Studentenprotest

Der Studentenprotest ist eine grundsätzlich gewaltlose Form von Protestaktionen, meist in Form von Demonstrationen oder Streiks im weiteren Sinne, welche von Studenten durchgeführt werden. Die Gründe für Studentenproteste können vielfältig sein, häufig soll auf schlechte Studienbedingungen hingewiesen werden.

Meist werden diese Proteste vom Studentenrat/AStA fakultätsübergreifend organisiert, die Unterstützung der Hochschulleitung hingegen ist nur manchmal gegeben. Oft dauern Protestaktionen über Tage oder Wochen hinweg an, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele größerer Protestaktionen

Die Proteste der sog. 68er waren ursprünglich und hauptsächlich wohl Studentenproteste.

1997

2003

2005

Mittel

Mittel des Studentenprotests sind neben Demonstrationen der Streik an Universitäten, manchmal auch die Besetzung von Räumen oder Gebäuden, aber auch Performance im öffentlichen Raum, um auf Studienbedingungen aufmerksam zu machen, und Formen der Kommunikationsguerilla.

Es wurden beispielsweise Fotokalender mit unbekleideten SportstudentInnen produziert (das letzte Hemd), oder gemeinsam geschwommen (Bildung geht baden). Obwohl gerade Aktionen wie der Kalender im Gegensatz zu auch stattfindenen Demonstrationen grösseres Echo in manchen Medien (Spiegel Online) hervorriefen, blieben die eigentlichen Forderungen der Studenten unerfüllt (Studiengebühren). Auch gelang es nicht, der breiten Bevölkerung den Zusammenhang der Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen mit anderen, sie betreffenden Maßnahmen (Privatisierung) darzustellen und somit eine Solidarität in anderen Teilen der Bevölkerung zu wecken (wobei auch Studenten selber oft wenig an der Situation anderer Bevölkerungsteile interessiert waren).

Wortwitz

Die Parolen der Studenten 1997 - 2003 lauten unter anderem:

Manche Kritiker beklagen dabei allerdings eine Tendenz zur Verniedlichung und Verspaßlichung (Regression), die keineswegs jeden anspricht und gravierende Sachverhalte auf harmlose Kalauer reduziert.

Im Summer of Resistance 2005 werden die Parolen auch kritischer, z.B.:

...oder ironisch:

Zitat

Wir sind schon zu oft vertröstet, irregeführt und schlussendlich belogen worden. Wir sind immer noch nicht damit einverstanden, dass die Universität ein Unternehmen wird, dass aus dem Bildungssektor ein freier Markt wird, dass die gesamte Welt ausverkauft wird. Das alles passiert aktuell, allein um dem Kapital noch ein paar Profitpunkte mehr zu ermöglichen. Regt sich dagegen Widerstand, der über Plakate, Demos und lautes Brüllen hinausgeht, wird er gnadenlos mit Gewalt beantwortet: Wir solidarisieren uns mit den Hamburger, Oldenburger und Stuttgarter Studierenden, die wegen ihres Protestes förmlich zusammengeknüppelt wurden.

(Stellungnahme der Studenten, die am 25. 5. 2005 Rektorate in 6 Universitätsstädten besetzen. Quelle: Indymedia 25.5.)

Weblinks

siehe auch

Hochschulreform, Studentenbewegung, Studentenunruhen, Akademiker, Bildung, Studiengebühren, Centrum für Hochschulentwicklung

See also: Studentenprotest, 2003, 68er, 68er-Bewegung, AStA, Akademiker, Berlin, Bildung, Bonn, Braunschweig