Subbotnik

Der Subbotnik (von russisch: суббота (subbota): Sonnabend) ist ein in der Sowjetunion entstandener Begriff für einen unbezahlten, freiwilligen Arbeitseinsatz am Sonnabend, der in die DDR-Sprache übernommen wurde.

Die Freiwilligkeit wurde zwar hervorgehoben, nicht selten gab es jedoch einen beträchtlichen Druck für diese Arbeitseinsätze. So wurde auch so manches behördliches Wohlwollen von der - wohl sehr gut beobachteten und registrierten - Teilnahme an diesen Subbotniks abhängig gemacht. Wer eine größere Wohnung brauchte, wer nach einer besseren Stelle suchte, wer ins Ausland fahren wollte oder gar einen Telefonanschluss begehrte, der war meist auf derartige "Pluspunkte" für sein "sozialistisches Verhalten" angewiesen.

Nach dem Krieg waren die Subbotniks durchaus eine sinnvolle Einrichtung für den Wiederaufbau, später verkamen sie jedoch oft zu bürokratischem Aktivismus, dann lokal auch oft mangels Material oder mangels Ideen schlicht zu stupiden Pflichtübungen. Spätestens Mitte der 1980er Jahren fanden diese Veranstaltungen nicht mehr statt. Die Bezeichnung blieb aber für Arbeitseinsätze der "Hausgemeinschaft" bei der Vorgartenpflege u.ä. üblich.

In der DDR wurden später auch bezahlte Sonderschichten am Sonnabend ironisch so genannt.

See also: Subbotnik, Aktivismus, DDR-Sprache, Deutsche Demokratische Republik, Freiwilligkeit, Pflicht, Sonnabend, Sowjetunion