Stolberg (Rhld.)

Wappen Karte
140px|Wappen fehlt
Wappenabbildung auf ngw.nl
140px|Lage der Stadt Stolberg (Rhld.) in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Aachen
Fläche: 98,516 km² (31. Dez. 2003)
Einwohner: 58.932 (30. Juni 2004)
Bevölkerungsdichte: 598 Einw./km²
Höhe: 234 m ü. NN
Postleitzahlen: 52222, 52223 u. 52224 (alt 5190)
Vorwahl: 02402
(Venwegen 02408)
Geografische Lage: 50° 46' n. Br.
06° 14' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: AC
Gemeindeschlüssel: 05354032
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 11–13
52222 Stolberg (Rhld.)
Offizielle Website: www.stolberg.de
E-Mail-Adresse: info@stolberg.de
Politik
Bürgermeister: Ferdinand Gatzweiler (SPD)

Stellvertreterin Hildegard Nießen (SPD)

Die Stadt Stolberg (Rhld.) ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Stolberg wird urkundlich erstmalig im 12. Jh. erwähnt. Der Ort wird oft als Kupferstadt bezeichnet, aber in Wirklichkeit wurde Messing hergestellt. Dies Wissen geht im Wesentlichen auf französische Hugenotten zurück, die nach ihrer Vertreibung zuerst aus Frankreich und dann aus Aachen im 17. Jh. kamen.

Stolberg ist bekannt durch hohe Umweltschäden, unter anderem durch Schwermetalle wie Cadmium und Blei. Zu nennen sind ferner Krupphusten, die Stolberger Bleikinder und das Gressenicher Krankheit genannte Kuhsterben. Zweifelhaft bekannt wurde der Ort in den 1960er Jahren durch das in Stolberg von der Pharmafirma Grünenthal produzierte Medikament Contergan.

Stolberg gehört zum Regierungsbezirk Köln, Kreis Aachen und Amtsgericht Eschweiler.

Verkehr

Die Stadt ist mit einer RegionalBahn-Linie mit Aachen verbunden und gehört dem Aachener Verkehrsverbund an. Sie hat keine Bundesstraße und keinen Autobahnanschluss. Zu erreichen ist sie über die Abfahrt Aachen-Brand der Bundesautobahn 44 und über die Abfahrt Eschweiler der Bundesautobahn 4. Nachbarstädte sind im Uhrzeigersinn Aachen, Eschweiler, Langerwehe, Hürtgenwald, Roetgen und Simmerath.

Bildungseinrichtungen

Sendeanlage des Westdeutschen Rundfunks

Im Ortsteil Donnerberg, 1935 von Eschweiler eingemeindet, betreibt der Westdeutsche Rundfunk eine Sendeanlage für UKW und TV. Als Antennenträger dient ein 231 Meter hoher, abgespannter Stahlfachwerkmast mit einem Querschnitt von 1,76 Metern, der 1993 errichtet wurde. Er hat den alten Sendemast, der auch bis 1993 zur Abstrahlung eines Programms des WDRs auf Mittelwelle diente, ersetzt.

Freizeit- und Sportanlagen

Städtepartnerschaften

Die Stadt pflegt Städtepartnerschaften mit den französischen Städten Faches-Thumesnil und Valognes sowie mit dem sächsisch-anhaltischen Kurort Stolberg (Harz).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gressenicher Krankheit, Bleikinder und Cadmium

