Straight acting
Straight Acting (von engl.: straight (adj.) = normal, geradeaus, heterosexuell und to act (v.) = darstellen, (schau)spielen) bezeichnet eine Auftretensweise schwuler Männer, die mit Männlichkeit assoziiertes Rollenverhalten umfasst. Der Begriff impliziert, dass hier Heterosexualität imitiert wird. Tatsächlich handelt es sich bei Straight Acting um ein Selbstbehauptungskonzept, das eine Ablehnung von mit Schwulen verbundenen Klischees umfasst. Durch bewusste Abgrenzung und das Unterlassen von feminin konnotiertem Verhalten möchte Straight Acting die öffentliche Wahrnehmung männlicher Homosexualität verändern oder deren Wahrnehmbarkeit einschränken.
Straight Acting wird von Teilen der Schwulenbewegung problematisiert. Die Kritikpunkte sind:
- ein ich-Konzept, dass auf Schauspiel beruht, kann keine gefestigte Persönlichkeitsentwicklung bezeichnen.
- Straight Acting ist ein Schritt zur Depolitisierung der Homosexualität.
- Straight Acting ist oftmals mit "Tuntenhass" verbunden, also ein Konzept des "Othering".
