Stollen (Bergbau)
[[Bild:StollenSalzbergwerkAltaussee.jpg|thumb|300px|Gemauerter Stollen im Salzbergwerk Altaussee in der Steiermark.]] [[Bild:Schlebuscher erbstollen01.jpg|thumb|300px|Fahrschacht und Kaue des Schlebuscher Erbstollens]] Stollen sind grundsätzlich waagerecht oder leicht aufwärts geneigt von der Erdoberfläche aus in eine Berg- oder Hügelflanke getriebene unterirdische Gänge. Im allgemeinen dienen Stollen zur Verbindung der Erdoberfläche mit unterirdischen Anlagen. Dies können Bergwerke, aber auch beliebige andere Bauwerke (Kavernen, Bunker etc.) sein. Kennzeichnend für einen Stollen ist, dass im Gegensatz zum Tunnel lediglich eines seiner Enden, das sog. Stollenmundloch an der Erdoberfläche liegt.
Im Bergbau werden alle waagerechten ("söhligen") Verbindungen zwischen Erdoberfläche und Lagerstätte als Stollen bezeichnet. Sind diese abwärts geneigt, bezeichnet man sie als Schacht.
Eine besondere Aufgabe, nämlich die der Entwässerung oberhalb gelegener Bergwerke haben die sog. Wasserlösungsstollen. In Zeiten, als es noch keine leistungsfähigen Pumpen gab, waren diese Stollen von großer Bedeutung. Der in einem Bergbaugebiet jeweils am tiefsten gelegene Stollen führte meist nicht nur das Wasser des Bergwerkes ab, zu dem er gehörte, sondern "erbte" auch die Abwässer höhergelegener Bergwerke. Das alte Bergrecht kannte für solche Stollen den Begriff des Erbstollens, dessen Besitzer das Recht hatte von allen Bergwerken, deren Wasser er ableitete, eine Abgabe zu verlangen. Dies war mitunter ein so lukratives Geschäft, dass nur zum Zweck des Baus und der Unterhaltung solcher Stollen Unternehmen gegründet wurden. Erbstollen erreichten zum Teil beträchtliche Längen. Der längste Erbstollen des Ruhrgebietes, der Schlebuscher Erbstollen, hatte schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Länge von 13 km.
Zuweilen werden auch vergleichbare unterirdische Gänge, die jedoch auf natürliche Weise entstanden sind (Gänge in Höhlen) als Stollen bezeichnet.
Einem speziellen militärischen Zweck dienten Stollen, die sog. Mineure bei der Belagerung einer Festung unter das Fundament einer Festungsanlage grub, um entweder das Bauwerk mit Sprengladungen zum Einsturz zu bringen, oder um für einen Überraschungsangriff einen Zugang in die Festung zu schaffen.
