Search and Rescue
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem im deutschen Sprachgebrauch geprägten Begriff "Search and Rescue". Zu weiteren Bedeutungen dieses Ausdrucks, siehe Search and Rescue (Begriffsklärung).
thumb|250px|Bell UH-1 der Bundeswehr für SAR-ZweckeSearch and Rescue (SAR, engl.), zu deutsch Suchen und Retten.
Im Behördendeutsch beschreibt SAR den Such- und Rettungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland für die Bereiche Luft- und Seefahrt. Er obliegt Verwaltungen und zum bedeutenden Teil Freiwilligen Organisationen (vgl. Katastrophenschutz). Dieser wurde auf Grund internationaler Vereinbarungen eingerichtet. Verantwortlich dafür sind die Bundesländer, doch bei länderübergreifenden Schadenslagen auch das Bundesverkehrsministerium, z.T. das Bundesinnenministerium und das Bundesverteidigungsministerium.
Für ohne obrigkeitliche oder 'zuständige' Anleitung suchende und rettende Freiwillige (vgl. die "emergenten Organisations-Netzwerke"), die es überall gibt, wird in Deutschland der Ausdruck "SAR" nicht verwandt. thumb|250px|Seenotrettung durch Hubschrauber
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Luftrettung
Im Bereich der Luftfahrt wird der SAR-Dienst von der Bundeswehr (Luftwaffe und Marine) wahrgenommen. Dieser wurde mit dem Beitritt Deutschlands zur ICAO, der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation, aufgestellt. Jedes Mitgliedsland der ICAO muss einen SAR-Dienst unterhalten.
Aufgaben des SAR-Dienstes der Bundeswehr sind:
- Hilfeleistung für in Not geratene Luftfahrzeuge und Rettung von Crew und Passagieren;
- Unterstützung des Seenotrettungsdienstes in der deutschen Nord- und Ostsee;
- Unterstützung der eigenen, verbündeten und befreundeten Streitkräfte;
- Unterstützung des zivilen Rettungsdienstes, sofern militärische Aufgaben dem nicht entgegenstehen und genügend Kapazitäten vorhanden sind;
- Abstellung von Rettungshubschraubern zur Unterstützung der Länder.
Seenotrettung
Durch die Mitgliedschaft in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organisation, kurz IMO) der Vereinten Nationen muss Deutschland auch einen maritimen SAR-Dienst (Seenotrettungsdienst) unterhalten. Diese staatliche Aufgabe wurde mit einer Vereinbarung zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger an die DGzRS übertragen und wird dort von Bremen Rescue Radio durchgeführt.
siehe auch: Mann-über-Bord-Manöver
Ausstattung der SAR-Hubschrauber
Wesentlicher Bestandteil der SAR-Rettungsmittel Deutschlands ist das bundeseigene Hubschrauber-Stützpunktnetz. Auf dem Festland unterhält die Luftwaffe der Bundeswehr zahlreiche sogenannte SAR-Kommandos, hinzu kommen SAR-Hubschrauber der Marine auf Helgoland, in Warnemünde und Kiel. Die Marine-SAR-Hubschrauber übernehmen die SAR-Aufgabe über Nord- und Ostsee gemeinsam mit der DGzRS. Dabei sind alle SAR-Hubschrauber in Deutschland ausgestattet unter anderem mit folgendem spezifischem Equipment:
- SAR-Hubschrauber an SAR-Kommandos
- Beatmungsgerät (Notfall-Respirator)
- Defibrillator und Kardioskop
- Arzttasche
- Vakuummatratze zur Patienten-Immobilisierung
- 2 Krankentragen
- Rettungswinde
- Die SAR-Hubschrauber der Luftwaffe führen außerdem einen Kerosin-Zusatztank mit sich.
- Manche SAR-Hubschrauber sind aufgrund des Engagements ihrer Besatzungen noch darüber hinausgehend ausgerüstet!
- SAR-Hubschrauber an Rettungszentren
...sind in das Netz der zivilen Rettungshubschrauber integriert. Sie sind analog zu den zivilen Luftrettungsmitteln ausgestattet.
