Suhl

Wappen Karte
Wappen 140px|Lage der kreisfreien Stadt Suhl in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Stadtkreis
Höhe: 550 m ü. NN
Fläche: 102,7 km²
Einwohner: 44.000 (30.09.2004)
Bevölkerungsdichte: 428 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 98501 - 98529
Vorwahl: 03681
Kfz-Kennzeichen: SHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 54 000
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Marktplatz 1
98527 Suhl
Website: www.stadtsuhl.de
E-Mail-Adresse: poststelle@stadtsuhl.de
Politik
Oberbürgermeister: Martin Kummer (CDU)

Suhl ist eine kreisfreie Stadt im Süden des Freistaates Thüringen. Sie ist seit 2004 die sechstgrößte Stadt des Bundeslandes.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Suhl liegt landschaftlich reizvoll am Südrand des Thüringer Waldes. Die Stadt ist von Bergen zwischen 650 und 983 m Höhe umgeben. Im Norden grenzt das Stadtgebiet direkt an den Rennsteig. Ein Teil der Suhler Gemarkung berührt das Biosphärenreservat Vessertal der UNESCO.

Geologie

Aufgrund der geologischen Situation am Rand des Thüringer Waldes kommen in Suhl verschiedene Bodenschätze vor. Eisenerze: Roteisenerz, Brauneisenerz, Magneteisenerz in Gang- und sedimentären Lagestätten fast im gesamten Stadtgebiet. Kupfererze: Kupferkies, Kupferpecherz, Malachit in Ganglagerstätten, aber auch im Acanthodesschiefer bei Suhl-Goldlauter. Silbererze: Fahlerze und selten gediegen Silber im Acanthodesschiefer. Silbergehalte der Gang-Kupfererze. Manganerze: Braunstein, Schwarzer Glaskopf in Gängen. Uranerze: Anreicherungen von Uranglimmer und Pechblende in Lettenlagen des Buntsandsteins. Steinkohle: kohlehaltige Schiefer in permischen Sedimenten. Spat: violetter Flourit, Baryt, Calcit. Salz: hoch angereicherte Chlorkalziumquelle "Ottilienquelle", 2003 wieder neu erbohrt. Alle Bodenschätze wurden bis Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts, Eisenerze und Späte bis Anfang des 20. Jahrhunderts, bergmännisch gewonnen. Heute spielen sie keine wirtschaftliche Rolle mehr.

Geschichte

1318 wird Suhl urkundlich gesichert erstmals erwähnt. Es gehört zur Grafschaft Henneberg.

1363-1365 werden die ältesten Eisenhämmer Suhls genannt: der Niederhammer und der Lauterhammer. Damit wird auch Bergbau auf Eisenerz, der schon vor der Anlage der Eisenhämmer betrieben worden sein muss, in dieser frühen Zeit bestätigt.

Schon aus dem Jahre 1474 werden Berichte von Verhandlungen am Berggericht zu Suhl überliefert.

1527 bestätigen die gefürsteten Grafen von Henneberg-Schleusingen Suhl städtische Rechte und Statuten, die zuvor aber schon bestanden.

1553 Suhl wird als Bergstadt bezeichnet, was ihr gewisse Rechte und Pflichten als Sitz der Bergverwaltung und der Berggerichtsbarkeit zubilligt.

1583 nach dem Tod Georg Ernst von Henneberg fällt die Stadt als gemeinschaftlicher Besitz an die sächsischen Wettiner.

1634 Kaiserliche kroatische Truppen unter Feldmarschall Graf Isolani plündern und brandschatzen Suhl im Dreißigjährigen Krieg. Suhl - mittlerweile größte Stadt im Norden Frankens - ging daran fast zu Grunde. Der Bergbau - über 1000 Bergwerke waren bis dahin um Suhl entstanden - konnte sich davon nie wieder richtig erholen.

1660 wird Suhl nach dem sächsischen Teilungsvertrag albertinisch und kommt zu Sachsen-Naumburg-Zeitz.

1718 geht es nach Erlöschen der Linie Sachsen-Naumburg-Zeitz an Kursachsen.

1815 nach dem Wiener Kongress kommt Suhl, wie der gesamte kursächsische Anteil an der ehemaligen Grafschaft Henneberg, aufgrund der Waffenfabriken zum Königreich Preußen.

1909 Einweihung der Lauterschule nach zwei Jahren bauzeit.

Das Amt Suhl gehört damit bis 1945 zum Kreis Schleusingen, zum Regierungsbezirk Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen.

