Streckgrenze
Die Streckgrenze Re gibt die Grenze an, bis zu der duktile Werkstoffe bei einachsigem und momentenfreiem Zug ohne bleibende plastische Verformung "gestreckt" bzw. gedehnt werden können.
Bei Überschreiten der Streckgrenze kehrt das Material nach Entlastung nicht mehr in die ursprüngliche Form zurück, sondern es verbleibt eine plastische Probenverlängerung.
Für technische Werkstoffe wird in der Regel nicht die Streckgrenze, sondern die 0,2%-Dehngrenze Rp0,2 angegeben, da sie (im Gegensatz zur Streckgrenze) immer eindeutig aus dem Spannungs-Dehnungs-Diagramm ermittelt werden kann. Die 0,2%-Dehngrenze ist diejenige (einachsige) mechanische Spannung, bei der die auf die Anfangslänge der Probe bezogene bleibende Dehnung nach Entlastung genau 0,2% beträgt.
0,2%-Dehngrenzen gebräuchlicher Werkstoffe:
Aluminium-Legierungen (ungefähre Werte)
| Al99.5 | 40 N/mm² |
| AlMg1 | 100 N/mm² |
| AlMg3 | 120 N/mm² |
| AlMg4.5Mn | 150 N/mm² |
| AlMgSi0.5 | 190 N/mm² |
| AlZnMgCu1.5 | 450 N/mm² |
| S235JR | 235 N/mm² |
| S355 | 355 N/mm² |
| E360 | 360 N/mm² |
Vergütungstähle
| C22 | 340 N/mm² |
| C45 | 490 N/mm² |
| C60 | 580 N/mm² |
| 42CrMo4 | 900 N/mm² |
| 34CrNiMo6 | 1000 N/mm² |
Einsatzstähle
| C10E | 430 N/mm² |
| 16MnCr5 | 630 N/mm² |
| 18CrNiMo7-6 | 830 N/mm² |
Bei noch höherer Last wird die Bruchgrenze überschritten und das Material reißt oder bricht (siehe Zugfestigkeit).
Kategorie:Werkstoffeigenschaft