Die Gressenicher Krankheit ist eine Vergiftung von Kühen durch bleibelastetes Weidefutter mit häufig tödlichem Verlauf. Derartige Vorfälle werden 1965 aus Stolberg-Gressenich, Diepenlinchen und Stolberg-Binsfeldhammer offiziell bekannt; in einem Bereich also, in dem Emissionsniederschläge der Bleihütte Binsfeldhammer entsprechend der bevorzugt auftretenden Westwindlagen mit geogenen Bodenbelastungen akkumulieren. Das Auftreten der Gressenicher Krankheit führte zusammen mit den Untersuchungsergebnissen an sog. Stolberger Bleikindern 1973 zu einem umfangreichen Umweltschutzprogramm. Die Landwirte von Gressenich und Stolberg betrieben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Viehzucht. Die Tiere waren von der Schwermetallbelastung der Umwelt weit stärker betroffen als Menschen, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Die Schwermetalle, insbesondere Cadmium, reichern sich vor allem in Leber, Nieren und Knochen an. Immer wieder wurde in Stolberg vom Kuhsterben berichtet, auch "Gressenicher Krankheit" genannt. Noch in den Jahren 1980 bis 1982 werden den Behörden 13 Tiere gemeldet, die an Bleivergiftung eingingen. Es wird empfohlen, Innereien von Stolberger Schlachtvieh nicht zu verkaufen.

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass in den 1960er Jahren in Stolberg von der Pharmafirma Grünenthal Contergan produziert wurde.

Neben dem Phänomen der sog. Bleikindern war bei Stolberger Kindern statistisch auffallend Krupphusten verbreitet.

Rechtsextremismus

Stolberg gilt als Hochburg rechtsextremistischer Bewegungen im westlichen Rheinland. right|thumb|Neonazis ziehen durch Stolberg Ende 1931 wird Stolberg aufgrund einer Anordnung der Gauleitung Köln-Aachen Sitz der NSDAP-Kreisleitung für den Kreis Aachen, während in den umliegenden Städten Ortsgruppen verbleiben. 1935 sorgt Stolberg dafür, von der politisch linksorientierten Stadt Eschweiler, dessen Vorort es ist, ohne Entschädigung rund 500 Hektar Gebiet mit rund 1.500 Einwohnern und einen Bahnhof sowie von weiteren Kommunen zusätzliche 11.000 Einwohner zugesprochen zu bekommen. In Stolberg wird die Pogromnacht 1938 auch der Nachbarorte organisiert.

Wolfgang und später Wolfram Narath betrieben von Stolberg aus viele Jahrzehnte die Bundeszentrale der Wiking-Jugend. Die Bundesgeschäftsstelle ist Verfassungsschutzberichten nach von Stolberg nach Berlin verlegt worden.

In Stolberg zieht September 2004 die NPD mit zwei Sitzen in Fraktionsstärke in den Stadtrat ein; die DVU erhält einen Sitz. Politische Gegner, so die Aachener Presse, werden mit "Arbeit macht Spass!" verabschiedet. Willibert Kunkel, Abgeordneter der Nationaldemokraten bekam bei der Wahl zum stellvertreteneden Bürgermeister vier Stimmen. Trotz der Niederlage (44 Gegenstimmen) legte Kunkel Widerspruch ein, eine Begründung konnte der Ratsherr allerdings nicht vorlegen, diese werde schriftlich folgen. Kunkel ist ein landesweit bekannter brauner Rechtspopulist. Er tritt auf rechtsextremen Verantstaltung in ganz NRW auf. Mit Parolen wie "Stolberg darf nicht ausbluten" macht er von sich reden. Auch war er mehrfach in gewaltätige Auseinandersetzungen mit der Antifa beteiligt. Seit Anfang der 50er Jahre arbeitet in Stolberg eine aktive Gruppe der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS (Ehemalige der Waffen-SS), welche mal die militant-faschistische FAP, mal die Nationalzeitungs-DVU ins Rennen um Wählerstimmen schickte. Am 16. April 2005 feierte die NPD mit Prominenz aus Bundes- und Landespartei in der Stadthalle Stolberg ihr 40-jähriges Bestehen.

Stadtoberhäupter

Museen

Siehe auch: Liste deutscher Museen nach Orten, Liste deutscher Museen nach Themen

Bekannte Söhne und Töchter

Ehrenbürger

Weblinks

See also: Stolberg (Rhld.), 12. Jahrhundert, 15. Jahrhundert, 1686, 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, 18. Juli, 1846