Streichholz
thumb|200px|Nachkriegs-Welthölzer der Deutschen Zündwaren-Monopolgesellschaft
Ein Streichholz oder Zündholz entzündet sich durch Reiben des Zündkopfes an einer Reibefläche.
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Typen
Sicherheitsstreichholz
thumb|200px|Sicherheitsstreichholz
Dabei besteht der Zündkopf in der Hauptsache aus Schwefel oder Antimon(III)-sulfid als Reduktionsmittel und dem Oxidationsmittel Kaliumchlorat, sowie Zusätzen (Leim, Paraffin). In der Reibefläche (meist an der Streichholzschachtel) befindet sich eine verleimte Mischung aus Glaspulver und rotem Phosphor. Durch Reiben des Zündkopfes an der Reibefläche bleiben Spuren des Phosphors am Zündkopf hängen und entzünden sich (der Phosphor reagiert mit dem Luftsauerstoff und teilweise auch mit dem Oxidationsmittel). Dadurch reagiert der Schwefel mit dem Oxidationsmittel (Redoxreaktion) und entzündet das Streichholz. Das Holz selbst ist meist von Espen und getränkt mit Paraffin (damit es besser brennt) und mit Dinatriumhydrogenphosphat (verhindert das Nachglühen).
Überallstreichholz
Bei dieser ursprünglichen Form des Streichholzes war die Phosphorverbindung in den Zündkopf des Streichholzes mit eingebracht, so dass sich dieses alleine durch Reiben an einer rauen Oberfläche entzünden ließ.
Geschichte
Im Jahr 1681 tauchte der Engländer Robert Boyle Holzspäne in geschmolzenes Sulfat und das erste Zündholz war erfunden, aber es liess sich leider nur an einem brennenden Gegenstand entzünden. Phosphorstreichhölzer entwarf auch der Franzose Charles Sauria, aber industriell wurden sie erst im 1832 durch den Deutschen Friedrich Kammerer hergestellt. Sie hatten aber die schlechte Eigenschaft, sich mit erschreckender Leichtigkeit selbst zu entzünden. Die Herstellung der Phosphorhölzer war extrem gesundheitsschädigend. Der Schwede Karl Frantz Lundström löste dieses Problem, indem er 1844 den weißen Phosphor durch den amorphen roten Phosphor ersetzte. Daher nennt man die Streichhölzer auch Sicherheitsstreichhölzer oder auch Schwedenhölzer.
Im tschechischen Susice (Böhmerwald) gibt es direkt am Marktplatz ein Streichholzmuseum. Ebenfalls gibt es im schwedischen Jönköping ein solches Museum [1].
Andere Quellen (englischsprachige Wikipedia) nennen hier den englischen Chemiker John Walker und das Jahr 1827.
Mit der Erfindung der Streichhölzer kamen bald die Tunkhölzer außer Gebrauch.
Von 1930 bis 1983 bestand in Deutschland ein staatliches Zündwarenmonopol.
Andere Verwendungen
Zündholzturm ist eine von vielen zusätzlichen Verwendungen des Streichholzes. Der Name kommt von dem gebräuchlichen Synonym für Streichholz, nämlich Zündholz.
Vielen Menschen dienen Streichhölzer und insbesondere die Streichholzschachteln auch als Sammelobjekte, da diese oft als Werbefläche genutzt werden. Diese Sammelleidenschaft wird dann Phillumenie (philos = Freund und lumen = Licht) genannt.
Trivia
Jedes Jahr werden weltweit ca. sechs Trillionen (eine Eins mit 18 Nullen) Streichhölzer verbraucht - hintereinander gelegt ergäbe dies die Strecke von der Erde zur Sonne und fast wieder zurück.
Literatur
- Bujard, Alfons Zündwaren, Survival Press, Radolfzell, 1910, Reprint 2002, ISBN 3831139482
Siehe auch: Zündwarenmonopol, Feuerzeug, Feuerstein, Zündholzturm
Weblinks
Kurze Geschichte des Zündholzes
