Strategische Erfolgsfaktoren
Mit dem Konzept der strategischen Erfolgsfaktoren wird versucht, die Erfolgspotenziale zu operationalisieren und damit steuerbar zu machen. Als strategische Erfolgsfaktoren werden jene Faktoren angesehen, die den Unternehmenserfolg oder -misserfolg direkt beeinflussen. Das Strategische Management trägt über eine zielorientierte Steuerung beeinflussbarer strategischer Erfolgsfaktoren zum Aufbau von Erfolgspotenzialen bei.
Erfolgspotenziale und Erfolgsfaktoren
Erfolgspotenzialen wird im Rahmen der Zieleerreichung eine Vorsteuerfunktion für den zukünftigen operativen Erfolg und die Liquidität der Unternehmung zugeschrieben. Erfolgspotenziale dienen der langfristigen Existenz- und Erfolgssicherung des Unternehmens. Der Auf- und Ausbau kann nur langfristig erfolgen und belastet zunächst den operativen Unternehmenserfolg (Investition in die Zukunft). Auch in Erhalt und Aktualisierung ist zu investieren.
Die vorhandenen Erfolgspotenziale begrenzen den realisierbaren Erfolg nach oben. Die Umsetzung des Erfolgspotenzials in messbaren Erfolg ist Aufgabe des operativen Managements.
Es fehlt die Konkretisierung der Vorgehensweise zur Identifikation von Bereichen mit Erfolgs- bzw. Misserfolgspotenzialen, es herrscht konzeptionelle Unklarheit über die Messbarkeit und Wirkungszusammenhänge zwischen strategischen Erfolgspotenzialen und operativem Erfolg. Mit dem Konzept der strategischen Erfolgsfaktoren ([SEF])wird versucht, die Erfolgspotenziale zu operationalisieren und damit steuerbar zu machen.
Der Zusammenhang besteht darin, daß Erfolgsfaktoren die Basis für das Erfolgspotenzial bilden und dieses gleichzeitig konkretisieren. Das Strategische Management trägt über eine zielorientierte Steuerung beeinflussbarer strategischer Erfolgsfaktoren zum Aufbau von Erfolgspotenzialen bei.
Für die Bestimmung der Größe von Erfolgspotenzialen müssen deshalb die zugrunde liegenden Erfolgsfaktoren bekannt sein. Für die Abschätzung der Erfolgswirkungen einer Strategie ist jedoch auch das Wissen über Wirkungsrelationen und Kausalstrukturen der Erfolgsfaktoren Voraussetzung.
Kategorien von Erfolgsfaktoren
- Allgemeine Erfolgsfaktoren sind z.B. der Marktanteil oder die Produkt- und Dienstleistungsqualität -> PIMS
- Markt- oder branchenspezifische Erfolgsfaktoren erklären Unterschiede zwischen Unternehmen bzw. Geschäftseinheiten
- Unternehmensspezische Erfolgsfaktoren drücken die Qualität der Nutzung eines generellen oder marktspezifischen Erfolgsfaktors in Form eines Werts oder Zustands aus.
- Funktionale bzw. subfunktionale Erfolgsfaktoren beziehen sich auf den Erfolg einzelner Maßnahmenarten und beanspruchen diesbzeüglich oft eine generelle und weitgehend zeitunabhängige Validität mit der Folge rezeptartiger Anwendung.
Für das Business Process Reenginering werden als Erfolgsfaktoren beispielsweise die Unterstützung durch das Top Management, ein intensives Mitarbeitertraining und die Einbindung externer Prozessbeteiligter genannt.
Kritik des Erfolgsfaktoren-Konzeptes
Erfolgsfaktoren können sich situationsbedingt kontinuierlich oder bei schnellem Wandel der Umwelt abrupt ändern. Deshalb ist ihr Einfluss auf die Erfolgsgrößen permanent zu überwachen. Sie können im Lauf der Zeit an Bedeutung gewinnen, es können neue hinzukommen oder bisherige bedeutungslos werden.
Nicht zu vergessen sind Probleme, die bereits bei der Identifikation und Auswahl von Erfolgsfaktoren, deren Operationalisierung sowie ihrer Ordnung auftreten. Die Wirkungen der Erfolgsfaktoren auf die Erfolgspotenziale und den Erfolg ist sehr unterschiedlich und nur schwer prognostizierbar. Deswegen gehen Aussagen über die Auswirkungen einer Strategie auf den Erfolg immer mit einer gewissen Unsicherheit einher.