1945 (3. April) Einheiten der 3. US-Armee unter Befehl des Generals George S. Patton besetzen die Stadt. (1. Juli) Einstellung der Tätigkeit der preußischen Bezirksregierung in Erfurt. Die Stadt wird dem Land Thüringen zugeordnet. (3. Juli) Einheiten der sowjetischen Armee übernehmen aufgrund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und den Beschlüssen der Konferenz von Jalta die Stadt. Suhl wird Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone.

1952 wird Suhl nach Auflösung der Länder in der DDR Bezirkshauptstadt und bleibt es bis zur Wiedervereinigung 1990. Als Suhl Bezirkshauptstadt wurde, wurde der alte mittelalterliche Stadtkern bis auf das Waffenmuseum abgebrochen und die Stadt in neuer kommunistischen Architektur wieder aufgebaut.

Seither gehört Suhl zum Freistaat Thüringen.

1997 Kreisfreie Stadt

Eisenerzabbau seit dem 13. Jahrhundert bildete die Grundlage für die Entwicklung des Rohrschmiede- und Büchsenmacherhandwerks, welches die Stadt als "Rüstkammer Europas" oder "Deutsches Damaskus" bekannt machte. Ende des 16. Jahrhundert wurden z. B. jährlich über 20.000 Gewehrrohre hergestellt. Mit der Industrialisierung des Büchsenmacherhandwerks im 19. Jahrhundert entwickelten sich bedeutende Waffenfabriken wie die Firmen J.P. Sauer & Sohn, C.G. Haenel und Simson & Co. Im historischen Malzhaus existiert ein einschlägiges Museum von Handfeuerwaffen - das einzige seiner Art in Europa.

Eingemeindungen

Am 1. April 1994 wurden Albrechts, Dietzhausen, Vesser und Wichtshausen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1843 bis 1946

1950 bis 1997

1998 bis 2003

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Politik

Suhl war als Bezirkshauptstadt in der DDR ein administratives Zentrum. Neben der Bezirksleitung der SED und dem "Rat des Bezirkes" waren auch Dienststellen der Staatssicherheit und der Nationalen Volksarmee bedeutende Arbeitgeber. Nach der Vereinigung verlor die Stadt an politischer Bedeutung.

Städtepartnerschaften

Suhl unterhält seit 1998 eine Städtepartnerschaft mit Würzburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Waffenmuseum, Waffenschmied, Fahrzeugmuseum, Tierpark, Bergbauwanderwege mit einsehbaren Bergwerken, Fachwerkensemble Heinrichs

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Suhl liegt an der Autobahn A 71/A 73 sowie an der ehemaligen Eisenbahnhauptverbindung BerlinErfurtWürzburgStuttgartZürich.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Bahnhof von Suhl Unterwegsstation für Zugläufe von Berlin nach Saarbrücken, von Berlin nach Tübingen und sogar für einen Nachtzug BerlinRom (Fahrplan 1935: D 13/14).

Ansässige Unternehmen

Vor dem zweiten Weltkrieg genoss die Fa. J.P. Sauer & Sohn (gegründet 1751) internationales Ansehen als Hersteller hochwertiger Jagd- und Sportwaffen. Zu DDR-Zeiten wurde sie mit anderen Unternehmen vereinigt zum VEB Ernst Thälmann. In der Firma Simson wurden Jagdwaffen und Leichtkrafträder hergestellt. Der größte Teil der in staatlichen "Kombinaten" organisierten Firmen war nach der Vereinigung wirtschaftlich nicht lebensfähig. Waffen der heutigen Firma "Jagdwaffe Suhl" sind auch heute noch beliebt bei Sport- und Jagdschützen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

weitere Persönlichkeiten

Friedrich König (* 17. April 1774 in Eisleben; † 17. Januar 1833 in Oberzell b. Würzburg), leistete als Erfinder der Schnellpresse einen Beitrag zur Entwicklung der Druckindustrie und lebte einige Zeit in Suhl.

Sonstiges

Im Internet wurde Suhl hauptsächlich dadurch bekannt, dass die Behörden der Stadt 2001 vergessen hatten, die Gebühren für Ihre Domain http://www.suhl.de zu bezahlen. Die damit automatisch gekündigte Domain hat sich daraufhin der Ex-Polizist Norbert Suhl aus Lübeck gesichert. Der darauf folgende Rechtsstreit wurde von den Medien gespannt verfolgt und gilt als Präzedenzfall. Die Stadtverwaltung hat erfolglos versucht, die Domain einzuklagen.

Siehe auch

Weblinks


Koordinate: 50° 36' 0" N 10° 41' 60" O

See also: Suhl, 1318, 1363, 1365, 1474, 1527, 1553