspielerin aller Zeiten.
Sie gewann in ihrer Karriere 107 Turniere (dritter Platz in der ewigen Bestenliste hinter Martina Navratilova und Chris Evert, darunter 22 Grand-Slam-Titel:
viermal Australian Open, fünfmal US Open, sechsmal French Open und siebenmal Wimbledon. Fünf Mal gewann sie das Tennis Masters und zwei Mal mit dem Deutschen Team den Federation Cup.
Zwei Mal in ihrer Karriere gewann sie den Grand-Slam (1988 und 1993/1994), also alle vier aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Turniere. 1988 gewann sie zudem die olympische Goldmedaille in Seoul; zusammen mit den vier Grand-Slam-Siegen ging dieser Erfolg als Golden Slam in die Geschichte des Tennissports ein. Dies ist ein Erfolg, den bislang niemand wiederholen konnte.
Steffi Graf ist bislang die einzige Tennisspielerin
- die alle vier Grand-Slam-Turniere in zwei verschiedenen Dekaden gewinnen konnte,
- die die drei top gesetzten Spielerinnen bei einem Grand-Slam-Turnier besiegen konnte,
- alle vier Grand-Slam-Turniere gewinnen und sie auch verteidigen konnte,
- und alle vier Grand-Slam-Turniere mindestens vier mal gewinnen konnte.
Ihr Career-Rekord liegt bei 902 Siegen zu 115 Niederlagen. Während ihrer aktiven Zeit gewann Steffi Graf $20.130.835 an Preisgeldern.
Sie ist seit dem 22. Oktober 2001 mit dem Tennisspieler Andre Agassi verheiratet und hat zwei Kinder: Sohn Jaden Gil (* 26. Oktober 2001) und Tochter Jaz Elle (* 3. Oktober 2003).
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Biographie
1973 nimmt Steffi Graf zum ersten Mal einen Tennisschläger in die Hand und gewinnt 2 Jahre später ein "Jüngsten-Turnier" in München. 1977 gewinnt sie weitere Turniere und ihr Vater Peter Graf, ein gelernter Versicherungskaufmann, beschließt, sich nur noch auf die Karriere seiner Tochter zu konzentrieren und hängt seinen Beruf an den Nagel.
1982 gewinnt sie die Deutsche Jugendmeisterschaft und wird am 18. Oktober als Profispielerin angemeldet. In der Weltrangliste wird sie als Nummer 214 geführt. 1983 spielt sie bei den French Open in Paris mit, kommt aber nicht sehr weit. In diesem Jahr verlässt sie die Realschule und nimmt Privatunterricht. In der Weltranglistenwertung wird sie auf Platz 98 gesetzt.
1984 spielt sie erstmals in Wimbledon und schafft es bis ins Achtelfinale. In Los Angeles gewinnt sie das als Schauveranstaltung geführte olympische Turnier. Ende des Jahres hat sie Platz 22 der Weltrangliste inne. 1985 erreicht sie das Halbfinale der US Open und schafft es auf Rang 6 der Weltrangliste.
1986 spielt sie bei den German Open gegen Martina Navratilova und gewinnt. Sie wird zur Sportlerin des Jahres gewählt. 1987 gewinnt sie durch einen Sieg gegen Navratilova bei den French Open ihr erstes Grand-Slam-Turnier. Am 17. August 1987 wird sie durch einen Sieg über Chris Evert die Nummer eins auf der Weltrangliste, die sie bis zum 10. März 1991 inne hat, insgesamt 186 Wochen. Ein bisher unerreichter Rekord, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. In Wimbledon verliert sie das Finale gegen Martina Navratilova.
1988 gewinnt sie zum ersten Mal das Turnier in Wimbledon sowie die Grand-Slam-Turniere in Paris, Melbourne und Flushing Meadows und damit als dritte Spielerin den Grand Slam. Sie gewinnt die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul, Korea, und wird Ehrenbürgerin der Gemeinde Brühl. Dieser grandiose Erfolg, alle vier Grand-Slam-Turniere und zusätzlich die olympische Goldmedaille innerhalb eines Jahres zu gewinnen, wird auch Golden-Slam genannt. Bisher war dies keinem anderen gelungen.
1989 gewinnt sie die Grand Slam Turniere in Wimbledon, Melbourne und New York erneut. Lediglich in Paris muss sie sich Aranxta Sanchez Vicario geschlagen gegeben. Von der Women's Sport Foundation wird sie zur Sportlerin des Jahres ernannt.
1990 gerät ihr Vater, Peter Graf, zum ersten Mal in das Visier der Boulevard-Presse. Die Bildzeitung behauptet, dass er eine Affäre mit einem Nacktmodell hätte und mit dem Model ein gemeinsames Kind gezeugt hätte.
In den Jahren 1990 in Melbourne (gegen Mary Joe Fernandez), 1991 in Wimbledon (gegen Gabriela Sabatini) und 1992 erneut in Wimbledon (gegen Monica Seles) gewinnt sie jeweils nur "ein" Grand Slam Turnier pro Jahr. Am 10. März 1991 verliert sie gegen ihre ehemalige Doppelpartnerin Gabriela Sabatini beim WTA Turnier in Boca Raton, USA und fällt auf Platz 2 der Weltrangliste hinter Monica Seles zurück. Das Finale des olympischen Tennisturniers in Barcelona 1992 verliert sie als haushohe Favoritin gegen die erst 16-jährige US-Amerikanerin Jennifer Capriati.
1993 siegt sie bei den Grand-Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und New York schafft es auf Platz eins der Weltrangliste zurückzukehren. Überschattet wird die Rückkehr an die Weltranglistenposition 1 durch den Anschlag eines geistesgestörter deutschen Graf-Fans beim WTA Turnier in Hamburg 1993 auf die bis dahin in der Weltrangliste führende Monica Seles.
