Substanz P
Substanz P ist ein aus 11 Aminosäuren bestehendes Neuropeptid. Es gehört zur Gruppe der Neurokinine (früher auch als Tachykinine bezeichnet) und wird von Nervenzellen, aber auch von Leukozyten gebildet.
Substanz P wurde zunächst als Neurotransmitter bei Schmerzrezeptoren (Nozizeptor) und schmerzleitender C-Fasern angesehen (daher der Buchstabe P für pain (engl.) "Schmerz") . Wird ein solcher Rezeptor stärker erregt, setzt er Substanz P frei. Substanz P spielt aber auch als Modulator bei Entzündungen eine Rolle. Bei lokalen Entzündungen wird sie von den afferenten Neuronen der Spinalnerven und in Projektionsbahnen des Rückenmarksbahnen gebildet.
Substanz P bewirkt eine starke Erweiterung der Blutgefäße und steigert die Durchlässigkeit der Gefäßwand. Zudem bewirkt sie eine Steigerung der Sensitivität des Schmerzneurone im Rückenmark. Substanz P reguliert auch die zielgerichtete Einwanderung von Leukozyten (Chemotaxis). Leukozyten exprimieren sowohl Substanz P als auch den Substanz P-Rezeptor (Neurokinin-1 Rezeptor, NK-1R).
Substanz P-Antagonisten sind augenblicklich stark im Fokus der wissenschaftlichen Forschung, z.B. für Schmerztherapie und als Antidepressivum. Ein Überschuss an Substanz P wird als eine Ursache der Fibromyalgie diskutiert.
Capsaicin, eine Substanz in Paprika und Chili, kann den Substanz P-Spiegel senken.
Innerhalb der Säugetiere fehlt Substanz P beim Nacktmull, der damit praktisch schmerzresistent ist.
