Strahltriebwerke der Achsenmächte
Die Strahltriebwerke der Achsenmächte umfassen sowohl Turbinenluftstrahltriebwerke als auch Pulsoschubrohre und Raketenmotoren.
Turbinenluftstrahltriebwerke
Aufbauend auf den Arbeiten Hans von Ohains entstanden in Deutschland ab 1936 bei den Ernst_Heinkel_Flugzeugwerken die ersten Turbinenluftstrahltriebwerke, die zunächst noch einen Radialverdichter aufwiesen, wie er auch für die Strahltriebwerke der Alliierten zunächst typisch war. In der Folge orientierte sich die deutsche Strahltriebwerksentwicklung aber hin zu den bis heute dominierenden Axialverdichtern, die den Vorteil eines geringeren Durchmessers und damit eines wesentlich geringeren Luftwiderstandes boten.
Die deutsche Strahltriebwerksentwicklung wurde durch die schlechte Verfügbarkeit von hochtemperaturfesten Legierungen stark behindert, so daß die Strahltriebwerke erst spät einsatzreif wurden und nur über eine geringe Lebensdauer verfügten.
Raketentriebwerke
Die Entwicklung der Raketentriebwerke wurde ebenfalls bei den Ernst_Heinkel_Flugzeugwerken vorangetrieben, wo Wernher von Braun ab 1935 an einem Flüssigtreibstoff-Raketenmotor arbeitete, der zunächst in einer Heinkel He 112 als Zusatzantrieb, dann in einer Heinkel He 176 als einziger Flugmotor eingesetzt wurde. Hellmuth Walter hatte einen zweiten Typ eines Raketenmotors entwickelt, der in die von Alexander Lippisch bei Messerschmitt entwickelte Me 163 eingebaut wurde und den ersten einsatzfähigen Raketenjäger ermöglichte.
Pulso-Schubstrahltriebwerke
In der Entwicklung von Pulso-Schubstrahltriebwerken war Deutschland ebenfalls führend. Der Einsatz von Pulso-Triebwerken für den Antrieb von Flugzeugen wurde mehrfach erwogen und getestet, da diese Triebwerke aber immer nur als Zusatztriebwerke dienen konnten, weil das Flugzeug erst von einem anderen Triebwerk auf Fluggeschwindigkeit beschleunigt werden mußte, kam es nicht zu einem Einsatz in bemannten Flugzeugen. Der von Robert Lusser entwickelte Fieseler Fi 103 V-1-Marschflugkörper hingegen wurde von in Großserie hergestellten Argus-Schubrohren angetrieben.
