STS-51-L

STS-51-L war eine Mission der Raumfähre Challenger.

Die Challenger-Katastrophe

Am 28. Januar 1986, 73 Sekunden nach dem Start der Mission STS-51-L, explodierte die Raumfähre. Dabei starben sieben Astronauten. Es war der bis dahin schwerste Unfall in der Raumfahrtgeschichte der USA. Als Grund wurde ein defekter Dichtungsring der Feststoffraketen ausfindig gemacht. Diese wurden aus ökonomischen Gründen in vier Teilen gefertigt, dann zusammengebaut und mit O-Ringen ineinander verankert. Laut einer BBC-Dokumentation waren Sicherheitsbedenken gegenüber der Qualität dieser Ringe und gegenüber der Festigkeit bei Nachtfrost bekannt.

Die Kapsel, in der sich die Raumfahrer befanden, überstand die Explosion unversehrt. Ein offizieller Bericht sprach davon, dass "die Kräfte und Wirkungen der Explosion nicht zum Tod führten". Kritiker bemängelten Fehler in der Konstruktion und ein aus Kostengründen eingespartes Rettungssystem (Fallschirm der Kapsel, eigener Antrieb beim Rückflug). Ein prominentes Mitglied der Untersuchungskommission war der Physiker und Nobelpreisträger Richard P. Feynman, der über die Untersuchung ein Buch geschrieben hat.

Die Challenger-Katastrophe warf nicht nur das Raumfahrtprogramm der USA zurück, sondern wirkte auch wie ein Schock auf die amerikanischen Bürger, die das Unglück zahlreich live miterlebt hatten, sei es auf den Aussichtstribünen in Cape Canaveral, sei es am Fernseher. Der Rückschlag wirkte in dieser politisch angespannten Lage als nationales Trauma.

Konsequenzen

Nach dem Unglück wurde ein generelles Startverbot für die Shuttle-Flotte ausgesprochen. Fast zweieinhalb Jahre lang arbeitete man an Verbesserungen, die den Start sicherer machen sollten. Die wichtigste Änderung war die vollständige Überarbeitung der Feststoffbooster. Über 2.000 Änderungen wurden am Shuttle-System ausgeführt, so zum Beispiel eine Notausstiegsluke am Orbiter. Ab sofort mussten die Astronauten bei Start und Landung wieder Druckanzüge tragen. Außerdem wurde das Shuttle aus dem kommerziellen Satellitengeschäft zurückgezogen, das wieder auf unbemannte Trägerraketen übertragen wurde. Im August 1987 wurde der Bau einer Ersatzfähre für die Challenger in Auftrag gegeben, und 1991 wurde die Endeavour fertiggestellt. Am 29. September 1988 startete mit der Discovery zum erstenmal nach dem Unglück wieder ein Space Shuttle ins All (STS-26). Bis zum Februar 2003, als die Columbia beim Landeanflug auseinanderbrach, kam es zu keinen weiteren Shuttle-Unglücken.

Besatzung der Mission STS-51-L

See also: STS-51-L, 1986, 1988, 1991, 28. Januar, 29. September, Booster (Raketenantrieb), Cape Canaveral, Challenger, Christa McAuliffe