Streichinstrument

Die Streichinstrumente gehören zu den Saiteninstrumenten, es sind Musikinstrumente, bei denen ein Bogen oder Rad die Schwingung der Saiten durch Reibung verursacht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Streichinstrumente wie Fiedel und Rebec sind in Europa mindestens seit dem 11. Jahrhundert bekannt. Zumindest beim Rebec ist dabei der arabische Ursprung des Instruments (Rebab) sicher nachzuweisen. Aus der Fiedel und dem Rebec entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert die Violen- und Gambenfamilie.

Zu den Streichinstrumente mit Resonanzsaiten gehören Baryton, Viola d'amore, Lira da Gamba und Lira da Braccio.

Bei der in der Renaissance aber auch im 18. Jhdt. sehr beliebten Drehleier werden die mit kolophonierter Baumwolle umwickelten Melodie- sowie ein oder mehrere Bordunsaiten durch ein Holzrad, das mittels einer Kurbel gedreht wird, zum Klingen gebracht.

Eine noch längere Geschichte haben Streichinstrumente in China, die unter dem Begriff Huqin zusammengefasst werden. Es handelt sich um ein- und zweisaitige Geigen, die u.a. das Rückgrat des Orchesters in der Peking-Oper darstellen; es handelt sich um Erhu, Gaohu, Zhonghu, Gehu und Baß-Gehu, die jedoch regional unterschiedliche Bedeutung haben.

Hinsichtlich Japan ist die dreisaitige Kokyu zu erwähnen.

Außerdem werden in den meisten traditionellen Volksmusiken vieler europäischer und außereuropäischer Länder verschiedenste Fiedeln (vor allem Mittel- und Nordeuropa) und Geigen (z.B. die Gudok in Russland und Gudulka in Bulgarien oder der Rebab in der arabischen Kultur sowie im Gamelanorchester in Indonesien) verwendet.

Instrumententypen

Heute in der europäischen klassischen und zeitgenössischen Musik gebräuchliche Streichinstrumente sind:

Historische Streichinstrumente, die zur Aufführung alter europäischer Musik zunehmend wieder gebraucht werden, sind insbesondere Fiedel, Gambe, Rebec (Rubeba), Trumscheit, Drehleier und die Viola d'amore.

Mit Tasten ausgestatte mechanische Streichklaviere sind ebenfalls dieser Gruppe zuzuordnen.

Im 17., 18. und 19. Jahrhundert kam bei Tanzstunden die Pochette (in Schiffchenform) und die Tanzmeistergeige (eine Geige in teils klassischer Form, aber kleinem Korpus) zum Einsatz. Die Instrumente haben einen hellen und schwachen Klang. In öffentlichen und privaten Sammlungen befinden sich Instrumente von großen Geigenbauern, von Antonio Stradivari und anderen großen Meistern des 18. Jahrhunderts bis hin zu Vuillaume im 19. Jahrhundert.

Ein Unikum bleibt der 1855 in Frankreich entstandene Oktobass.

Im Bereich der Folk-Musik, vor allem der skandinavischen, ist die Nyckelharpa in ihren verschiedenen Formen, aber auch die Hardangerfiedel in den letzten Jahren immer populärer geworden.

Buchtipp

Urs Frauchiger, Der eigene Ton, Ammann Verlag 2000, ISBN 3250300039 - spannende Interviews mit berühmten Streichern

Weblinks

20px|Wiktionary Wiktionary: Weiteres zur Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen von Streichinstrument

See also: Streichinstrument, 2000, Antonio Stradivari, Baryton, Bogen (Streichinstrument), Bordunsaite, Bratsche, Bulgarien, China