Stegreifkomödie
Die Stegreifkomödie (fälschlich auch Stehgreifkomödie) ist Grundlage des Improvisationstheaters.
Woher kommt das Wort? "Kein Problem, das mach ich aus dem Stegreif"- diese Redewendung hören wir häufig. Auch kennen wir Komposita wie Stegreifspiel (improvisiertes Schauspiel), oder Stegreifübersetzung (mündliche Übersetzung ohne Vorbereitung).
Ursprünglich stammt dieser Ausdruck aus dem Bereich des Reitens. Noch bis ins 18. Jahrhundert war Stegreif eine gängige Bezeichnung für Steigbügel. Der erste Teil des Wortes lässt sich auf das heute noch bekannte Verb steigen zurückführen. Das Wort Reif im zweiten Teil des Kompositums wurde früher in der Bedeutung von Strick verwendet. Unterhalb des Sattels gab es demnach früher eine Seilschlinge, in die der Reiter seine Füße stützen konnte.
Überbrachte der Reiter nun eine eilige Botschaft, geschah dies aus dem Stegreif: ohne vom Pferd zu steigen, sondern aufgerichtet im "Stegreif" übermittelte er die wichtigen Informationen so schnell wie möglich.
Info: jn von http://www.ceryx.de/sprache/wd_stegreif.htm
zum Begriff Stegreifkomödie:
Als Schauspieler aus dem Stegreif sprechen oder zu agieren, war beispielsweise in England zur Zeit Shakespeares und den barocken Volkstheatern üblich.
In der Commedia dell'Arte entwickelte sich die Improvisation zu einer festen Kunstform.
In Mitteleuropa hat sich die Tradition des Stegreiftheaters in Form von Volksstücken, Moritaten, Ritterspielen usw. bis heute erhalten, speziell im süddeutschen Raum und in Österreich.
Die Jugendbewegungen ab der Mitte des 20. Jahrhunderts brachten weitere Formen des Laienspiels hervor, die ebenfalls teilweise aus dem Stegreif arbeiten. Nicht zuletzt muss das Kabarett erwähnt werden, das teilweise ebenfalls vom Humor "aus dem Stand" oder vom Extempore in Richtung Publikum lebt.
Siehe auch: Fachmann, Laie, Stegreifbühne
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