Zu Beginn des Jahres 1994 holt sie sich mit ihrem Erfolg in Melbourne den vierten Grand Slam Titel in Folge und damit zum zweiten Mal nach 1988 in ihrer Karriere den Grand Slam.
In den Jahren 1995 und 1996 gewinnt sie jeweils die Grand Slam Turniere in Paris, Wimbledon und New York. An den Australian Open in Melbourne nahm sie in beiden Jahren nicht teil.
1996 ermittelt die Mannheimer Staatsanwaltschaft gegen Graf und ihren Vater. Beiden wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Peter Graf wird wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr im August in Untersuchungshaft genommen. 1996 wird gegen Peter Graf Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben. Das Verfahren gegen Steffi Graf wird wegen Mangels an Beweisen ihrer Schuld eingestellt.
1997 spielt Sie bei insgesamt nur 5 Turnieren 19 Matches (16 Siege, bei 3 Niederlagen, alle 3 Niederlagen interessanterweise gegen die Süafrikanerin Amanda Coetzer). Im Juni desselben Jahres verletzte sie sich am Knie und wird über 12 Monate kein Match in der WTA-Tour mehr spielen. Am 8. Juni 1998 wird sie nicht mehr in der Weltrangliste geführt.
1999 gewinnt sie noch einmal das Finale der French Open gegen Martina Hingis, nach ihrer eigenen Aussage der schönste Sieg ihrer Karriere. Das Turnier von Wimbledon wenige Wochen darauf verliert Sie erst im Finale gegen die US-Amerikanerin Lindsay Davenport. Nach einer weiteren Niederlage am 3. August 1999 beim WTA-Turnier in San Diego Kalifornien erklärt sie am 13. August 1999 in einer Pressekonferenz ihren sofortigen Rücktritt vom Profi-Tennis. Obwohl sie 1999 nur das Grand-Slam-Turnier in Paris gewinnen konnte, wird Graf ein weiteres Mal zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt - zum insgesamt fünften Mal nach 1986, 1987, 1988 und 1989. Wenige Wochen darauf gibt sie die Trennung von ihrem langjährigen Lebensgefährten, dem Rennfahrer Michael Bartels bekannt und es kommen erste Gerüchte über eine Liaison mit dem US-amerikanischen Tennisspieler Andre Agassi auf, ihrem heutigen Ehemann.
Im selben Jahr wird sie in der Kategorie "weibliche Ballsportathletin" zur "Sportlerin des Jahrhunderts" gekürt. Die Brühlerin stand 377 Wochen lang an der Spitze der Tennis-Weltrangliste.
2004 Anlässlich der Aufnahme Grafs in die Hall of Fame, äußert Chris Evert, selbst für lange Zeit die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste: "Wenn mich jemand nach der besten Tennisspielerin aller Zeit fragt, ich würde ohne zu Zögern antworten - Steffi Graf`"
Grand-Slam-Titel
| Jahr | Turnier | Finalgegner | Endergebnis |
|---|---|---|---|
| 1987 | French Open | Martina Navratilova | 6-4, 4-6, 8-6 |
| 1988 | Australian Open | Chris Evert | 6-1, 7-6 |
| French Open | Natalia Zvereva | 6-0, 6-0 | |
| Wimbledon | Martina Navratilova | 5-7, 6-2, 6-1 | |
| US Open | Gabriela Sabatini | 6-3, 3-6, 6-1 | |
| 1989 | Australian Open | Helena Sukova | 6-4, 6-4 |
| Wimbledon | Martina Navratilova | 6-2, 6-7, 6-1 | |
| US Open | Martina Navratilova | 3-6, 7-5, 6-1 | |
| 1990 | Australian Open | Mary Joe Fernandez | 6-3, 6-4 |
| 1991 | Wimbledon | Gabriela Sabatini | 6-4, 3-6, 8-6 |
| 1992 | Wimbledon | Monica Seles | 6-2, 6-1 |
| 1993 | French Open | Mary Joe Fernandez | 4-6, 6-2, 6-4 |
| Wimbledon | Jana Novotná | 7-6, 1-6, 6-4 | |
| US Open | Helena Sukova | 6-3, 6-3 | |
| 1994 | Australian Open | Arantxa Sánchez-Vicario | 6-0, 6-2 |
| 1995 | French Open | Arantxa Sánchez-Vicario | 7-5, 4-6, 6-0 |
| Wimbledon | Arantxa Sánchez-Vicario | 4-6, 6-1, 7-5 | |
| US Open | Monica Seles | 7-6, 0-6, 6-3 | |
| 1996 | French Open | Arantxa Sánchez-Vicario | 6-3, 6-7, 10-8 |
| Wimbledon | Arantxa Sánchez-Vicario | 6-3, 7-5 | |
| US Open | Monica Seles | 7-5, 6-4 | |
| 1999 | French Open | Martina Hingis | 4-6, 7-5, 6-2 |
Weitere Erfolge
- Tennis Masters: 1987, 1989, 1993, 1995, 1996
- Fed-cup: 1997, 1992
Weblinks
1900: Charlotte Cooper | 1908: Dorothea Douglass | 1912: Marguerite Broquedis | 1920: Suzanne Lenglen | 1924: Helen Wills Moody | 1988: Steffi Graf | 1992: Jennifer Capriati | 1996: Lindsay Davenport | 2000: Venus Williams | 2004: Justine Henin-Hardenne
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Graf, Steffanie Maria |
| ALTERNATIVNAMEN | Steffi Graf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Profi-Tennisspielerin |
| GEBURTSDATUM | 14. Juni 1969 |
| GEBURTSORT | Leimen bei Mannheim |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
