Südwestfunk

Der Südwestfunk (SWF) war bis 1998 die Landesrundfunkanstalt des Landes Rheinland-Pfalz sowie des südlichen Baden-Württembergs. Die genaue Grenze zum Sendegebiet des Süddeutschen Rundfunks (SDR) in Baden-Württemberg verlief entlang der ehemaligen Grenzlinie der Länder Baden und Württemberg-Hohenzollern im Süden zu Württemberg-Baden im Norden des Landes. 1998 fusionierte der SWF mit dem SDR zum neuen Südwestrundfunk SWR.

Hauptsitz des Südwestfunks war Baden-Baden, Landesstudios bestanden in Freiburg im Breisgau, Tübingen und Mainz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bis 1945 gab es für das spätere Sendegebiet des "Südwestfunks" keine eigenständige Rundfunkanstalt. Das Gebiet gehörte zum Einzugsbereich der Sendegesellschaften bzw. Reichssender in Frankfurt am Main, München und Stuttgart. 1946 wurde durch die französische Besatzung der Sender "Radio Koblenz" errichtet, der kurze Zeit später die Rundfunkanstalt für die gesamte Besatzungszone wurde. 1949 wurde der Sender in deutsche Hände übergeben und unter dem Namen "Südwestfunk" eine Anstalt des öffentlichen Rechts für die Länder Baden, Württemberg-Hohenzollern und Rheinland-Pfalz. Ein Jahr später war er Gründungsmitglied der ARD, welcher er bis zur Fusion mit dem SDR 1998 angehörte.
Auch nach Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 blieb der SWF Landesrundfunkanstalt für dessen südlichen Landesteil, wo sich mit Baden-Baden auch der Sitz des Senders befand. Baden-Württemberg war somit für viele Jahre das einzige Bundesland, das zwei öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalten hatte (Süddeutscher Rundfunk und SWF). Dieser Zustand wurde erst mit der Fusion beider Sender 1998 zum Südwestrundfunk beendet.

Programmgeschichte des SWF

Der SWF strahlte bis 1951 nur ein Hörfunkprogramm aus (später als SWF 1 bezeichnet). Dann nahm das 2. Hörfunkprogramm SWF 2 über UKW seinen Sendebetrieb auf. Von 1949 bis 1958 baute der Journalist Dr. Wilhelm Sandfuchs den Kirchenfunk des SWF auf.

Am 3. August 1964 folgte über UKW zunächst als "Gastarbeiterprogramm" das 3. Hörfunkprogramm SWF3, das in den 1970er Jahren zur Musik- und Servicewelle ausgebaut und weiterentwickelt wurde.

Am 5. April 1969 startete der SWF zusammen mit dem Süddeutschen Rundfunk (SDR) und dem Saarländischen Rundfunk (SR) für die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und für das Saarland das Dritte Fernsehprogramm "Südwest 3". Das Programm wurde Zug um Zug zum Vollprogramm ausgebaut (seit 1971 tägliche Sendungen).

In der Austastlücke dieses Programms startete der SWF 1984 sein regionales Videotext-Angebot unter der Bezeichnung "SWF-Text", das später mit dem gleichzeitig gestarteten "Südfunk-Text" zum "Südwest-Text" zusammen geführt wurde (Veranstaltungsort ist heute das Landesfunkhaus in Mainz).

Am 1. Januar 1991 wurde das 2. Hörfunkprogramm SWF 2 mit dem 2. Hörfunkprogramm des Süddeutschen Rundfunks (SDR 2) zum neuen Kulturkanal "S 2 Kultur" verschmolzen. Zur gleichen Zeit nahm das ebenfalls gemeinsam mit dem SDR veranstaltete 4. Hörfunkprogramm "S 4 Baden-Württemberg" seinen Sendebetrieb auf. Als Pendant zu diesem 4. Hörfunkprogramm für Baden-Württemberg startete der SWF am 1. Dezember 1991 sein Landesprogramm SWF 4 Rheinland-Pfalz.

Am 17. Mai 1997 startete der SWF zusammen mit dem SDR das Jugendmultimedium DASDING im Rahmen des DAB-Pilotprojekts Baden-Württemberg. Es handelt sich um ein digitales 24-Stunden-Angebot für Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren, das über UKW, DAB und ADR sowie im Internet verbreitet wird. DASDING verbindet die Medien Hörfunk, Fernsehen und Internet zu einem neuartigen Angebot.

Alle Programme des SWF sendeten noch bis 30. August 1998. Am 1. September 1998 nahmen die Programme des SWR ihren Sendebetrieb auf. SWF 1 ging in SWR 1 Baden-Württemberg bzw. SWR 1 Rheinland-Pfalz auf, S 2 Kultur wurde in SWR 2 überführt, SWF 3 ging in SWR 3 auf, S 4 Baden-Württemberg wurde in SWR 4 Baden-Württemberg überführt und SWF 4 Rheinland-Pfalz wurde in SWR 4 Rheinland-Pfalz überführt. Das Jugendprogramm DASDING wurde vom SWR weiter geführt.
Das Dritte Fernsehprogramm "Südwest 3" wurde in die beiden Programme "Südwest BW" und "Südwest RP", heute "Südwest Fernsehen" überführt.

Intendanten des SWF 1946 -1998

Programme des SWF

Der SWF veranstaltete zuletzt allein oder in Kooperation mit anderen Rundfunkanstalten folgende Rundfunkprogramme:

Fernsehen

Das Erste Erstes Deutsches Fernsehen - Gemeinschaftsprogramm der ARD
Südwest 3 - Drittes Fernsehprogramm für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland in Kooperation mit SDR und SR
Phoenix - gemeinsamer Ereigniskanal der ARD und des ZDF
KiKa - Kindakanal von ARD und ZDF
arte - deutsch-französischer Kulturkanal
3sat - Kulturkanal von ARD, ZDF, ORF, und SRG

Hörfunk

SWF 1 - Vollprogramm
SWF 2 - Kulturprogramm; wurde zum 1. Januar 1991 gemeinsam mit SDR 2 in S2 Kultur überführt.
S2 Kultur - Kulturradio, in Kooperation mit dem SDR
SWF 3 - Popwelle
SWF 4 Rheinland-Pfalz - Regionales Programm für Rheinland-Pfalz mit Musik eher für die ältere Generation
S 4 Baden-Württemberg - Regionales Programm für Baden-Württemberg mit Musik eher für die ältere Generation in Kooperation mit dem SDR
DASDING - Jugendprogramm, damals noch im Aufbau begriffen

See also: Südwestfunk, 1. Januar, 1945, 1946, 1949, 1951, 1952, 1958, 1964, 1965