Stupa
thumb|240px|Die „Große Stupa“ von Sanchi Eine Stupa ist ein Denkmal, ein Symbol für den Buddha und den Buddhismus.
Mit Stupa war in uralten Zeiten der Erdhügel gemeint, der über den Überbleibseln einer toten Person errichtet wurde (aus dem Sanskrit stup: aufhäufen, ansammeln). Dieser Hügel hatte die Form einer Halbkugel und war meist aus Erde oder auch aus Stein gemacht: die Inder setzten einen Stab in den Mittelpunkt der Halbkugel und beerdigten die Gebeine unter ihm. Der Stab wurde als Verbindung zum Zentrum des Universums angesehen, welches alle Energie sammelte und die Geburt allen Lebens beeinflusste. Die (Halb-)Kugel als Symbol für Vollständigkeit zeigte die Balance von Energie im Universum, wurde zum Symbol des Universums.
Diese Idee wurde vom Buddhismus übernommen. In der Mahaparinibbana Sutra wird erwähnt, daß vier Personenkreise würdig genug sind, einen solchen Grabhügel zu erhalten: Ein Vollendeter, ein Heiliger, „vollkommen Erwachter“ (also ein historischer Buddha - Samma-Sambuddha), ein „einzeln Erwachter“ (also ein Buddha, der allerdings nicht das Dhamma predigt - Pacceka-Buddha), ein Jünger des Vollendeten und ein Kaiserkönig (Chakravartin - Universeller Monarch).
In nur wenigen Jahrhunderten entwickelte sich der schlichte Grabhügel zu der Grundform der heutigen Stupas, die Stupa von Sanchi (Zentral-Indien). Bereits hier sind die vier Grundelemente zu erkennen: eine quadratische Plattform als Basis, das halbkugelige Kuppelgewölbe, eine Reliquien-Kammer, die Spitze, oft auch durch einen stilisierten Schirm ersetzt, die mit einer „Krone“, einem „Juwel“ (welches oft wörtlich zu nehmen ist) abgeschlossen ist. Diese vier Elemente stehen für die Elemente des Buddhismus: den Sangha (Basis), das Dhamma (die Kugel), den Buddha (die Reliquienkammer, die Spitze) und das Nibbana (das Juwel).
Aus der Stupa entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte in Sri Lanka die Dagoba, in Thailand wurde daraus wiederum die Chedi weiterentwickelt. Daraus ergab sich in Laos der That. Die nördliche Entwicklungslinie zeigt in Tibet den Chörten, im chinesischen Raum den Ta und in Ostasien die Pagode.
Bild:Dagoba Colombo.jpg | Bild:Phra Pathom Chedi.jpg | Bild:Bangkok-Wat Phra Kaeo-Phra Sri Rattana.jpg | Wat Phnom, Phnom Penh, Kambodscha |
Bild:Chorten Tibet.jpg | Bild:Stupa Chorten Ladakh.jpg | Bild:IMG 1444 Kinkaku-ji.JPG | Bild:SensojiPagoda1468.jpg |
Literatur
- Adrian Snodgrass, The Symbolism Of The Stupa. Delhi 1992, ISBN 81-208-0781-2
- Heino Kottkamp, Der Stupa als Repräsentation des buddhistischen Heilsweges. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung architektonischer Symbolik. Wiesbaden 1992, ISBN 3-447-03306-1
Web-Links
- Stupa-Informationen (in Engl.)
- Symbole der Stupas in der Antike bis zur der Neuzeit (in Engl.)
- Stupa or Chörten (mit vielen weiterführenden Links, in Engl.)
- Stupas, Tempel und verwandte Bauwerke aus drei Felsbildstationen bei Chilas am oberen Indus (Nordpakistan) (mit ausführlichem Literaturteil)
