Streaming-Server
Als Streaming-Server bezeichnet man einen dedizierten Server für die Auslieferung von Streaming Media-Daten über ein Netzwerk.
Typische Streaming-Server unterstützen spezielle Streaming-Protokolle wie RTP, RTCP und RSVP.
| Inhaltsverzeichnis |
Anbieter
Zu den Anbietern von Streaming-Servern gehören u.a. Real Networks (ehem. Progressive Networks), Microsoft und Apple. Auch in der Open Source-Gemeinschaft werden Streaming-Server entwickelt, beispielsweise in den Projekten Darwin, VideoLAN und Helix sowie in der Catra Streaming Platform.
Produkte
Die meisten verbreiteten Streaming-Server werden kommerziell lizenziert, wobei die Kosten bei wachsender Anzahl der gleichzeitigen Streams überproportional zunehmen können.
Allgemeine Streaming-Media-Server
- Helix DNA Server ([1])
- Live365 ([2])
- Nicecast (nur für Mac OS X)
- RealNetworks: Real Server ([3], [4]; Workshop)
- VideoLAN Server, ein dezidierter quelloffener Streaming-Server des VideoLAN-Projekts
- VLC Media Player, ein Medienplayer mit Streamingfähigkeiten und Server-Funktionalität des VideoLAN-Projekts
- Flash Communication Server
Spezielle Streaming-Audio-Server
aktuelle Streaming-Audio-Server sind:
- Xiph.org: Icecast, ein Streaming-Server für MP3 und Ogg Vorbis, wird seit 2001 entwickelt und von zahlreichen Internetradios eingesetzt ([5])
- Nullsoft: SHOUTcast/Shoutcast ([6]; Anleitung)
klassische Software-Lösungen aus den 90er Jahren waren:
- NetStreamer (Linux; GNU GPL)
- Cyber Radio 1 (UNIX; GNU GPL)
- ampRadio (Windows) u.a.
Server-Betrieb
Das Betreiben eines Servers für Live-Streaming setzt – neben den jeweiligen Lizenzen – zumindest einen dedizierten Server voraus; Privatkunden können bei einigen Webhostern und ISPs auch vorkonfigurierte Rechner anmieten.
Geschichte und Entwicklung
Die ersten kommerziellen Produkte für das Streaming veröffentliche Progressive Networks, das spätere Real Networks, bereits 1994; die Konkurrenten Apple und Microsoft zogen wenig später mit Quicktime und Windows Media nach.
Den ersten Open Source-Streaming-Server stellte Apple Mitte 1999 mit Darwin vor. Der Darwin Streaming Server basiert auf freigegebenen Teilen des Quellcodes des Quicktime Streaming Servers.
Real Networks zog 2002 nach und gab Teile des Quellcodes der hauseigenen Server (Helix Universal Server und Helix DNA Server), Player, Produktionstools und Codecs frei, die im Helix DNA-Projekt portiert und weiterentwickelt werden ([7]); der Helix DNA Server unterstützt die Dateiformate MP3, Real Audio, Real Video, Windows Media und QuickTime.
Das Projekt verwendet zwei Lizenzen, die RealNetworks Public Source License (RPSL) und die RealNetworks Community Source License (RCSL) ([8]). Erste Ergebnisse wurden mit der Freigabe des Helix DNA Servers Anfang 2003 veröffentlicht, die Fertigstellung des Helix DNA Encoders verzögerte sich jedoch.
Für einfaches Streaming im SOHO-Bereich ist heute keine kommerzielle Server-Software mehr erforderlich; der Streaming-Player VLC Media Player enthält alle Eigenschaften, die ein Heimanwender benötigt (Stand: 2004).
Siehe auch
- Streaming Media
- Streaming Audio
- Streaming Video
- Streaming-Produktion
- Streaming-Client
- Streaming-Codec
- Streaming-Format
- Streaming-Distribution
- Geschichte und Entwicklung von Streaming Media
