Stereodreieck
Das Stereodreieck ist ein Begriff aus der Stereowiedergabetechnik. Es hat sich eine allgemein akzeptierte Lautsprecheraufstellung herausgebildet, bei der der Zuhörer mit den Lautsprechern ein gleichseitiges Dreieck bildet. Dieses Dreieck hat drei gleiche 60° Winkel; also vom auf der Mittellinie befindlichem Zuhörer aus gesehen stehen die Lautsprecher in einem Winkel von ± 30°. Möchte man den Abstand von der Mitte der Lautsprecher-Verbindungslinie zum Hörer ausmessen, dann ergibt sich dabei als Maß der Verkürzungsfaktor 0,866 von der Lautsprecherbasis, also des Abstands von Lautsprecher zu Lautsprecher, eben der Abmessung der Lautsprecherfront. Für die genauen Abmessungen zur Größe des Standard-Stereodreiecks gibt es keine verbindlichen Vorschriften. In etwa 2,50 m wäre eine mittlere übliche Kantenlänge des Dreiecks für einen Aufbau des Standard-Stereodreiecks in einem Wohnzimmer. Die Lautsprecherbasis wird auch Stereobasis genannt.
Wird eine Stereo-Aufnahme über zwei Lautsprecher wiedergegeben, die sich etwa in Ohrhöhe vor dem Hörer befinden, so entsteht im Raum eine Schallfeldüberlagerung, die auf der Mittellinie zwischen den Lautsprechern einen Stereo-Höreindruck erzeugt. Im "sweet-spot" in der Mitte vor den Stereo-Lautsprechern sollte sich der Hörer idealerweise befinden.
Beim Stereohören wird die Richtung der Lokalisation der Phantomschallquellen auf der linearen Verbindungslinie zwischen den Stereo-Lautsprechern (Lautsprecherbasis) mit Hörereignisrichtung bezeichnet und in Prozent aus der Mitte (Center) angegeben. Die Lautsprecherrichtung L oder R ist 100 %. Das Center ist 0%. Genau die Mitte zwischen L und C ist HL (halblinks) = Hörereignisrichtung 50 %.
Mit Nahfeldabhören (Nearfield Monitoring) wird ein Abhören über ein gleichseitiges Stereodreieck mit weniger als 1,50 m Kantenlänge bezeichnet. Die Lautsprecher werden dabei genau auf den Hörplatz (Ohren) ausgerichtet, wobei auf maximalen Abstand der Lautsprecher und dem Abhörplatz zu den Begrenzungsflächen - also den Wänden - zu achten ist.
Man sollte sich klarmachen, dass die Stereotechnik mit zwei Schall überlagernden Lautsprechern ein unnnatürlicher Effekt ist, also nicht in der Natur vorkommt; denn für eine Phantomschallquelle im Center kommen von beiden Lautsprechern gleichphasige und gleichpegelige Signale, die sich an den Ohren überlagern.
In Amateurkreisen gibt es neuerdings für Lautsprecher nur noch das Wort "Boxen", das von den Plastik-Brüllboxen für Tele-Spiele über Multimedia-Computer herstammt. Diese preisgünstigen Boxen haben mit einer qualitätsmäßigen Lautsprecher-Wiedergabe für HiFi-Stereofonie nichts zu tun, was oft nicht erkannt wird. Wenn man also nicht die kleinen schlecht klingenden Multimedia-Plastikwürfel meint, dann sollte man schon bezeichnender Lautsprecher oder zur etwas gehobeneren "Studioabhöre" auch Monitore sagen.
Siehe auch
Stereobasis | Lautsprecher | Interchannel-Signal | Stereofonie | Intensitätsstereofonie | Laufzeitstereofonie | Äquivalenzstereofonie | Lautsprecher| Mikrofonbasis | Mikrofon | ORTF-Stereosystem | Lokalisation (Akustik) | Druckmikrofon | Druckgradientenmikrofon | Stereo | Mono | Hörfläche | Hörschwelle | Hörereignisrichtung | Phantomschallquelle | Summenlokalisation |