Besatzung der SAR-Hubschrauber
- Im Bereich der Marineflieger:
- 2 Hubschrauberführer
- 1 Luftfahrzeugoperationsoffizier (LOPO)
- 1 Bordmechaniker mit med. Ausbildungsstand Rettungssanitäter
- Im Bereich der Luftwaffe (SAR-Kommandos)
- 1 Hubschrauberführer
- 1 Bordtechniker
- 1 Luftrettungsmeister
- Im Bereich der Luftwaffe (SAR-Rettungshubschrauber an Rettungszentren)
- 1 Hubschrauberführer
- 1 Bordtechniker
- 1 Rettungsassistent
- 1 Notarzt
Einsatzbereitschaft der SAR-Hubschrauber
Die Hubschrauber an SAR-Kommandos sind generell 24h / Tag, ganzjährig einsatzbereit. Tagsüber gilt eine Vorlaufzeit von max. 15 min, von 30 min nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang erhöht sie sich auf maximal eine Stunde. Die SAR-Rettungshubschrauber an den Rettungszentren der Luftwaffe sind analog zum "Christoph"-Rettungshubschrauber-Netz innerhalb von 2 Minuten nach dem Alarm in der Luft. SAR-Rettungshubschrauber an Rettungszentren stehen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (max. 21:00h) zur Verfügung.
Alarmierung
Die Alarmierung der SAR-Hubschrauber an den SAR-Kommandos erfolgt über die SAR-Leitstelle Münster (Westfalen) für den Festlandbereich (Tel. +49-251-135757) bzw. über die SAR-Leitstelle Glücksburg für den maritimen Bereich (Tel. +49-4631-6013). (Angaben der Telefonnummern ohne Gewähr!)
Bitte kontaktieren Sie, sofern ein Luftnotfall oder sonstige SAR-Notlage vorliegt (z.B. Luftfahrzeug vermisst), Ihre Rettungsleitstelle oder die Feuerwehr: Notruf 112. Die Leitstelle wird sich dann mit der zuständigen SAR-Leitstelle in Verbindung setzen.
SAR-Rettungshubschrauber werden über die regional zuständige Rettungsleitstelle eingesetzt, wenn sie für rettungsdienstliche Aufgaben herangezogen werden.
Im Notfall wählen Sie bitte den Notruf 112!
Vergleichbare Systeme im Ausland
Im Folgenden ist exemplarisch ein Einblick in die Zuständigkeiten für den SAR-Dienst in einigen anderen Staaten der Erde gegeben.
- In den Niederlanden werden Hubschrauber des Typs Bell 412 der Luftstreitkräfte für den Such- und Rettungsdienst eingesetzt. Besonders häufig werden die westfriesischen Inseln angeflogen.
- In Neuseeland übernimmt die Polizei in Küstennähe und die Küstenwache (Maritime Safety Authority) bei ausgedehnten Suchgebieten die Durchführung von Such- und Rettungsaktionen.
- In Kanada ist die Küstenwache maßgeblicher Anbieter des maritimen SAR-Dienstes.
- Auf den Bahamas gibt es keine Institution, die SAR-Dienste mit festangestellten Mitarbeitern betreibt. Diese Aufgabe (Gewährleistung der Seenotrettung) übernehmen ehrenamtliche Mitglieder der Organisation BASRA. Sie werden vom Militär und der US-Küstenwache bei Bedarf unterstützt.
Weblinks
- http://www.rth.info (auf www.rth.info im Menüpunkt "Betreiber" den Text "Bundeswehr" auswählen)
- http://www.rth.info/stationen.tab.sar.htm Standortliste der SAR-Hubschrauber!
- http://www.sar71.de
- http://www.luftrettung-info.de.vu
- http://www.dgzrs.de/wir_ueber_uns/index_wuu_aufgabe.htm
International
- http://www.sar303sqn.nl/ SAR-Dienst in den Niederlanden
- http://www.nzlsar.org.nz/ SAR-Dienst in Neuseeland
- http://www.ccg-gcc.gc.ca/sar/main_e.htm Maritimer SAR-Dienst in Kanada
- http://www.basra.org/index.html Ehrenamtliche SAR-Organisation auf den Bahamas
